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21.09.2015

19:35 Uhr

Was vom Tage bleibt

17.000.000.000 Euro

VonOliver Stock

VW wird selbst ein Verbrennungsmotor: 17 Milliarden Euro Börsenwert hat der Konzern heute verbrannt. Kann Winterkorn bleiben? In Griechenland blieben die meisten Wähler zu Hause. Was heute wichtig ist, lesen Sie hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser!

Verbrennungsmotor

Wie viel Geld muss ein Konzernchef verbrennen, bevor er als Konzernchef untragbar wird? Diese Frage geben wir an Herrn Winterkorn weiter, unter dessen Ägide heute bei VW 17 Milliarden Euro an Börsenwert verschwunden sind. Das Wort „Verbrennungsmotor“ bekommt da eine völlig neue Bedeutung. Winterkorns Problem: VW hat die Abgaswerte seiner Diesel-Autos in den USA manipuliert. Das geschah zwar zu einer Zeit, als Winterkorn Audi-Chef war, aber der Tatbestand ist so ungeheuerlich, dass er ihm seither nicht entgangen sein kann. Wenn doch, hat er die Augen verschlossen. So oder so: Es wird schwer für Winterkorn, die Rolle des obersten Aufsehers zu behalten und nicht in die Rolle des Ersten, der zurücktritt, zu verfallen.

Angebot für Aktionäre

Während bei VW die Aktionäre fliehen, macht sich Schaeffler auf den Weg, welche zu finden. Maria-Elisabeth Schaeffler will die Aktien des Autozulieferers Profi-Investoren anbieten und sorgt damit für Jubelstimmung unter den Investmentbankern. Sie sind sowieso in Goldgräberstimmung. Fast täglich kündigen sich derzeit milliardenschwere Börsengänge für den deutschen Markt an. Nach der Bayer-Kunststoff-Sparte Covestro und dem Internet-Portal Scout24 nun Schaeffler: Immerhin haben die VW-Aktionäre Ausweichmöglichkeiten.

Dislike

Die größte Partei in Griechenland, wo an sich Wahlpflicht herrscht, ist die der Nicht-Wähler: 45 Prozent sind zu Hause geblieben, weil sie in Wahrheit nur die Wahl hatten zwischen der Umsetzung des Rettungsprogramms unter Tsipras oder der Umsetzung des gleichen Rettungsprogramms unter seinen Konkurrenten. Die Stimmung hat ein Karikaturist so auf den Punkt gebracht: Zwei Jugendliche lehnen an einem Baum, weit weg von jeglichem Wahllokal. „Wann gehen wir denn wählen?“, Antwort: „Wenn sie Dislike einführen.“

Effizienz nach Weises Art

Unter Frank-Jürgen Weise, dem Chef der Bundesagentur für Arbeit, hat sich die Arbeitslosigkeit halbiert. Weise ist jetzt der Mann, der das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge führen soll. Weil schon die erste Halbierung nicht Weises Verdienst war, darf er hoffen, dass ihm niemand einen Strick daraus dreht, wenn es an der neuen Wirkungsstätte so auch nicht klappt.

Ungerecht

Apple ist Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. In mehreren Apps haben Sicherheitsfirmen eine Schadsoftware entdeckt, die jedes Elektrohirn durcheinanderbringt. Apple lässt Anwendungen auf seine Geräte grundsätzlich nur aus dem hauseigenen App-Store laden. Dank der Kontrollen des Konzerns sollen die Nutzer, die im Apple-System bleiben, sich auf die Sicherheit der Apps verlassen können. Während bei VW der Ruf der Sauberkeit dahin ist, ist es bei Apple der Ruf der Sicherheit. Der ungerechte Unterschied: Ganz Amerika empört sich über VW, aber nur ganz wenige über Apple.

Einen gerechteren Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Herr Walter Schimpf

21.09.2015, 20:41 Uhr

Ah, das ist das Bild, das ich seit einiger Zeit so vermisst hatte!

Der Olli Stock sitzt lässig vor der SkyLine und erklärt uns einfachen Gemütern mal wieder die große weite Welt...!

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