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08.01.2013

09:33 Uhr

Walter direkt

Auf dem Vergreisungstripp

VonHerbert Walter

Gemessen an der Entwicklung der Geburtenrate ist die deutsche Familienpolitik wirkungslos. Die Deutschen werden immer weniger, vor allem weil Beruf und Familie in Deutschland einfach nicht richtig unter einen Hut kommen.

Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Seit mehr als drei Jahrzehnten dümpelt die deutsche Geburtenrate um die Marke von 1,4 Kindern pro Frau, aktuell liegt sie bei 1,39. Die Folge: die Deutschen werden immer weniger. Forscher haben ausgerechnet, dass in Deutschland im Jahr 2060 nur noch 65 Millionen Menschen leben werden, wenn sich an der Geburtenrate nichts ändert. Das wären immerhin rund 17 Millionen Menschen weniger als heute und die, die es dann noch gibt, sind im Schnitt wesentlich älter.

So ist es denn kein Wunder, wenn darüber diskutiert wird, was eine solche Entwicklung für unsere Gesellschaft und das Funktionieren der Sozialsysteme bedeutet. Wer zahlt die Renten? Wer betreut die Alten? Werden wir alle ärmer, weil Wirtschaftswachstum bei sinkenden Bevölkerungszahlen immer mehr zum Traum wird? Das sind Fragen, die vielen Bundesbürgern Angst machen. Aber was tun wir dagegen?

Klar ist, dass es grundsätzlich nur zwei Möglichkeiten gibt, diesen demografischen Trend zu stoppen: Eine höhere Geburtenrate oder mehr Einwanderung. Eine auch nur im Ansatz konsistente und konkretisierbare Einwanderungspolitik ist in Deutschland nicht erkennbar, weshalb dieser Weg – aus welchen Gründen auch immer – verbaut scheint. Bleibt also die Familienpolitik.

Deren Aufgabe und Ziel sind klar vorgegeben.  Mehr Kinder wird es nur geben, wenn es gelingt, Familien so zu unterstützen, dass diese Beruf und Familie vereinbaren können. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass genau dieses Problem das größte Hindernis für die Erfüllung eines Kinderwunsches ist. Laut einer von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Studie hat Deutschland im weltweiten Vergleich den höchsten Anteil an dauerhaft kinderlosen Frauen, vor allem weil Erwerbstätigkeit und Beruf für diese oftmals schlecht vereinbar seien.

Tatsächlich hat sich in der Politik einiges getan, Stichworte sind etwa Elterngeld, Betreuungsgeld, Elternzeit, Kita-Ausbau. Das lassen wir uns auch eine ordentliche Summe kosten, auch wenn niemand so recht zu wissen scheint, wie hoch die familienpolitischen Leistungen pro Jahr in Deutschland wirklich sind – die Zahlen schwanken zwischen 150 Milliarden und 200 Milliarden Euro. Auf jeden Fall aber liegt Deutschland deutlich über dem Durchschnitt in der EU.

Trotz dieser vielen Milliarden liegt die deutsche Geburtenrate  im EU-Vergleich jedoch auf dem drittletzten Platz und ist weit entfernt von den Spitzenreitern Irland (2,1), Frankreich (2,1) und Schweden (1,9). Wenn man – wie üblich - den Erfolg einer  Politik daran misst, was sie bewirkt, dann scheint es mit der deutschen Familienpolitik offensichtlich nicht weit her zu sein.

Kommentare (33)

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alexfiftyfour

08.01.2013, 09:49 Uhr

Es fehlen Kindergartenplätze. Ich spreche aus Erfahrung. Meine Frau würde gerne arbeiten gehen, aber so wie es aktuell aussieht, werden wir keinen Platz bekommen, bevor unser Nachwuchs nicht 1,5 Jahre alt ist.
Die Politik zwingt meine Frau dazu sich für 1,5 Jahre aus dem Berufsleben zu verabschieden.

Selber schuld liebes Deutschland.

Ameise

08.01.2013, 10:00 Uhr

In Deutschland kriegt nur noch die Unterschicht Kinder, weil sie sich übers Kinderkriegen das Leben finanziert. Für Mittelstandsfamilien sind bereits zwei Kinder ein Armutsrisiko. Ist doch alles gewollt und hausgemacht. Deshalb heißen die Neujahrsbabies in den deutschen Bundesländern dann Ali, Mehmet oder Jihad ..ect.pp. Deutschland schafft sich ab.

RumpelstilzchenA

08.01.2013, 10:27 Uhr

…und wieder eine Meldung: Die Deutschen sterben aus!!!!

Deutschland ist einfach zu schwul! Aber keine Angst, dafür tobt in Deutschland der "Migranten-Stadel".

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