Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.11.2012

10:24 Uhr

Walter direkt

China als Weltenretter?

VonHerbert Walter

Chinas Wirtschaft kommt wieder in Schwung. Doch die Risiken des Finanzsektors sind beträchtlich. Als alleiniger Konjunkturmotor für die Welt taugt das Land auf Dauer nicht. Die USA und Europa müssen sich selbst retten.

Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Noch tagt er, der 18. Parteikongress der Kommunistischen Partei Chinas. Doch er begann bereits spektakulär. Der scheidende Staats- und Parteichef Hu Jintao versprach den Menschen eine Verdoppelung ihrer Einkommen sowie der Wirtschaftsleistung des Landes bis 2020. Auch das Wachstum hat vor ein paar Monaten seinen Tiefpunkt durchschritten. Die jährliche Wachstumsrate könnte in 2013 sogar wieder neun Prozent erreichen, wenn alles gut geht. Positive Nachrichten aus der zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt. Wer also soll der Weltwirtschaft entscheidende Impulse geben, wenn nicht das Land der Mitte?

Die USA schwächeln, Europa ist noch mitten drin, seine Strukturen in der Krise anzupassen. Fast ein Vierteljahrhundert nach dem Niedergang der Sowjetunion entbehrt es nicht einer gewissen Komik, wenn die etablierten Marktwirtschaften der Welt ihre Hoffnungen auf die Wirtschaft eines kommunistischen Landes setzen. Natürlich wäre es das Beste, was den Märkten passieren kann, wenn sie von einem starken Zugpferd angeführt werden.

Doch sind diese Hoffnungen berechtigt? Ich glaube, sie könnten auf kürzere Sicht zutreffen. Längerfristig rechne ich jedoch mit Risiken und Nebenwirkungen, die heute nur am Rande wahrgenommen oder geflissentlich ignoriert werden. Dabei offenbart vor allem das chinesische Finanzsystem deutliche Schwächen. Zumindest bei eindringlicher Betrachtung. Und die ist nicht ganz einfach. Eines der größten Probleme ist immer noch die mangelnde Transparenz. Vielfach fehlen belastbare Daten aus den Instituten, wie der Internationale Währungsfonds (IWF) immer wieder kritisiert.

Hinzu kommt: Trotz des starken Anstiegs von Krediten – und damit der Bilanzsummen der Banken – verbleibt die Risikovorsorge dieser Institute auf einem sehr niedrigen Niveau. Gleichzeitig sind die Immobilienpreise stark gestiegen. So kostet in den größten chinesischen Städten eine Immobilie fast das Zehnfache eines durchschnittlichen jährlichen Haushaltseinkommens. Zum Vergleich: Die Immobilienblasen in den USA und Großbritannien platzten, als das Verhältnis lediglich die Hälfte des chinesischen Niveaus betrug.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.11.2012, 11:04 Uhr

"China als Weltenretter?"

Ja logooo klaro.... ich würde der Redaktion hier dringend mal raten nach Chian zu gehen um dort 2 Jahre unter der Bevölkerung in 3-4 Teilen des Landes zu verbringen und dann schreiben sie bitte noch mal...aber in Gottes Namen bitte nicht vorher....

Wenn China der Weltenretter sein soll, dann bin ich froh wenn meine Tage gezhlt sind.

punkrocker

13.11.2012, 11:04 Uhr

http://de.slideshare.net/sikandarsiddiqui/the-coming-world-economic-crisis-and-how-to-survive-it-15136661

Anleihenspezialist

13.11.2012, 11:15 Uhr

China hatten eine enorme Blase im Immobilienbereich. Dazu kommt das die ch. Zentralbank hunderte von Milliarden in den privaten Bankensektot gepumpt hat, um diesen vor dem Crash zu retten. Des Weiteren brauen sich in China massive Umfeldprobleme zusammen. Außerdem entstehen immer mehr wirtschaftlich-soziale Ungleichgewichte zwischen Eliten und normaler Bevölkerung.

Um es mal auf den Punkt zu bringen, steht China selbst vor immensen Problemen. Sollte die USA einen Reset hinlegen(dazu mal Dirk Müller lesen), dann hat China Billionen in US - Anleihen versenkt.

Wer es immer noch nicht versteht, es muß ein weltweiter Systemwechsel des Geldes kommen. Das der Knall kommt, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×