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13.07.2012

18:03 Uhr

Was vom Tage bleibt

An der Teflon-Kanzlerin perlt alles ab

VonMartin Dowideit

Das Wort von Kurzarbeit macht wieder die Runde in Deutschland, 4,4 verspekulierte Milliarden Dollar muss zumindest ein Banker nicht fürchten und Angela Merkels Euro-Politik findet Anerkennung. Der Tagesrückblick.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Guten Abend,

Banken-Boss auf Walfang

„Londoner Wal“ wurde der Händler genannt, der bei der US-Großbank JP Morgan für einen Handelsverlust in Höhe von 4,4 Milliarden Dollar (mit)verantwortlich ist. Mit einigen Tricks wie der Auflösung von Risikovorsorge-Positionen konnte Konzernchef Jamie Dimon dennoch verhindern, dass das Spekulationsdebakel den Gesamtgewinn des Instituts deutlich gedrückt hat. Das Fangen des „Wals“ war zwar erst spät gelungen, doch zumindest ist Dimon bislang selbst nicht auf die Abschussliste geraten. Ein Kunststück.

Zweifel an griechischem Sparwillen

Es ist nur ein vorläufiger Bericht, doch es scheint als habe Griechenland zwei Drittel der gegenüber der internationalen Gemeinschaft zugesicherten Sparziele nicht erreicht. Die Regierung des Landes fordert derweil zwei Jahre mehr Zeit, damit die Konjunktur nicht völlig entgleist. Die Appelle zum Anheizen des Sparwillens aus Deutschland und anderen Ländern bringen zwar nicht viel. Man kann den Griechen zumindest teilweise mangelnden Willen zur Umsetzung vorwerfen - etwa was den Stand der geplanten Privatisierungen angeht.

Merkel muss es nicht jucken

Aller Anti-Griechenland- und Anti-Euro-Stimmung in Deutschland zum Trotz sind fast zwei Drittel der Deutschen der Meinung, dass die Politik der Bundeskanzlerin in der Euro-Krise zumindest „eher gut“ ist. An der Teflon-Kanzlerin perlt einfach alles ab.

Kein Sack Reis, der umfällt

Die chinesische Wirtschaft ist von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet um 7,6 Prozent gewachsen. So langsam ging es für das Land zuletzt inmitten der Weltrezession im Jahr 2009 aufwärts. Das muss auch Deutschland interessieren, denn nicht nur sind die großen Konzerne stark im Land aktiv und damit auch deren Aktienkurse von solchen Meldungen abhängig. Auch auf Arbeitsplätze in Deutschland kann das Auswirkungen haben, wenn etwa nicht mehr so viele Maschinen „Made in Germany“ in China nachgefragt werden.

Wachstumsdelle wird bei deutschen Konzernen spürbar

Die chinesisches Schwäche kommt zur gleichen Zeit, da Europa auf Nullwachstumskurs ist. Vor allem die Menschen in den schrumpfenden Euro-Volkswirtschaften im Zentrum der Staatsschuldenkrise fragen weniger Produkte nach, seien es neue Autos oder Stahl für Baustellen. Bei einzelnen Fabriken herrscht daher bereits Kurzarbeit, etwa beim Autohersteller Ford. Und jetzt meldet der Industriekonzern ThyssenKrupp, dass Ende des Monats eine Entscheidung über mögliche Kurzarbeit gefällt wird. Es fühlt sich an wie ein Déjà-Vu.

Ein dennoch entspanntes Wochenende wünscht,

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

13.07.2012, 18:37 Uhr

Mich stört auch ihr ewiges Grinsen, egal wie schlecht es um Europa steht. Ist es in Frau Merkels Interesse, wenn es in Deutschland bergab geht ? Ist sie vielleicht total machtlos und fremdbestimmt oder gar hypnotisiert ?

Bei mir hat sie keine Sympatien und ihre willkürliche Politik ist unvorhersehbar, aber sie ist ja immer belustigt. Na, das ist die Hauptsache.

Ihr Motto offensichtlich: "Was solls" - oder - "Jetzt erst recht". Aber reicht das aus ? Sie kommt keinen Millimeter weiter, es geht nur immer weiter bergab. Feuer wird mit Benzin gelöscht udn der Staat frisst seine Bürger und ihr Geld - der Staat ist das wahre MOoster.

alibori

13.07.2012, 18:49 Uhr

Frau Merkel macht sich zur Handlangerin der Brüsseler Eurokleptokraten,um eine gemeinsame politische Basis für die große Koalition mit der vergemeinschaftungs- und internationalismusseligen SPD zu schaffen. Daß da die FDP mitmacht ,ist fast schon verrückt,da die bald zu erwartende,ewige! Billionenhaftung des deutschen Staates nur mit der Ausplünderung und ökonomischen Vernichtung des deutschen Mittelstandes aufgefangen werden kann..das ist das soziologische Substrat,von dem sich die FDP - bei halbweg ordentlicher Selbstpräsentation -hauptsächlich Wahlstimmen erhoffen kann.Für die von den herrschenden Parteien angeschissenen Wähler bleiben nur als Alternative die hoffentlich bald bundesweit agierenden Freien Wähler (NPD wird hoffentlich nicht gewählt),die sich gegen den ESM als einzige bürgerliche Kraft stemmen.

Account gelöscht!

13.07.2012, 19:06 Uhr

Statt rumsitzen sollte Frau Merkel jetzt handeln! Raus aus dem Euro und sofortige Schuldentilgung.

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