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06.08.2013

11:06 Uhr

Walter direkt

Geldpolitische Sozialpolitik

VonHerbert Walter

Die Europäische Zentralbank vollzieht mit ihrer Niedrigzinspolitik eine milliardenschwere Umverteilung bei den Geldvermögen in der Euro-Zone. Verlierer sind die Deutschen. Das ist auf Dauer nicht akzeptabel.

Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Es ist schon absurd. Deutschland ist der europäische Buhmann Nummer eins, weil wir Deutschen uns angeblich dumm und dämlich an der Euro-Krise verdienen und stur auf einmal vereinbarten Abmachungen beharren. Wir sind die hässlichen Profiteure der Euro-Krise, die von manchem, wie zum Beispiel vom britischen Regierungschef David Cameron, sogar verantwortlich für die Krise gemacht werden.

Mag sein, dass dies nur eine Retourkutsche von Cameron war, weil Frankreich und Deutschland ja der von dem Briten gehassten Finanztransaktionssteuer den Weg bereitet haben – übliches politisches Säbelrasseln also. Aber drastische öffentliche Schuldzuweisungen, ob nun bei Demonstrationen in Athen oder auf dem politischen Parkett, gefährden die Basis für ein gemeinsames Europa.

Das ist das Eine, das Andere: Je länger die Krise dauert, umso stärker schält sich heraus, dass der Allgemeinplatz vom Krisenprofiteur Deutschland schlicht und einfach falsch ist.

Ein erstes Anzeichen dafür lieferte die Europäische Zentralbank (EZB) vor rund vier Monaten mit der Veröffentlichung einer Studie über die Privatvermögen in der Euro-Zone. Die EZB kam zu dem Schluss, dass die Bundesbürger innerhalb der Euro-Zone zu den ärmsten Mitgliedern gehören. Jedenfalls sind sie weit entfernt von den um ein Mehrfaches vermögenderen Italienern, Spaniern und erst recht von den Haushalten in den Kleinstaaten Luxemburg, Zypern oder Malta.

Nun kann man sicher über die Methodik dieser EZB-Befragung streiten, aber das hilft letztlich auch nicht viel weiter. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Analyse des Versicherungskonzerns Allianz, die sich akribisch mit dem Methodenstreit auseinandergesetzt hat. Auch bei der Allianz wird das Ergebnis nur ein klein wenig besser, Deutschland rückt mit einem Durchschnittsvermögen von 113.000 Euro ins Mittelfeld. Eine noch bessere Platzierung, so scheint es, ist für die Deutschen vorerst nicht drin.

Im Zuge dieser Untersuchung beschreiben die Autoren aber einen Effekt der EZB-Niedrigzinspolitik, der die Bundesbürger direkt auf die Verliererstraße bringt, je länger die Krisenpolitik der EZB anhält.

Zum einen reduzieren die niedrigen Zinsen die Last der aufgenommenen Kredite für die privaten Kreditnehmer überall in der Euro-Zone. Vor allem aber bekommen dadurch die mit Hypothekenkrediten belasteten Verbraucher in den Krisenländern – und auch die öffentlichen Kreditnehmer – wieder Luft zum Atmen. Das war gewollt und es ist die gute Seite der EZB-Krisenpolitik.

Kommentare (24)

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Account gelöscht!

06.08.2013, 11:19 Uhr

Der Kommentar ist wirklich auf einem Sehr niedrigen Niveau!

"Die EZB kam zu dem Schluss, dass die Bundesbürger innerhalb der Euro-Zone zu den ärmsten Mitgliedern gehören."
Natürlich ist das so. Ebenso wahr ist aber, dass die Reichen im Lande sehr reich sind. Die Einkommensschere ist gigantisch und wird dank schwarz-geld immer größer!

Jahrelange Lohnsenkungspolitik zeigt eben Folgen. Die Bürger im Lande werden immer ärmer, die Reichen immer reicher.

Und das Beste ist - die Deutschen wehren sich nicht dagegen. Ganz im Gegensatz zu allen umliegenden Staaten freuen sie sich noch über die Rente mit 67, oder ein Wirtschaftswachstum - das ihnen sowieso nichts bringt.

Soviel Dummheit muß auch bestraft werden. Und soviel Faulheit auch. Wann gab es denn den letzten Generalstreik im Lande? Noch nie.

Und so werden diereichen immer fetter und den Bürgern gehts immer schlechter.

Und mit EU hat das nichts zu tun. Gar nichts. Auch vor dem Euro haben sich die Deutschen alles gefallen lassen. deshalb gehts den Bürgern so schlecht.

steuerhilfe.net

06.08.2013, 11:26 Uhr

Der deutsche Michel will es doch so, nicht umsonst rennt er weiter hinter den Blockparteien her.

Er hat es nicht anders verdient, wenn er die Zeche am Ende zahlen muss für das Experiment Euro bzw. EUDSSR.

Also lassen wir ihn noch ein bisschen in seinem Biedermeierschlaf 2.0

Wählt am 22.09.13 die AfD, die Chance was zu ändern ist da.

Vicario

06.08.2013, 11:26 Uhr


<< Zitat : Auf der anderen Seite sind die deutschen Sparer die Dummen dieser Politik, nur weil sie ihr Geld zum überwiegenden Teil immer noch nahezu zinslos auf der Bank liegen haben. >>



金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金金

- Sie müssen schon die ganze Wahrheit raus lassen, H. Walter ! Es sind nicht nur die die Dummen, die auf ihre Spareinlagen keine Erträge bei einer verdeckten Inflationsrate von 7 % erzielen,

sondern zu den Verlierern gehören alle angehenden Rentner dieses Landes, deren Rentenanpassung auch nicht mehr erfolgt,

alle Lebensversicherungen dieses Landes, deren Anpassungen mit Verzinsung auch nicht mehr erfolgen,

alle Bausparer, die auch keine Verzinsung mehr erfahren

Armes Deutschland, du hast es selbst so gewollt, in dem du die Schmarotzer Südeuropas und Osteuropas unter deine Fittiche in einen EUtopia geholt hast !

Jetzt mußt du auch die Rechnung bezahlen ! Die Physikalischen Gesetze kann auch die Nomenklatura CDU/SPD/GRÜNE/FDP/LINKE nicht ausser Kraft setzen !

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