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14.01.2010

18:41 Uhr

Versicherer

Anleihebesitzer sollten gegenüber Pearl hart bleiben

VonNeil Unmack (breakingviews.com)

Der britische Versicherer hat eine Anleiherestrukturierung vorgeschlagen, die Besitzer der Papiere für die Aussicht auf eine Wiederaufnahme der Kuponzahlungen zu einer Abschreibung von 25 Prozent auf ihre Bestände zwingen würde. Die Anleihebesitzer liegen richtig, wenn sie dies ablehnen. Pearl Aussichten sind nicht so schlecht, dass das Angebot überzeugend wirkt.

Besitzer von Pearl-Anleihen haben Recht, wenn sie die vom britischen Versicherer vorgeschlagene Restrukturierung von Schuldtiteln über 500 Millionen britische Pfund ablehnen. Die Bedingungen sind nicht günstig genug, um aufzugeben, was sie bekommen könnten, wenn es dem Unternehmen besser ginge.

Pearls Auseinandersetzung mit Besitzern nachrangiger Anleihen ist eines der ungelösten Probleme, die sich aus der jüngsten, breiter angelegten Restrukturierung ergeben. Alles begann damit, dass Pearl im letzten Jahr eine Kuponzahlung von 33 Millionen Pfund auf seine Anleihen versäumte. Das Unternehmen erklärte, dies sei gemäß den Anleihebedingungen zulässig. Dagegen wird den Geldgebern zufolge auf ihren Rechten herumgetrampelt, weil das Unternehmen innerhalb der Gruppe gerissen mit Vermögenswerten jongliert, um Auflagen zu entgehen, die durch den Zahlungsausfall gebrochen worden wären.

Pearl will Anleihebesitzer zu einem Verzicht auf 25 Prozent des Anleihewertes drängen, dafür lockt die Firma mit einer Wiederaufnahme der Kuponzahlungen auf die im Wert reduzierten Papiere. Zudem verspricht Pearl die Zahlung von Anleihkupons, sobald Dividenden ausgeschüttet werden, wodurch mit der Erstemission verbundene Rechte der Anleihebesitzer wiederhergestellt würden. Die Kuponzahlung des letzten Jahres allerdings wäre für immer verloren.

Vielleicht will Pearl den Anleihebesitzern sogar bessere Konditionen anbieten, doch das Unternehmen wird durch seine Banken eingeschränkt, die auf sie entfallende Verbindlichkeiten im letzten Jahr restrukturierten und die Dividendenzahlungen kontrollieren.

Weil die Anleihen vor dem Angebot zu 50 Prozent des Nennwertes gehandelt wurden, klingt die Einladung von Pearl vielleicht gar nicht so schlecht, zumal die Alternative eine andauernde Aussetzung der Kuponzahlungen sein könnte.

Wenn die Anleihebesitzer aber an eine Zukunft für Pearl glauben, würde die Annahme des Angebots bedeuten, unnötig Werte aufzugeben. Aktienanalysten von Fox Pitt Kelton schätzen, dass Pearl bis zum Ende des nächsten Jahres genug von seinen Bankschulden zurückzahlen kann, um die Zahlung größerer Dividenden möglich zu machen. In diesem Fall würde es Pearl schwerfallen, nicht auch Kupons auf seine Schulden zu bezahlen.

Die Anleihebesitzer sind außerdem in einer guten Verhandlungsposition, weil es Pearl schwer fallen dürfte, neues Kapital aufzunehmen, solange der Streit nicht beigelegt ist.

Natürlich kann ein zweites Jahr der Schmerzen die Folge sein, wenn die Anleihebesitzer hart bleiben und Pearl gezwungen ist, auch den nächsten Kupon zu verschieben. Die Aussicht darauf, am Ende mehr Wert zu erhalten, ist dieses Risiko aber wert.

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