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28.05.2013

12:46 Uhr

Walter direkt

Mehr Regulierung beseitigt kein Unrecht

VonHerbert Walter

Immobilien und Mieten werden in attraktiven Großstädten für immer mehr Menschen unbezahlbar. Die Politik reagiert darauf mit härteren Regeln für den Mietwohnungsmarkt. Kein guter Weg für die soziale Marktwirtschaft.

Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Der Deutsche Mieterbund nutzte seinen gerade in München zu Ende gegangenen Mietertag zu einer kräftigen Attacke gegen das Unrecht auf dem deutschen Wohnungsmarkt, und Politiker, allen voran SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, empfahlen sich als eine Art Bombenentschärfer gegen die drohende Explosion der Mieten.

Tatsächlich sind Immobilienpreise und Mieten in attraktiven Großstädten wie München, Berlin, Hamburg und Frankfurt in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Tatsache ist auch, dass insbesondere Menschen mit einem niedrigen Einkommen, die in diesen Ballungsräumen leben, von ihrem Einkommen immer mehr Geld für ihre Unterkunft ausgeben müssen.

Der wichtigste Grund dafür: In den vergangenen Jahren ging die Bautätigkeit - im übrigem nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa – stark zurück. In der Eurozone sank die Produktion im Baugewerbe seit 2006 um satte 30 Prozent. In Deutschland war diese allein im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber dem Vorjahresquartal um knapp vier Prozent geringer. Ein so starker Rückgang muss zwangsläufig auch den Wohnungsbau in Mitleidenschaft ziehen.

Wenn weniger gebaut wird, aber immer mehr Menschen in diese Städte ziehen, dann kann es gar nicht anders sein, dass dort Immobilienpreise und Mieten steigen. Wer nun gedacht hätte, dass Politiker wie Steinbrück oder der Münchener Oberbürgermeister, Christian Ude, sich mit aller Kraft darauf stürzen, den Investitionsstau im sozialen Wohnungsbau zu beenden, sieht sich getäuscht.

Zwar wird von der Union über die SPD bis hin zur Linken gefordert, mehr Sozialwohnungen zu bauen, diskutiert wird aber über etwas ganz anderes: Wie können wir den ohnehin schon stark regulierten deutschen Wohnungsmarkt noch härter an die Kandare nehmen, damit die Mieten weniger steigen?

Da geht es dann darum, Wiedervermietungsmieten zu begrenzen, neue Mieterhöhungsregeln und Kappungsgrenzen einzuführen, Vergleichsmieten so zu berechnen, dass der Spielraum für Mieterhöhungen kleiner wird und so weiter.

Kommentare (4)

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Prophet

28.05.2013, 13:38 Uhr

Es gibt sicher sehr viele Privatleute, die günstigen Wohnraum zu vermieten haben.
Sie würden gerne vermieten, vielleicht sogar mit nur sehr geringem Gewinn, um beispielsweise nicht alleine in ihrer Immobilie zu wohnen.
Aber bei genauerem Hinsehen, nehmen sie lieber Abstand davon und lassen die Wohnung leer stehen.
Warum? Das Mietrecht ist für den Privatvermieter zu kompliziert. Mieter haben sehr viele Rechte, die von einer Vermietung abschrecken.
Unsinnige Vorschriften, wie das Anbringen von Rauchmeldern durch den Vermieter, machen vermietungen für viele auch ältere Vermieter fast unmöglich.
Wer berufstätig ist, kann nicht noch beim Mieter Schnee räumen und ähnliches. Bei nur einer Wohnung lohnt sich keine Fremdvergabe.
Das Problem ist also hausgemacht. Vermietungsgesellschaften wollen natürlich Profit sehen. Da ist einiges im Argen.

Account gelöscht!

28.05.2013, 13:49 Uhr

Dass es bei gewerblichen Vermietern asoziale, weil geldgierige Auswüchse gibt, bestreite ich nicht. Ich befürworte vielmehr, dass solchen Leuten auf die Finger gehauen wird.

Für einen Privatmann ist es hingegen nicht mehr attraktiv, eine Wohnung zu vermieten. Wer einmal miterlebt hat, wie der Gesetzgeber Mietnomaden bis zum Geht-nicht-mehr protegiert, weiß, von was ich rede.

Mit dem Moment, an dem man eine Wohnung vermietet, ist man so gut wie enteignet und den Launen Asozialer hilflos ausgeliefert.

Solange diese Zustände anhalten, werden immer weniger Privatleute Wohnraum schaffen!

popper

28.05.2013, 14:01 Uhr

...aber verhindert zukünftig Unrecht...

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