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20.08.2013

18:53 Uhr

Was vom Tage bleibt

Apple wird billig

VonStefan Menzel

Der US-Konzern Apple versucht einen Strategie-Schwenk und die Telekom bekommt ihren neuen Boss früher. Die Sorgen der West-Kommunen und der Versicherer werden größer, der DFB geht auf Tauchstation. Der Tag im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Der zweite Billig-Versuch

Nun dürfte sich also Apple damit versuchen: Im September will der US-Konzern sein erstes Billig-Smartphone präsentieren. Erinnern Sie sich noch? Vor ein paar Jahren hat das schon ein anderer großer Telefonhersteller versucht, nämlich Nokia aus Finnland. Doch was ist von dieser Billigoffensive des Nokia-Konzerns geblieben? Nicht viel. Die Finnen gehören schon lange nicht mehr zu den führenden IT-Konzernen, Samsung und Apple haben den Europäern den Rang abgelaufen. Apple sollte sich die gescheiterte Strategie von Nokia sehr genau ansehen – um nicht dieselben Fehler ein zweites Mal zu machen.

Der vorgezogene Wechsel in Bonn

Wie lange kann sich ein großer Konzern eine „lame duck“ als Vorstandsvorsitzenden erlauben? Nicht allzu lange, der Stern eines scheidenden Chefs sinkt verdammt schnell. Deshalb konnte sich auch niemand vorstellen, dass es Telekom-Chef René Obermann noch wirklich bis zum Jahresende beim Bonner Konzern aushalten würde. Jetzt ist es also heraus: Obermann dürfte schon im Herbst Platz machen für seinen designierten Nachfolger Timotheus Höttges. Für die Telekom ist das eine gute Nachricht. Bald gibt es nur noch einen echten Chef, ein unnötiger Kompetenz-Wirrwarr in der Konzernführung wird damit vermieden.

Arme Städte

Die Verschuldung der Kommunen nimmt dramatische Züge an. Besonders hat es die alten westdeutschen Industrieregionen getroffen, die gehörig unter dem Strukturwandel leiden. Städte wie Oberhausen und Gelsenkirchen haben bis heute keine klare Antwort darauf gefunden, wie sie auf den Umbau der Wirtschaft reagieren wollen. Etliche Regionen in Ostdeutschland haben das hingegen geschafft. Von daher sollte die Bundesregierung Fördermittel jetzt verstärkt in schwache westdeutsche Regionen umlenken und aus den neuen Bundesländern abziehen. Wo im Osten eine leistungsfähige Wirtschaft entstanden ist, dorthin müssen keine Hilfsgelder mehr fließen.

Magerkur beim Versicherer

Versicherungen stellen sich auf magere Zeiten ein. Die Zeiten goldener Renditen sind vorüber, in der Lebensversicherung ist dieser Wandel besonders spürbar. Wenn es also ums Eingemachte geht, müssen die Versicherer überall kürzen. Und deshalb ist es nur folgerichtig, dass sich die Unternehmen jetzt auch an die Vermittlungsprovisionen heranwagen. Weshalb sollen immer nur die Versicherten die Last tragen? Wenn die gesamte Branche nicht mehr so gut wie in der Vergangenheit verdient, dann müssen auch die Mitarbeiter den Gürtel enger schnallen.

Augen zu beim Doping

Unsere Sportfunktionäre sind schon ein besonderes Volk, das gilt natürlich auch für den Fußball. Da könnte man schon längst verschärfte Dopingkontrollen eingeführt haben, doch passiert ist immer noch nichts. Ich habe das Gefühl, dass die Oberen des Deutschen Fußball-Bundes das Doping-Problem immer noch am liebsten unter den Teppich kehren. Die öffentliche Aufregung über den Betrug durch Doping stört das Geschäft, deshalb möchte niemand darüber reden. Der DFB sollte sich besser die Entwicklung im Radsport sehr genau ansehen. Dort ist das Doping-Thema lange totgeschwiegen worden, der Bedeutungsverlust des Radsports ist dramatisch.

Einen angenehmen Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

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