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15.01.2009

09:07 Uhr

Steve Jobs fällt aus

Apple braucht eine Übergangsstrategie

VonJeff Segal und Robert Cyran (breakingviews.com)

Steve Jobs legt aus gesundheitlichen Gründen mindestens bis Juni sein Amt bei Apple nieder. Die Investoren können darauf hoffen, dass er sich erholt und zurückkehrt. Aber Apple braucht auf jeden Fall eine glaubwürdige Übergangsstrategie. Die Firma sollte einen neuen CEO ernennen und Jobs auf dem Posten des Chairman belassen. Dadurch würden Störungen minimiert und die Bühne für die Ära nach Jobs bereitet.

Monate lang waren Spekulationen über den Gesundheitszustand von Apple-Chef Steve Jobs kursiert. Und wie sich jetzt herausstellt, lagen sie genau richtig, denn der CEO legt bis mindestens Juni aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Die Investoren können darauf hoffen, dass er zurückkehrt. Aber Apple muss trotzdem eine solide Übergangsstrategie vorlegen. Das Unternehmen sollte einen Interimschef ernennen und Jobs vielleicht auf dem Posten des Chairman belassen, um Störungen zu verringern und die Bühne für die Ära nach Jobs zu bereiten.

Die Anleger werden sicher darauf hoffen, dass Jobs das Steuerrad bei Apple nur vorübergehend aus den Händen gibt. Aber sein Rückzug erscheint hastig, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen erst vor kurzem betont hatte, er kämpfe gegen eine Ernährungsstörung. Sein eiliger Abgang könnte auf eine möglicherweise ernstere Erkrankung hinweisen, wie etwa einen erneuten Ausbruch des Bauchspeicheldrüsenkrebses, an dem er seit 2004 leidet.

Die Apple-Aktionäre werden stark verunsichert reagieren, denn schließlich haben sie es Jobs zu verdanken, dass Apple wieder auf einen Innovationskurs gekommen ist, der zu Verkaufsschlagern wie dem iPhone und dem iPod geführt hat. Wenn das Unternehmen ohne Jobs seine Expertise bei der Produktentwicklung verliert, kann es seinen Wachstumsaufschlägen nachwinken. Damit könnte das üppige Kurs-Gewinn-Vielfache von Apple auf ein Niveau absacken, mit dem etwa Dell bewertet wird, wobei die Firma bei ihrer derzeitigen Marktkapitalisierung Milliarden einbüßen könnte.

Um den Schaden zu begrenzen, muss Apple schnell handeln. Das Unternehmen hat Tim Cook, den Chief Operating Officer, für die Leitung des Tagesgeschäfts auserkoren. Das ist eine nebulöse Rolle. Apple sollte ihn jetzt zum Interimschef ernennen und damit die Mitarbeiter und die Aktionäre beruhigen.

Jobs im Amt des Chairman zu belassen, würde es ihm, wenn sein Gesundheitszustand dies erlaubt, ermöglichen, als Apples Leitfigur ein wachsames Auge auf die Gesamtentwicklung zu haben, ohne den Belastungen des Chefpostens ausgesetzt zu sein. Dies könnte auch dazu beitragen, den Übergang in eine Ära ohne Jobs viel leichter zu bewältigen.

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