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08.11.2012

18:53 Uhr

Was vom Tage bleibt

Altmaier schlägt Raab...

VonOliver Stock

... einen Wunsch ab und kommt nicht zu dessen Show. Martin Blessing studiert wieder neue Straßenkarten und Peter Löscher gibt den harten Sanierer. Der Tageskommentar.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Ohne Navi
Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Navi und einer Straßenkarte? Ein gutes Navi merkt sich die Baustellen und Staus. Das schafft keine Straßenkarte. Dennoch fährt Martin Blessing, Chef der Commerzbank, seine Bank nach Straßenkarte. „Roadmap“, sagt er dazu. Und es passiert, was passieren muss: Blessing kracht von einer Baustelle in die nächste. Keine war eingezeichnet. Die Euro-Krise stand nicht auf seiner „Roadmap 2012“, in der er für dieses Jahr vier Milliarden Euro Gewinn vorhersagte. 78 Millionen sind es im dritten Quartal geworden. Jetzt hat Blessing an einer „Roadmap 2016“ gearbeitet. Es ist wieder eine Straßenkarte mit Milliarden-Zielen. Herrjeh, wann kauft sich der Mensch endlich ein Navi?

Wasser marsch
Peter Löscher ist da anderes. Manche haben ihm schon Führungsschwäche vorgeworfen. Die Margen erodierten, die Probleme häuften sich. Löscher steigt also auf die Bremse. Sechs Milliarden will er sparen. Das hat fast schäublesche Dimensionen. Sein wichtigster Schritt: Verlustbringer sollen nicht mehr mitgeschleppt werden. Also verkündet Löscher den Ausstieg aus der Solarenergie und er streicht die Wasseraktivitäten. Dies ist das Eingeständnis eines Scheiterns, denn beide Geschäftsfelder waren erst vor einigen Jahren durch Zukäufe aufgebaut worden. Und es steckt die feste Absicht dahinter, die Erfolge dieser Strategie noch selbst einfahren zu können. Dass ein Nachfolger vielleicht einen Konzern vorfindet, der bei Zukunftstechnologien blank ist, stört Löscher nicht.

Chinesischer Musterknabe
Was für ein Unterschied: Obama gegen Romney war ein Krimi. Die Inthronisierung eines anderen großen politischen Führers glich dagegen heute dem Testbild im Fernsehen. Li Keqiang, 57 Jahre alt, hat heute das Amt des Premierministers der Volksrepublik China übernommen. Er war schon als Student ein Musterknabe. „Li Keqiang ist mal wieder ehrgeiziger als alle anderen“, schrieb sein Kommilitone He Qinhua im Jahr 1980 in sein Tagebuch. Inzwischen haben die beiden Männer veritable Karrieren hingelegt. He Qinhua ist heute Präsident einer renommierten rechtswissenschaftlichen Hochschule in Schanghai. Der Ehrgeizling ist nun Staatschef. Vielleicht ist er ja ein Krimi-Fan. Dann gäbe es eine Chance, dass er so etwas spannendes wie mehr Demokratie ausprobiert.

Einsatzbereite Kavallerie
Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt gegen Mitarbeiter der deutschen Niederlassung der Großbank UBS wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Der Fall ist neu. Die Sache aber ist uralt. Schweizer Banken helfen Deutschen beim kreativen Steuersparen. Solange sie das nicht ändern, wird Kanzlerkandidat Steinbrück die Kavallerie gesattelt halten.

Raab ohne Altmaier
Es ist eben blöd, wenn Politik statt im Parlament in Talkshows gemacht wird. Beim Parlament wusste man wenigstens, wer auf die Vorder- und wer auf die Hinterbank gehört. Bei den Talkshows ist das nicht so sicher. Ganz unsicher ist da noch Peter Altmaier. Der Umweltminister hatte eigentlich zum Talk mit Stefan Raab zugesagt. Jetzt kommt er doch nicht. Hintergrund ist die Ausladung des Grünen-Fraktionsgeschäftsführers Volker Beck aus der Sendung. In der Handelsblatt Online vorliegenden Absage-Mail heißt es dazu: „Nach den unzutreffenden Darstellungen der letzten Tage, wonach Herr Altmaier angeblich auf der Ausladung eines der Teilnehmer bestanden hätte, sehen wir zu unserem Bedauern keine Basis mehr für eine Teilnahme an dieser Sendung.“ Bedauert sonst noch jemand die Absage?

Einen heiteren Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

09.11.2012, 01:11 Uhr

Löscher ist und bleibt ein Hasenfuss. Er hat Angst, ist Getriebener der Finanzmärkte - aber ganz mit Sicherheit kein Unternehmer, der wagt und gewinnt.

Er kann nur eines: Volle Attacke rückwärts.

'Gesundschrumpfen' klingt da schon mehr als schmeichelhaft.


Konzeptloses, Angstzerfressenes Rumlavieren, womit er eine Deutsche Industrieikone mit Weltrang mehr und mehr in die zweite Liga bugsiert.

So ein Schisser, echt war.

WO BLEIBEN DENN MAL EXPANSIONSPLÄNE??? ÜBERNAHMEN?? WACHSTUM??

GE rennt denen die Hütte weg, peinlich mann.

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