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14.08.2012

12:17 Uhr

Walter direkt

Die größte Gefahr für die wirtschaftliche Erholung

VonHerbert Walter

Das Misstrauen gegen Politik, Organisationen und Banken wächst in jedem Krisenjahr. Das kann erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen.

Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Was ist eigentlich noch im Lot? Die Finanzmärkte spielen verrückt oder sie funktionieren nicht. Die Politik greift zu immer gigantischeren Rettungsmaßnahmen, um der Krise Herr zu werden und wohin man auch blickt, das Vertrauen der Menschen sinkt und Misstrauen breitet sich immer weiter aus.

Das jedenfalls scheinen ungezählte Studien zu belegen, die in diesen Zeiten die innere Befindlichkeit der Menschen zu ergründen suchen. Fast über den gesamten Globus verteilt wurden in den vergangenen Jahren Hunderttausende Menschen befragt, was sie von Menschen, Institutionen und Organisationen halten, die in irgendeiner Weise mit der Krise in Verbindung stehen.

Trotz vieler nationaler Besonderheiten ist das Ergebnis eindeutig: Das Misstrauen gegenüber der Politik ist gewaltig gestiegen, ebenso wie das gegenüber großen internationalen Organisationen wie dem Internationalen Währungsfonds, ja sogar gegenüber Gewerkschaften bis hin zu den staatlichen Rentensystemen. Stark ausgeprägt ist der Vertrauensverlust in die westlichen Banken im Allgemeinen und in die europäischen Banken im Besonderen. Dies gefährdet inzwischen auch die Ertragsbasis von Instituten, wie die jüngst veröffentlichten Halbjahreszahlen zeigen. Unzufriedene Kunden sind ertragsschwächer als zufriedene, weil sie weniger Produkte kaufen, nicht so lange treu bleiben und die Bank seltener weiter empfehlen. Das zunehmende Misstrauen ist ein fataler Trend.

Egal, ob man so etwas nun als allgemeine Vertrauenskrise bezeichnet oder nicht, steigendes Misstrauen erhöht das Protestpotenzial einer Gesellschaft. Man sieht das an Bewegungen wie Occupy Wall Street, den Massenprotesten in den europäischen Problemländern oder dem plötzlichen Aufkommen neuer Parteien. Ob das eine Radikalisierung des politischen Lebens bedeutet, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall aber hat das stark gewachsene Misstrauen wirtschaftliche Auswirkungen.

Wenn Vertrauen schwindet, dann schwächt das die soziale Kooperation der gesellschaftlichen Gruppen, die wohl wichtigste Bedingung für wirtschaftliche Prosperität. Weniger Kooperation bedeutet geringere Arbeitsteilung und schwächeres Wirtschaftswachstum, lautet die einfache Formel. Der amerikanische Nobelpreisträger Kenneth Arrow hat schon vor vierzig Jahren in seinem Buch „Gifts and Exchanges“ beschrieben, wie wichtig Vertrauen für wirtschaftliche und politische Prozesse ist. Vertrauen übernimmt in sozialen Systemen und in der Marktwirtschaft als Ganzes die Funktion des Öls im Motor. Ohne dieses Schmiermittel läuft rasch gar nichts mehr. Anders gesagt: Vertrauen ist nicht alles, aber ohne Vertrauen ist alles nichts.

Kommentare (4)

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@JamieDimon

14.08.2012, 13:45 Uhr

Nach dem heutigen Bekenntnis Gustav Horn's zum unlimitierten Gelddrucken treibt das Handelsbaltt mit Herrn Walter nun die nächste Sau durchs Dorf. Ausgerechnet ein Manager der ehemaligen Pleite-Dresdner Bank beklagt das schwindende Vertrauen in den Bankensektor. Als ehemaliger Kunde der Dresdner kann ich dies nur als widerliche Heuchelei eines Totalversagers wahrnehmen. Ich kann mich noch gut an das Geschäftsgebahren meines "Dreba Beraters" erinnern, der mich mit ständig mit Emails und Anrufen zu drangsalieren pflegte, um mir den Finanzsch...dreck dieser Gangsterbank aufzuschwätzen. Alles wundervolle "Produkte", wie steueroptimierte Schiffs- und Filmfonds, synthetisech Anleihen, Genußscheine auf Dachhedgefonds. Als ich all diesen Mist ablehnte, wurde ich dann von seiner Adjutantin zusätzlich belästigt, zudem wurde der Ton immer agressiver. Als ich dann weiterhin ablehnte und mann mich wohl als hoffnungslosen Fall betrachtete, wurden diese Leute noch völlig unverschähmt und unterstellten mir dann Unvermögen und Dummheit. Ich habe dann bis auf mein Girokonto alles Geld von dieser Bank abgezogen. Für den Übertrag meines Depots, buchte mir dann noch in krimineller Manier einen saftigen Betrag von meinem Girokonto ab, den ich mir aber über den Ombudsmann wieder zurückholte. Seitdem ist Ruhe eingekehrt.

WEN_WUNDERT_DAS_NOCH

14.08.2012, 16:43 Uhr

Das Problem ist die mediale und staatliche Konzentration auf das "Extrem" statt das "Normal". Früher wurde Leistung, Erfolg und Konstantes gewürdigt, heute dreht sich alles nur noch um die schnelle Nummer, Terrorismus, Schulden, Krieg und Abzocke. Gepaart mit dem Treten der Ethik und Moral mit Füßen, sowohl von hohen US-amerikanischen Stellen, als auch von den europäischen Stellen.

Diese Welt hat keine Vorbilder mehr, die diese Bezeichnung auch verdienen!

Account gelöscht!

14.08.2012, 20:29 Uhr

Langweilger Artikel von Herrn Herbert Walter.

Lohnt sich weder zu lesen noch zu kommentieren.

Muffelige Schwafelei.

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