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26.03.2014

18:30 Uhr

Was vom Tage bleibt

Arme Makler

VonOliver Stock

Eine Branche kommt unter Druck und keiner hat Mitleid. Der nächste Altkanzler verteidigt Putin. Die GroKo zieht Bilanz. Und ein Bischof verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Mitleidslos

Immobilienmakler fürchten die Mietpreisbremse wie Mikadospieler das Erdbeben. Sie glauben, das neue Gesetz raube ihnen einen großen Teil ihrer Geschäftsgrundlage. Denn Vermieter sollen die Kosten für die Vermittlung ihrer Wohnung nicht mehr einfach auf die Mieter abwälzen können. Weil sie dann wahrscheinlich selbst auf die Suche gehen, rechnen die Makler damit, dass knapp die Hälfte ihres Umsatzes flöten geht. Anstatt zu klagen, wäre Ursachenforschung angesagt: Es könnte immerhin sein, dass das Maklergewerbe seinen Ruf so weit ramponiert hat, dass die halbe Republik voll Schadenfreude zuschaut, wie hier eine Branche zerlegt wird. Einer unserer Leser meint jedenfalls: „Die Hälfte des Umsatzes bricht weg? Das Gesetz scheint besser zu sein, als gedacht! Pluspunkt für die Koalition.“

Alte Liebe rostet nicht

Der zweite Altkanzler wirft sich für Putin in die Bresche: Nach Gerhard Schröder findet nun auch Helmut Schmidt das Vorgehen des Kreml-Feldherrn auf der Krim „durchaus verständlich“. Er habe Zweifel daran, ob es sich bei der Annexion der Krim wirklich um einen klaren Verstoß gegen das Völkerrecht handele, sagt er in einem Interview mit den Kollegen der „Zeit“. Der 95-Jährige hat seinen eigenen Kopf. Dafür lieben wir ihn seit langem. Dass man seiner großen Liebe stets Recht gibt, passiert aber nur am Anfang einer Beziehung.

Die GroKo und die Krücke

100 Tage ist die Große Koalition nun im Amt. Wir haben das heute bei Handelsblatt Online aus den unterschiedlichsten Perspektiven kommentiert. Der originellste Beitrag kommt von Piraten-Vizechefin Caro Mahn-Gauseweg: „Wo ist die CDU?“, fragt sie und hat recht: Das Bild, das die ersten Tage dieser Regierung symbolhaft präsentiert, ist die Krücke von Angela Merkel. Inzwischen hat sie die Gehhilfe wieder abgelegt. Es besteht Anlass zur Hoffnung.

Der Bischof kehrt nicht wieder

Die Katholische Kirche funktioniert nicht viel anders als Konzerne, Parteien oder Großorganisationen. Krisen müssen erst existenzbedrohend werden, damit Führungscliquen abtreten, die jahrelang den Niedergang gefördert haben. Beim ADAC hat ein Fälschungsskandal der Vereinsspitze das Amt gekostet, bei der FDP hat das Ausscheiden aus dem Bundestag die alten Strukturen hinweggefegt, bei Thyssen-Krupp hat das Desaster mit den Werken in Übersee das Unternehmen aus seiner Selbstzufriedenheit geweckt. Bei der Kirche hat das reinigende Gewitter auch einen Namen: Franz-Peter Tebartz-van Elst. Heute hat die Kirche ihre Entscheidung bekannt gegeben: Der ausgabefreudige Bischof kehrt nie wieder in sein Amt nach Limburg zurück.

Einmal Kraft = Zweimal Kretschmann

Es ist ein beliebtes Spiel: Nehmt Politiker beim Wort und messt ihre Worte an ihren Taten. Hannelore Kraft ist dabei zumindest in einer Disziplin unter die Räder geraten: Sie ist beim Autofahren die größte Klimasünderin unter ihren Kollegen. Ihr Audi A8 4.0 TFSI quattro pustet ganze 219 g/km CO2 in die Umwelt. Damit verbraucht Kraft für eine Strecke soviel, wie Kollege Kretschmann aus Baden-Württemberg mit seinem Mercedes für die doppelte Entfernung.

Einen klimaschonenden Abend wünsche ich Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (3)

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26.03.2014, 19:35 Uhr

In meiner Stadt besitzen alle Makler bis zu 10 Häuser. Sie könnten sofort ihren Maklerjob aufgeben und von ihrem Eigentum leben. Eine Bekannte, Arzthelferin, hat zur Maklerin umgesattelt. Sie hat ohne Ausbildung innerhalb weniger Jahre Millionen verdient. Man muß nur die richtigen Leute und Großgrundbesitzer kennen. Das Gesetz kommt viel zu spät. Die Reichen werden immer reicher.

Account gelöscht!

26.03.2014, 19:37 Uhr

Sorry, falsche Rubrik

Account gelöscht!

27.03.2014, 12:25 Uhr

Ich sehe das ähnlich. In unserer Stadt(160tEinwohner) hat ein Makler alle Großindustriellen unter Vertrag. Sowohl was die angebotetenen Flächen privat wie auch gewerblich betrifft.Im gewerblichen greift zwar das leider nicht aber man sollte mal drüber nachdenken. Wenn ich 30t€ an Prov abtreten muss weil der Makler 3 Monatsmieten verlang finde ich das mehr als happig, für mich ist das unseriöse ABZOCKE. Aber so läuft das hier im Schwarzwald

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