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26.02.2014

19:10 Uhr

Was vom Tage bleibt

„Alle Panzer werden schießen“

VonOliver Stock

Russland rasselt an der ukrainischen Grenze mit dem Säbel. Brüssel ist nicht Weimar. In der Allianz ist die Nachfolgedebatte eröffnet. Und Handelsblatt Online verändert seine Kommentarfunktion. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Bellende Hunde

Die olympischen Winterspiele sind vorbei und damit läuft offenbar auch so etwas wie eine Friedenspflicht für den russischen Präsidenten aus. Jedenfalls hat Wladimir Putin heute eine große Militärübung im Zentrum und im Westen des Landes angeordnet. Mit dem Manöver soll die Gefechtsbereitschaft der Streitkräfte in Krisensituationen getestet werden, sagte Putins Verteidigungsminister. Es wird geprüft, ob 150.000 Soldaten verschiedener Waffengattungen, 90 Flugzeuge, 120 Hubschrauber sowie 880 Panzer, 1200 Einheiten Militärtechnik und 90 Schiffe einsatzbereit sind. „Alle Panzer werden schießen, alle Flugzeuge werden im Kampfmodus fliegen“, sagte Verteidigungsminister Schoigu. Geprüft wird damit auch, wie nervenstark die Ukraine und der Westen sind. Glauben wir, dass Hunde, die bellen nicht beißen?

Brüssel ist nicht Weimar

Bei Europawahlen gilt in Deutschland künftig keine Drei-Prozent-Klausel mehr. Das haben die Karlsruher Richter heute entscheiden. Wird Brüssel nun Weimar? Nein. Das liegt allerdings nichts daran, dass es hier wie dort nicht unübersichtlich zugeht. Es liegt viel mehr daran, dass die Republik von Weimar und ihre Volksvertretung so konstruiert war, dass es möglich war, ein ganzes Land zu ruinieren. Diese Macht hat das Parlament von Brüssel nicht. Seit heute wissen wir: Das ist gut so.

Wettrennen bei der Allianz

Markus Rieß kennt das deutsche Versicherungsgeschäft der Allianz wie seine Westentasche. Seit mehr als sechs Jahren sitzt er im Vorstand des deutschen Konzernteils, der Allianz Deutschland AG. Sein Arbeitspensum gilt im Unternehmen als legendär, seine Auffassungsgabe wird gerühmt. Rieß hat eine Chance, ganz nach oben, an die Spitze des weltweit tätigen Versicherungskonzerns zu rücken. Seinem Karriereziel könnte Rieß schon bald näher kommen. Denn die Allianz plant die Nachfolge des Vorstandsvorsitzenden Michael Diekmann. Um sein Ziel zu erreichen, braucht Rieß eine gute Bilanz. Vor allem die wäre ein überzeugendes Argument, den Gegenkandidaten ins Abseits zu stellen: Oliver Bäte – ein Seiteneinsteiger, der 15 Jahre für das Beratungsunternehmen McKinsey gearbeitet hat. Bäte wurde 2008 direkt in den Holding-Vorstand der Allianz geholt. Nach einem Intermezzo als Finanzvorstand führt er seit gut einem Jahr das Versicherungsgeschäft in West- und Südeuropa. Das Rennen um die Diekmann-Nachfolge ist eröffnet. Wer vorne liegt, erfahren wir morgen, wenn die Allianz ihre Zahlen vorlegt.

Gehört wird, was sich gehört

In der Schule steht der Lehrer nicht mehr vorne und hält Monologe, sondern er steht mittendrin und leitet das Gespräch. Überall werden wir nach unserer Meinung gefragt. Selbst jenes Hotel, in dem ich neulich zum ersten Mal übernachtete, wollte eine Woche später per Mail von mir wissen, ob ich gut geträumt hatte. Wir leben in einer interaktiven Welt, das Internet hat diese Entwicklung beschleunigt – es hat sie aber auch ad absurdum geführt. Viele Kommentatoren glauben: Gehört wird nur, was sich nicht gehört. Der eine verunglimpft den anderen, die Gürtellinie ist nach unten gerutscht. Diese Entwicklung wollen wir aufhalten. Wir bei Handelsblatt Online wollen, dass das Internet eine seiner wichtigsten Errungenschaften – nämlich die Möglichkeit mit der Welt ins Gespräch zu kommen – behält und ausbaut. Wir wollen den Austausch auf Augenhöhe, das bestechende Argument und auch die gekonnte Polemik. Aber: Wir sagen, wer wir sind und unsere Leser künftig auch. Das anonyme Zitieren wollen wir beenden. Alle Leserinnen und Lesern sind uns als Kommentatoren willkommen, die sich mit ihrem Namen für die Diskussionsforen auf Handelsblatt Online anmelden. Demokratie und Meinungsfreiheit brauchen Offenheit und Toleranz. Wir glauben, dass Ihre Meinung so an Gewicht gewinnt.

Einen dialogfreudigen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (8)

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undertaker

26.02.2014, 19:45 Uhr

Das Beispiel aus der Hundewelt ist ziemlich naiv.
Die Lametta-Nato sollte sich besser nicht zu weit an die Höhle des Bären wagen, der könnte ganz schnell aufwachen ...

Account gelöscht!

26.02.2014, 19:48 Uhr

"Gehört, was sich gehört"
Volle Zustimmung. Beleidigungen und persönliche Anfechtungen müssen vermieden werden.
Zugelassen werden sollte aber auch mal die eine oder andere, durchaus drastische Formulierung. Auch das gehört mal zur Diskussion, wenn es nicht Überhand nimmt.
HBonline: Weiter so. Die Vielfalt ist stimmig.

werner

26.02.2014, 20:07 Uhr

sehr geehrter herr stock.sie hatten ihre arbeit in der leitung das handelsblattes aufgenommen mit der staerkung der demokratie durch kommentare. sie koennen sagen das war der richtige weg,nn kommentare bringen leser,und das kostenfrei fuer ihr haus. (...) Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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