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17.07.2015

18:20 Uhr

Was vom Tage bleibt

14 Millionen Kisten Bier zu wenig

VonMartin Dowideit

Brauer, Bank und Bundeskanzlerin: Alle haben heute keinen rechten Grund zur Freude. Die ersten plagt der Bierabsatz, die zweite die Bafin, die dritte der Bundestag. Ein Blick zurück auf den Tag der B's.

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Was vom Tage bleibt

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Deutsche Bank fällt durch den Tüv

Es hätte so schön sein können: Die Deutsche Bank hievt einen neuen Chef auf den Posten und die lästige Vergangenheit rund um Zins-Manipulationen („Libor-Skandal“) ist endlich ad acta gelegt. Doch weit gefehlt: Zwar ist Vorstandschef John Cryan unbelastet und wird auch im Libor-Report der Finanzaufsichtsbehörde Bafin nicht erwähnt. Doch für Aufsichtsratschef Paul Achleitner – ebenfalls nicht erwähnt – ist der Bericht ein ernstes Problem. Denn die Vorwürfe, bei der Aufklärung der Skandale nicht genug geholfen zu haben, sind ein indirekter Angriff auf Achleitner.

119 mal „Oxi“

Der Bundestag hat heute abgestimmt, ob Finanzminister Wolfgang Schäuble die Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket für Griechenland aufnehmen darf. Eine breite Mehrheit stimmte dafür. Aber es gab auch 119 Nein-Stimmen. Allein in der CDU/CSU-Fraktion votierten 60 Abgeordnete dagegen – ein Dämpfer für Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nicht abgestimmt hat übrigens Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Er weilte auf Kuba – immerhin nicht, um Urlaub zu machen. Man kann sich schließlich nicht gleichzeitig um alle linken Regierungen der Welt kümmern.

Eine Kündigung mit britischem Humor

Der Chef der britischen Finanzaufsicht FCA, Martin Weatley, soll dem Finanzminister des Landes zu streng mit Banken ins Gericht gegangen zu sein. Also setzte Regierungsmitglied George Osborne den Kritisierten vor die Tür. Mit einer überraschenden Dialektik: Wheatley habe einen „brillianten“ Job gemacht, so Osborne. Doch jetzt sei ein Manager mit anderen Qualifikationen gefragt. Will heißen: Ein Manager, der nicht gegen Banken „zuerst schießen“ und dann Fragen stellen wolle, wie Weatley einmal gesagt hatte. Ein Tiger ist vom Großwildjäger erlegt worden.

Das Land der Nicht-Trinker

Bier-Brauer müssen sich an den Kopf fassen. Im vergangenen Frühsommer griffen die Deutschen dank Fußball-Weltmeisterschaft gerne zum Bier, die Welt war in Ordnung. Doch 2015 war im ersten Halbjahr nicht nur das Wetter meist bescheiden, auch die Sonderkonjunktur durch das Sportereignis fiel weg. Veltins-Marketing-Chef Volker Kuhl fasst für sein Unternehmen zusammen: „Im ersten Halbjahr sind 14 Millionen Kästen Bier nicht getrunken worden.“ Auf den Schreck gönne ich mir am Wochenende ein Bierchen, versprochen, Herr Kuhl.

Ein schönes Wochenende wünscht

Martin Dowideit

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