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23.10.2012

10:57 Uhr

Walter direkt

Starker Staat, wofür?

VonHerbert Walter

Frankreich und Deutschland müssen sich auf international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die Wirtschaft verständigen – sonst ist die Europäische Union zum Scheitern verurteilt.

Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Das Zielbild der Europäischen Union kann wohl jeder maßgebliche Politiker im Schlaf herunterbeten: Die EU soll eine höchst attraktive soziale Marktwirtschaft und global wettbewerbsfähig sein.  Das ist der Wunsch, doch die Wirklichkeit sieht anders aus.

Hunderttausende protestieren vor allem in den überschuldeten Krisenstaaten auf der Straße gegen die Politik ihrer Regierungen und sie halten das Ergebnis der politischen Bemühungen keinesfalls für attraktiv. Auch um die globale Wettbewerbsfähigkeit der EU und insbesondere der Euro-Zone steht es nicht zum Besten – mit Ausnahme von einigen wenigen Ländern. Das belegen die Zahlen über Wirtschaftswachstum, Export und Beschäftigung in der Euro-Zone leider sehr eindringlich. Es gäbe also viel zu tun, um Wunsch und Wirklichkeit einander näher zu bringen.

Verfolgt man die politischen Diskussionen, kommen jedoch starke Zweifel auf, ob die unter den Politikern der Euro-Zone so unterschiedlichen Vorstellungen unter einen Hut zu bringen sind, mit welchen Maßnahmen denn die Wirklichkeit verbessert und dem Wunschbild angenähert werden kann.

Die wirklich entscheidende Frage dabei ist, ob es Deutschland und Frankreich, den beiden größten Volkswirtschaften der Euro-Zone,  gelingt, einen gemeinsamen Nenner zu finden, auf dem eine wirklich attraktive Zukunft für die EU und die Euro-Zone aufgebaut werden kann. Gelingt das nicht, würde die Euro-Zone unweigerlich auseinander brechen.

Man darf getrost davon ausgehen, dass Angela Merkel und Francois Hollande das ganz genau wissen. Gerade deswegen kann ich es nicht verstehen,  dass fast ausschließlich über eine europäische Bankenunion, Bankenaufsicht und Einlagensicherung verhandelt wird. Das sind zweifelsfrei wichtige Vorhaben, die aber zur Lösung des Kernproblems der Euro-Zone, die mangelnde internationale Wettbewerbsfähigkeit, nur einen beschränkten Beitrag liefern können. Die Wettbewerbsfähigkeit Spaniens zum Beispiel wird sicherlich nicht dadurch gestärkt, wenn der ESM den maroden spanischen Banken direkt unter die Arme greifen kann.

Entscheidend ist vielmehr, welche Antworten die EU auf die Herausforderungen des globalen Wettbewerbs findet und da scheinen die Ansichten von Merkel und Hollande doch weit auseinander zu gehen.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

23.10.2012, 11:07 Uhr

"Frankreich und Deutschland müssen sich auf international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die Wirtschaft verständigen – sonst ist die Europäische Union zum Scheitern verurteilt. "

2012...AUFWACHEN....diese Union die nie eine war ist längst gescheitert!!! Diese Union wäre wunderbar und toll gewesen wenn man nicht versucht hätte alle in einen Topf zu werfen im Glauben es käme etwas neues tolles heraus...das Gegenteil ist der Fall......die Länder entfernen sich mehr und mehr voneinander und inzwischen ist einer nach dem anderen von der Pleite bedroht, die man noch immer geschickt über Marktverfälschungen vertuschen kann.

Ondoron

23.10.2012, 12:09 Uhr

Die Wahrheit ist einfach, daß die meisten anderen europäischen Volkswirtschaften in einer anderen Liga spielen. Wo gibt es solche Strukturen wie in Deutschland mit dem Mittelstand? Das sag ich nicht aus einer nationalistischen Perspektive, sondern einer ökonomischen!

Insbesondere Frankreich spielt nicht mit Deutschland in einer Liga - das ist die Lebenslüge der EU! Die EU war nur gegründet worden, damit Frankreichs Agrarindustrie mit deutschen Geldern gepäppelt wurde, und die Grande Nation nicht so schnell den Anschluß verliert.

Die EU mag gern auseinanderfallen. Jeder nach seiner Fasson. Kleinteilig ist besser als ein Monster! Krieg wird es deshalb nicht geben - jedenfalls werden die Deutschen niemanden angreifen. Bei den anderen bin ich mir nicht mehr so sicher!

Account gelöscht!

23.10.2012, 12:10 Uhr

Eher bekommt man den Hühnern beigebracht viereckige Eier zu legen als dass Süd-Europa mit Nord-Europa wirtschaftlich konkurrieren kann. Nein, wir sollen die Misswirtschaft und Ineffizienz in Süd-Europa auf ewig tragen, das ist nicht hinnehmbar ! Wir sind doch keine Idioten in Deutschland.

Mit dem Geld kauft sich die "EU" dann Opportunisten von denen sie gehuldigt und vertreten wird. Alles wird gekauft. Wer der "EU" dient wird mit Geld überschüttet.

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