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20.11.2012

15:09 Uhr

Walter direkt

Mit einem Plan dem Irrsinn trotzen

VonHerbert Walter

Noch nie war die Situation an den Anlagemärkten so undurchsichtig wie jetzt. Den Kopf in den Sand zu stecken, ist aber auch keine Lösung. Sechs Ratschläge für Anleger.

Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Wer sich in diesen Zeiten über Wirtschaft und Geldanlage auf dem Laufenden hält, hat gute Chancen, verrückt zu werden. Was soll man mit seinem Geld eigentlich noch machen, wenn Fachleute und Medien tagtäglich Angst und Schrecken verbreiten? 

Wir mussten uns damit abfinden, dass es keine risikolose Geldanlage mehr gibt. Tagesgeld, Termingeld, Sparbücher bieten Zinsen, mit denen nicht einmal der Inflationsverlust ausgeglichen wird. Damit sind wir am Ende eines Jahres unweigerlich ärmer als zwölf Monate zuvor.

Wir haben schmerzhaft erfahren, dass sogar Staatsanleihen ein Ausfallrisiko besitzen. Wenn im Einzelfall Staatsanleihen wenigstens auf absehbare Zeit noch sichere Wertpapiere sind, dann bringen sie aktuell nur eine so magere Rendite, dass man damit auch kaum besser fährt als mit dem Sparbuch. Auch Unternehmensanleihen, die bei Anlegern lange Zeit hoch im Kurs standen, sind nun bei den deutlich schlechteren Konjunkturaussichten mit einem höheren Risiko behaftet.

Mit Aktien haben wir in den vergangenen zwölf Jahren auch schlimme Erfahrungen gemacht. Erst erwischte uns die geplatzte Dotcom-Blase auf dem falschen Fuß, dann stürzte der zweite Blasenplatzer auf dem US-Immobilienmarkt die Finanzmärkte weltweit in den Keller. Wenn die Aktienbörsen dann ganz vorsichtig die Kellertreppe wieder hinaufkletterten, zog jedes Mal in diesem Jahrhundert neues Ungemach auf, wie gerade jetzt die Angst vor einem neuerlichen Konjunktureinbruch. Schon ist der kleine Zwischengewinn wieder futsch.

Geschlossene Fonds sind ins Fadenkreuz der Kritik geraten. Schiffs- und Immobilienfonds haben im Moment eine verheerende Presse. Dort können wir lesen, dass den Investoren gewaltige Milliardenverluste drohen. Das ist auch nicht gerade eine Kaufempfehlung.

Kommentare (6)

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Mazi

20.11.2012, 16:43 Uhr

Interessant! Aber wie meint er das?
"Bei dem aktuell historisch niedrigen Zinsniveau bleibt Anlegern kaum etwas anderes übrig, als ein höheres Risiko einzugehen, insbesondere dann, wenn man von den Kapitalerträgen einen Teil seines Lebensunterhalts bestreiten muss."

Wenn die Zinsen gegen Null gehen, wie viel Geld muss man dann auf der Kante haben, um von den Kapitalerträgen - wie er schreibt - leben zu können? Steuerehrlichkeit wird natürlich vorausgesetzt! Bei null Zinsen, genauer ohne Zinsen ist aber auch das kein wirkliches Problem.

Ich möchte den Beitrag nicht schlecht reden, aber an welche Altersvorsorge denkt er. Die Null-Zinsen sind ja nicht vom Bürger, sondern von den politisch verantwortlichen initiiert. Bei dieser Politik fährt doch der am besten, der nichts auf die Kante gelegt hat. Wenn die Politik die "Herde" also treibt, dann treibt sie sie doch nur in ein "Gatter", um mit der "Herde" erst richtig umgehen zu können.

Wären wir nicht die Deutschen, die wir sind, wäre die Lage auf griechischen und spanischen Straßen nur ein Klacks dagegen.

Account gelöscht!

20.11.2012, 17:52 Uhr

Also die Schlußfolgerungen sind wirklich nicht besonders hilfreich. Beim ersten Punkt bin ich ja einverstanden, aber das war schon immer so. Bei Punkt zwei ist auch keine Neuerung zu den Überlegungen, die man in den letzten 5000 Jahren als Kapitalanlger hat auch machen müssen. Punkt drei ist einfach nicht richtig, denn wenn es anfängt zusammenzubrechen, dann alles zusammen. Mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung sind die Banker sowieso nicht die besten Freunde. Ihre Portfoliotheorie basiert auf so vielen Annahmen, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass sie irgendwann zutreffen, als dass nicht alles mögliche Ungemach auf die Erde auf einmal auftrifft. Punkt vier erzählt irgendwas von Herdentrieb, als ob man immer wüsste, dass man einem Herdentrieb folgt. Ein Trieb ist so angelegt, dass er sich in der Emotionswelt des Menschen immer als etwas anderes ausgibt, oft als etwas ganz logisches. Abgesehn davon ist vorne in der Herde nicht wirklich in der Herde, denn da läuft es sich immer am besten. Punkt fünf ist ein ganz wichtiger Punkt beim Value-Investing und ist gerade sehr hoch im Kurs. Da kann man nie falsch liegen, wenn man sowas sagt, nur ist der Einstiegs- und Ausstiegspunkt sehr sehr wichtig. Das belegen einige neuere und nicht besonders populäre ältere wissenschaftliche Studien. Punkt sechs kann man wirklich zu allem sagen was man so im Leben vor hat. Wie wäre es zum Beispiel mit: "6. Erarbeiten Sie einen Plan, was sie mit" ihrem Haus-Interieur "machen wollen. Diskutieren sie diesen Plan mit Menschen ihres Vertrauens, die davon auch etwas verstehen. Setzen sie ihren Plan konsequent um." Man kann statt "Vermögen" noch viel lustigere Wörter einsetzten und das wird auch ganz wichtig klingen.

Die Banker haben, wie Graham es sagt, eine "Delphic" Art von sprache Entwickelt, die nix sagt aber irgendwie logisch klingt und verlangen schon immer Geld dafür. Es ist aber auch ein Armutszeugnis, wenn ein jemand, der ein Spezialist für Geld-Anlage sein sollte so etwas sagt.

Account gelöscht!

23.11.2012, 10:05 Uhr

@Herbert Walter/Redaktion: Meine Schlussfolgerung aus dem Text - Rechtschreibhilfe benutzen !

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