Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2010

10:13 Uhr

US-BIP

Mehr Inflation als Wachstum

VonMartin Hutchinson

Die zentralen Kennzahlen zum Wirtschaftswachstum in den USA erhöhten sich im letzten Quartal 2009 mit einer Jahresrate von 5,7 Prozent. Gekürzt um den Wiederaufbau der Lagerbestände ergab sich allerdings nur noch eine Zunahme um 2,2 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Preise mit einer Rate von 2,7 Prozent. Die Zahlungsbilanz und die Sparquote haben sich zwar verbessert, doch das US-Wachstum verläuft schleppend – während die Inflation auf dem Vormarsch zu sein scheint.

Die starken Daten zum amerikanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2009 offenbaren im Grunde mehr Inflation als Wachstum. Die zentralen Kennzahlen zum Wirtschaftswachstum erhöhten sich im Berichtsquartal mit einer Jahresrate von 5,7 Prozent. Vorwiegend aufgrund eines Umschwungs bei den Lagerbeständen um 3,6 Prozentpunkte kletterten die Endverkäufe jedoch nur um 2,2 Prozent. Gleichzeitig stieg der damit verbundene Preisindex um 2,7 Prozent. Trotz einiger Aufhellungen verläuft das US-Wirtschaftswachstum schleppend - und die Inflation scheint auf dem Vormarsch zu sein.

Wie während der meisten Konjunkturzyklen verschärfte der Abbau der Lagerbestände den BIP-Rückgang im Zeitraum 2008-2009. So stellte er zum Beispiel im ersten Quartal des vergangenen Jahres mehr als ein Drittel der der Verringerung des BIP dar, das mit einer Jahresrate von 6,4 Prozent gesunken war.

Jetzt hat sich der Lagerbestandseffekt in sein Gegenteil verkehrt und treibt die Hauptkennzahlen des BIP-Wachstums voran statt sie zu schwächen. Abzüglich der Ausschläge bei den Lagerbeständen erwies sich die Zunahme der Endverkäufe - die im zweiten Quartal des vergangenen Jahres eine Jahresrate von 0,7 Prozent aufgewiesen hatte - auf ein Plus von 1,5 Prozent im dritten und 2,2 Prozent im vierten Quartal als moderater als das zentrale BIP-Wachstum.

Weitere positive Aspekte der BIP-Zahlen umfassten eine Erhöhung der realen Jahresrate bei den Exporten um 18,1 Prozent. Auch wenn die Importe zu einer Rate von 10,5 Prozent stiegen, konnte die US-Zahlungsbilanz dadurch gegenüber 2006-2007 bedeutend verbessert werden. Zudem erhöhte sich die persönliche Sparquote leicht auf 4,6 Prozent nach zuvor 4,5 Prozent. Damit liegt sie zwar immer noch unter der historischen Norm, aber dennoch weit über den 2007 verzeichneten 1,7 Prozent, was darauf hindeutet, dass die US-Verbraucher ihre Bilanzen wiederaufbauen. Beide Trends müssen weiter fortschreiten, aber sie weisen in die richtige Richtung.

Allerdings bewegt sich die Erholung insgesamt nur langsam voran. Und die jährliche Inflationsrate, gemessen am Deflator für die Ausgaben für den persönlichen Verbrauch, rückte im vierten Quartal 2009 auf 2,7 Prozent vor gegenüber 2,6 Prozent im dritten Quartal.

Bei einem Zielsatz für Fed Funds bei Null bis 0,25 Prozent bedeutet dies, dass die kurzfristigen Zinsen auf inflationsbereinigter Basis weit im negativen Territorium verharren. Dies könnte eine potenzielle Quelle für inflationären Druck darstellen und ist ein weiterer Trend, der die für die Geldpolitik Verantwortlichen dazu veranlassen sollte, die Zinsen eher früher als später zu erhöhen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×