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19.07.2012

18:02 Uhr

Was vom Tage bleibt

50 Cent gegen Spanien

VonMartin Dowideit

Es gibt sie, die breiten Mehrheiten gegen Spanien-Hilfen - allerdings nicht im Bundestag. Bei Nokia ist es zappenduster, Schlecker schuldet bis zu eine Milliarde Euro und Opel ist jetzt erste Liga. Der Tagesrückblick.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Guten Abend,

Spanien und die Mehrheiten

Als der Fernsehsender n-tv heute von der Bundestagsdebatte über die Finanzhilfen für Spanien berichtete, wurde eine Umfrage eingeblendet. Satte 94 Prozent der Zuschauer seien gegen weitere Unterstützung der Südländer, so das Zwischenergebnis. Mindestens 50 Cent pro Anruf kostete diese Meinungskundgebung. Das Geld wäre in einer Spanien-Rettung sicherlich besser angelegt gewesen. Im Bundestag war das Bild sowieso umgekehrt: Eine breite Mehrheit stimmte für die Milliardenstütze zur Stabilisierung des spanischen Bankensystems. Ein großer Eklat blieb aus - und das war gut so.

Schleckers offene Rechnungen

Der Insolvenzverwalter des Schlecker-Imperiums hat abgerechnet: Insgesamt eine Milliarde Euro fordern Gläubiger aus der Insolvenzmasse. Zu welcher Quote diese Forderungen erfüllt werden, ist ungewiss. Im getrennten Verfahren rund um die Tochter IhrPlatz gibt es zumindest einen Lichtblick. Ein zweites Filial-Paket ist verkauft worden - an den österreichischen Betreiber der Discount-Ketten Pfennigpfeiffer und Mäc Geiz. Dass jemand, der Geschäfte mit solchen Namen betreibt, sich in Insolvenzmassen umschaut, erschließt sich schnell.

Nokia meldet SOS

Ein Retter muss her, das scheint angesichts der Geschäftsentwicklung beim Handy-Hersteller Nokia immer wahrscheinlicher. Satte 1,4 Milliarden Euro Verlust hat der Konzern in drei Monaten eingefahren, der Umsatz fiel um beinahe 20 Prozent. Microsoft hat bereits eine Allianz mit den Finnen besiegelt und könnte als Retter in Frage kommen. Doch ist es wirklich schlau, in ein fallendes Messer zu greifen?

Frontenwechsel à la VW

Die Nähe von Betriebsrat zu Management hat für Volkswagen schon hässliche Schlagzeilen produziert. Lustreisen des Betriebsrats waren vom Konzern bezahlt worden, eine Hand wusch die andere. Dass jetzt der Sprecher des VW-Betriebsrats in das Salzburger Büro des Autokonzerns wechselt und dort künftig für Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch arbeiten wird, ist also kaum eine Überraschung. Nur bei jedem anderen Unternehmen sähe das anders aus.

Opel Borussia

Für einen kurzen Moment konnte sich heute der neue Opel-Chef Thomas Sedran im Erfolg sonnen. In der neuen Saison unterstützt der Autohersteller das Meisterteam von Borussia Dortmund. Für ein Trikot-Sponsoring hat es wohl nicht gelangt angesichts anhaltend roter Zahlen. Aber immerhin sollen die Dortmunder Spieler künftig in Opels zum Training fahren. Aber schon andere Sponsoren mussten die traurige Erfahrung machen, dass viele Spieler und Trainer lieber auf andere Fahrzeuge als die „Hausmarke“ setzen. Lukas Podolski wurde beim 1.FC Köln jedenfalls selten in einem Ford gesichtet.

Ihr

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

19.07.2012, 19:01 Uhr

Ich hätte Analyst werden sollen. Die Pleite von RIM und Nokia habe ich vor zwei Jahren exakt für diesen Zeitraum vorhergesagt.

Account gelöscht!

19.07.2012, 19:09 Uhr

Seit wann sind 94% eine Minderheit?

Ethan

19.07.2012, 19:50 Uhr

"Mindestens 50 Cent pro Anruf kostete diese Meinungskundgebung. Das Geld wäre in einer Spanien-Rettung sicherlich besser angelegt gewesen."

Sorry aber ein Kommentar von derartig dümmlicher Arroganz und Überheblichkeit ist wirklich nur bei Euromantikern zu finden.

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