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10.02.2014

18:50 Uhr

Was vom Tage bleibt

148 Prozent stimmen für Herrn Meyer

VonOliver Stock

Der ADAC schmeißt seinen Präsidenten raus und die Schweizer ihre Zuwanderer. Der Bitcoin fährt Achterbahn. Berggruen ist vergesslich und „Windwärts“ steckt in der Insolvenz. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Tschüss, Herr Meyer!

ADAC-Präsident Peter Meyer ist heute zurückgetreten und damit seiner Suspendierung zuvor gekommen. Kontrolleure hatten vorher festgestellt, dass alles richtig ist, was dem ADAC nachgesagt wurde. Ja, er hat die Auto-Besten-Listen manipuliert. Und ja, er hat damit bei seinen Mitgliedern und bei den Autoherstellern alles Vertrauen verspielt. Was bleibt ist Galgenhumor: Angeblich haben Meyer in internen Befragungen 148 Prozent der Mitarbeiter das Vertrauen ausgesprochen. Darauf ist er dann gegangen.

Schweizer Bärendienst

Wer je in den Schweizer Bergen gelebt hat, weiß, wie sehr sie einen beeinflussen: Sie behüten einen, sie verstellen einem aber auch die Sicht. Nur die Ausgeruhten kommen bis ganz nach oben und sehen klar. Die Müden bleiben in den Wolken stecken und sagen denen, die unten bleiben, es lohne sich gar nicht erst, hinaufzuklettern. In den Bergen lebt angeblich auch der eine oder andere Bär und damit das Tier, das der Fabel nach, einmal in durchaus guter Absicht einen Stein auf eine Fliege geworfen hat, die sich auf dem Gesicht eines Freundes befand. Die Diagnose danach: Fliege vertrieben, Freund tot. Einen solchen Bärendienst haben sich die behüteten Eidgenossen jetzt erwiesen, in dem sie die Zuwanderung aus ihren Nachbarländern begrenzen.

Der Bitcoin kratzt die Kurve

Mit dem Bitcoin ist es wie mit der Achterbahn: Sein Kurs geht steil rauf und steil runter. Heute Mittag brach die künstliche Währung beispielsweise um 21 Prozent ein, um sich Stunden später fast ganz zu erholen. Während Achterbahn-Piloten aber ziemlich sicher darauf vertrauen können, dass sie heil rauskommen, können Bitcoin-Anleger da nicht so sicher sein. Möglicherweise fliegt die Währung doch noch aus der Kurve. Dann heißt das Ergebnis: Totalschaden.

Ein nicht-normaler Investor

Knapp vier Jahre nach der Übernahme von Karstadt hat Eigentümer Nicolas Berggruen ein trauriges Interview gegeben: „Die Häuser, die wir saniert haben, funktionieren nicht besser als die Häuser, die wir nicht saniert haben“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Auch seine persönliche Rolle beurteilt Berggruen kritisch. „Ich war nicht klar genug und als Geschäftsmann zu weich“. Damals sei es ihm „moralisch wichtig“ gewesen, kein Kaufhaus zu schließen und alle Mitarbeiter zu behalten. „Ein normaler Investor hätte sich ganz anders benommen, viel härter, er hätte einen Teil der Läden geschlossen oder verkauft. Oder er hätte gefragt: Braucht man so viele Mitarbeiter?“ Bleibt hinzuzufügen: Ein normaler Investor hätte vor allem eines gemacht - investiert. Das hat Berggruen vergessen.

Pleite durch brütenden Milan

Schuld ist auch der rote Milan: Er brütete in der Nähe der Windmühle des Energieerzeugers Windwärts, der darauf seine Anlage nicht in Betrieb nehmen konnte. Das Nest und anderes Ungemach führen jetzt dazu, dass Windwärts in der Insolvenz steckt und 1600 Privatanleger um ihre knapp 19 Millionen Euro bangen, die sie dem Unternehmen geliehen haben. Erst Prokon, jetzt Windwärts: Nachdem bei den Solaranlagenherstellern das Licht verlöscht, geht jetzt den Windkrafterzeugern die Puste aus.

Einen windstillen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (7)

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TribunalPopular

10.02.2014, 19:05 Uhr

Herrn Stock haben wir schon mal auf unser Radar genommen, denn er scheint jemand zu sein, der sich ausserordentliche Mühe gibt, den Vorgaben der Matrix in ALLEN Punkten und auf allen Gebieten zu entsprechen und das Volk nach Strich und Faden nach ihren Vorgaben zu manipulieren!
Wir sind sicher, dass solche Menschen eines Tages zur Rechenschaft gezogen werden müssen!
The Frog, www.tribunal-popular.eu

Account gelöscht!

10.02.2014, 19:48 Uhr

Die Schweizer haben sich vernünftig entschieden. Der Bundesrat hat nun 3 Jahre Zeit das entsprechende Votum mit der EU in ein Gesetz zu gießen. Hoffentlich gibt es die EU und den EURO Währungsraum in drei Jahren überhaupt noch. Ansonsten handelt es sich auch nicht um Abschottung, sondern um kontollierte Einwanderung über Kontingente. Es ist klar das auch die Schweiz keine Heerscharen von Deutschen Akademikern aufnehmen kann, die vor den hohen Steuern und noch höheren Sozialabgaben eines unersättlichen Staates fliehen. Tja, dass Zeitfenster schliesst sich nun langsam und bald müssen die Leute in Deutschland bleiben und sich dort gnadenlos ausnehmen lassen. Immer mehr arbeiten für immer weniger Kaufkraft. Es gibt nur wenig Völker auf der Welt, die sich so schon ausnehmen lassen, wie die Deutschen und auch noch stolz darauf sind ihre erarbeitetes Geld und ihre Ersparnisse in einem undemokratischen Projekt wie die EU zu versenken. Aber einen dummen muss es ja geben.

Account gelöscht!

10.02.2014, 19:56 Uhr

Herr Stock, ich vermisse im Übrigen einen Beitrag des Handelsblatts zu den Kursverlusten bei Gold- und Silberminen Aktien in den vergangenen Wochen. Bitte schreiben sie doch etwas zu diesen sinnlosen Investitionen. Der DAX hat seit Jahresanfang ja auch eine Super-Performance hingelegt.

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