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23.04.2013

09:46 Uhr

Walter direkt

Undemokratische Klassengesellschaft

VonHerbert Walter

Wir brauchen in der EU endlich faire gesetzliche Regeln, wie Bankengläubiger bei einer Bankpleite behandelt werden. Staaten, Notenbanken und andere Insider dürfen als Einleger nicht privilegiert werden.

Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Wer meint, die Konsequenzen der chaotischen Zypern-Rettung seien erkannt und daraus die notwendigen Schritte für die Euro-Zone abgeleitet, der irrt gewaltig. Nur eine Konsequenz der ganzen Malaise dürfte auch den Politikern klar sein: So wie in Zypern darf es kein zweites Mal laufen.

Zwei Punkte stehen dabei für mich im Fokus. Wir dürfen nicht zulassen, dass im Sanierungsfall Bankeinlagen höchst unterschiedlich behandelt werden und wir brauchen ein europäisches Sicherungssystem, das auch wirklich dem Schutz der Einleger verpflichtet ist.

Dass sich der Staat künftig bei der Lösung von Bankenkrisen soweit wie möglich heraushalten möchte, ist nachvollziehbar. Schließlich ist es auch seine Aufgabe, den Steuerzahler möglichst zu schonen. Dass aber monatelang öffentlich darüber diskutiert wird, ob und, wenn ja, welche Gläubiger, wie zur Bankenrettung herangezogen werden könnten, ist ein Unding.

Die Konsequenzen dieser unprofessionellen Diskussion kann man an den Geschäftszahlen der beiden zypriotischen Banken ablesen.  Seit 2011 wurden Milliarden Euro an Einlagen, Bankschuldverschreibungen und Anleihen von den beiden Instituten abgezogen. Diese Abgänge wurden durch massive Liquiditätshilfen der Europäischen Notenbank und der zypriotischen Zentralbank ausgeglichen.

Das ist absurd, denn letztlich wurde dadurch eine viel raschere Pleite der Banken verhindert. Man könnte so etwas also auch als staatlich subventionierte Insolvenzverschleppung bezeichnen. Anders gesagt: Eine stattliche Anzahl von Bankgläubigern, und das werden sicherlich nicht Kleinanleger gewesen sein,  konnte sich so vor einer Beteiligung an den Sanierungskosten drücken.

Kommentare (14)

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23.04.2013, 09:50 Uhr

Wir brauchen überhaupt keine EU.

Gast

23.04.2013, 09:54 Uhr

Was wir eigentlich brauchen ist ein völlig neues System um die Menschen auf der Welt leben lassen zu können. Alles bisher dagewesene ist komplett ungeeignet, gewesen oder geworden.

Elemente, von Finanz, über Politik bis Religion, die diesem mit aller Macht entgegenstehen würden machen die Sache natürlich unmöglich. Ein besonnenes, auf gesundem Menschenverstand basierendes Miteinander, bei dem das Wichtigste das wir haben, der Lebenszweck Nachwuchs, auch als solches behandelt wird, wird es wohl so schnell nicht geben.

Vielleicht bin ich auch nur irre.

Mazi

23.04.2013, 09:57 Uhr

Das ist Herr Walter wie ich ihn kenne und nicht als einer in diesen Drückerkolonnen!

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