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22.10.2014

19:17 Uhr

Was vom Tage bleibt

Alles schaut auf die Banken

VonStefan Menzel

Die Geldbranche wartet auf den Stresstest, ein Airbag-Skandal erschüttert die Autobranche. Deutschland erhält Streicheleinheiten, Daimler zieht sich bei Tesla zurück und die Bayern kaufen wieder ein. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Im Stress

Bis Sonntag haben die Banken noch Zeit, dann wird die EZB die Ergebnisse des neuesten Stresstestes veröffentlichen. Bislang gibt es nur die ersten Spekulationen, aber von den gut 120 durchleuchteten europäischen Großbanken dürften etwa zehn Prozent durch das Prüfraster fallen. Echte Überraschungen wird es wahrscheinlich nicht geben, die Problemkandidaten aus der Euro-Zone sind im Großen und Ganzen bekannt. Von einem Test auf Herz und Nieren kann also auch in diesem Fall nicht die Rede sein. Die Glaubwürdigkeit, dass wirklich alle Banken dauerhaft überlebensfähig sind, müssen sich die Geldhäuser erst noch erarbeiten.

Skandal mit der Sicherheit

Takata dürfte den meisten Menschen hierzulande kein Begriff sein. In der Automobilindustrie sieht das schon ganz anders aus. Die Japaner zählen zu den großen Zulieferern, besonders spezialisiert auf Airbags. Takata könnte allerdings bald in aller Munde sein: Weil die Airbags der Japaner als unsicher gelten. In den USA entwickelt sich schon eine Welle der Empörung, weil fast alle großen Hersteller zu den Takata-Kunden gehören und die Autos wegen fehlerhafter Airbags millionenfach in die Werkstätten rufen. Europäische Autohersteller zählen im Übrigen auch zu den Takata-Abnehmern. Der weltweiten Aufregung dürfen sich die Japaner bald gewiss sein, so geht Sicherheit im Auto nicht.

Verbündete

Deutschland hat in den vergangenen Wochen kräftig Prügel bezogen – von den Nachbarländern wie Frankreich oder auch aus den USA. Die Bundesrepublik, allen voran der Staat, müsse endlich mehr Geld ausgeben, damit die lahme Konjunktur in Europa wieder in Gang kommt. In einer bemerkenswerten Studie schreibt nun die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor’s, dass ein staatliches Konjunkturprogramm aus Deutschland Europa eben nicht anschieben kann. Vielleicht hätten die Deutschland-Kritiker doch erst die Empfehlungen der Ratingagentur lesen sollen.

Rückzug

Der Daimler-Konzern verkauft seine Beteiligung am US-Elektroautohersteller Tesla. Eine echte Überraschung, verkaufen die Stuttgarter damit nicht die Zukunft? Ganz so unbedarft ist die Mutter von Mercedes-Benz natürlich nicht, hinter dem Rückzug bei Tesla steckt dann doch eine neue Strategie. Die Schwaben glauben, dass sie künftig zu wenig Einfluss bei Tesla haben werden und wollen die Entwicklung von Elektroautos deshalb in die eigenen Hände nehmen. Daimler verspielt die eigene Zukunft also doch nicht, zum Glück gibt es keinen Grund zur Sorge.

Monopol

Die deutsche Fußball-Bundesliga dürfte in den kommenden Jahren zu einer ziemlich langweiligen Veranstaltung werden. Marktführer FC Bayern München wird sich auf absehbare Zeit auch den nächsten Weltklassespieler vom Liga-Konkurrenten Borussia Dortmund holen, nämlich Marco Reus. Die Münchener haben die Taschen voller Geld und können sich natürlich fast jeden beliebigen Spieler dieser Welt kaufen. Sie schneiden sich aber ins eigene Fleisch, wenn sie die Konkurrenten in der Bundesliga mit ihren Einkäufen endgültig zu Statisten degradieren wollen. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen einen Kauf von Reus dann doch noch einmal überlegen. Eine Bundesliga nur mit Bayern verliert gewaltig an Attraktivität.

Den Fußball-Fans heute viel Spaß mit der Champions League, den anderen einfach einen schönen Abend. Es grüßt Sie herzlichst

Stefan Menzel

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