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19.05.2015

19:12 Uhr

Was vom Tage bleibt

AfD – am Ende wird's schmutzig

VonOliver Stock

In der AfD sperren sich die Funktionäre gegenseitig den Mailzugang. Airbus kämpft um seinen Ruf. Die Deutsche Bank schüttelt ihren Vorstand durch. Und Köln vergeht das Lachen – das brachte der Tag.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Abgeschnitten

In der Alternative für Deutschland möchten Sie nicht sein. Sie könnten dann nämlich beispielsweise nicht diese Zeilen als Mail lesen. Der Grund: Das AFD-Führungspersonal ist derart zerstritten, dass es sich jetzt gegenseitig den Mailzugang gesperrt hat. Wenige Stunden jedenfalls nachdem der liberale Flügel um den Parteivorsitzenden Bernd Lucke eine Kampagne gegen rechtsnationale Kräfte in der AfD gestartet hatte, ließen die Co-Vorsitzenden Frauke Petry und Konrad Adam Luckes Zugang zum Mail-Verteiler der Partei sperren. Als sich Lucke daraufhin beim Administrator der AfD beschwerte, blockierte dieser bis auf weiteres für alle den Zugriff auf die Mitglieder-Datenbank. Wahrscheinlich schreiben die Parteimitglieder sich seit heute Mittag wieder Briefe. Der preußisch-deutsche Flügel könnte dazu ja auf Sütterlinschrift zurückgreifen.

Tödliche Schluderei

Der Militärtransport A400M ist wahrscheinlich deswegen abgestürzt, weil im Airbus-Werk in Sevilla geschludert wurde. Die Software zur Steuerung der Triebwerke sei womöglich fehlerhaft aufgespielt worden, räumt Airbus ein. Am Ende sind dadurch drei der vier Triebwerke ausgefallen, die Maschine stürzte ab und vier Menschen verloren ihr Leben. Airbus verschickt nun an seine Kunden eine „dringliche technische Empfehlung“. Darin werden sie aufgefordert, vor jedem Flug die Software der Triebwerke zu überprüfen – das ist in etwa so, als müssten wir vor jeder Autofahrt kontrollieren, ob die Radmuttern noch fest angezogen sind. Der ADAC könnte gar nicht so viel mogeln, damit so ein Auto in der Verkaufsstatistik vorne liegt, womit klar ist: Airbus hat das nächste ernste Problem.

Bonus mit Folgen

Christian Bittar ist ein außergewöhnlicher Mann: Der ehemalige Londoner Händler der Deutschen Bank kassierte einst einen Bonus von 90 Millionen Pfund. Dann kam heraus, dass er gemeinsam mit anderen Händlern die Zinsen manipuliert hatte, weswegen seine Bank, die Deutsche Bank, jetzt 227 Millionen Pfund Strafe zahlen muss. Manche Menschen hätten nun die Nase voll und ihre verbliebenen Millionen beispielsweise auf einer unbekannten Insel für Kokos-Wodka-Cocktails ausgegeben. Bittar ist anders. Er klagt gegen die Ermittler, weil sie Unterlagen veröffentlicht haben, die ihn als einen der Schuldigen identifizieren. Zumindest bestätigt Bittar jetzt den Volksmund: Geld macht nicht glücklich.

Nach Neske

Die neue Strategie der Deutschen Bank hat erste Konsequenzen für die Führungsspitze des Geldhauses. Rainer Neske, Chef des Privat- und Firmenkundengeschäfts der Deutschen Bank, wird das Institut verlassen. Er galt zuletzt als Gegner des Investmentbankers und Co-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain. Ob Neskes Abgang Jains Stellung und die der anderen Vorstandsmitglieder festigt, können Aktionäre bei der Hauptversammlung der Bank am Donnerstag erfragen. Bisher deutet nichts darauf hin.

Alaaf!

Die rot-grüne Mehrheit im Kölner Stadtrat ist Vergangenenheit, weil ein Jahr nach der Kommunalwahl die Stimmzettel neu gezählt werden mussten. Ergebnis: Es wurden bei der Wahl fälschlich CDU-Stimmen für die SPD gewertet. Nun verliert die SPD ein Mandat – und ausgerechnet SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Jochen Ott fliegt aus dem Rat. Die SPD in Köln und auch auf Landesebene in Nordrhein-Westfalen hatte vehement gegen die erneute Auszählung der Wählerstimmen gekämpft. Jetzt wissen alle warum. Das Schöne an Köln ist: Die närrische Zeit endet dort niemals am Aschermittwoch.

Einen jecken Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Herr Helmut Paulsen

19.05.2015, 19:27 Uhr


Herr Stock, wenn es modern ist in Deutschland ausgeschnüffelt, belogen, ferngesteuert und überflutet zu sein mit sogenannten Hunderttausenden Armutsmigranten - dann bin ich lieber von gestern. !!!

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