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01.12.2014

19:02 Uhr

Was vom Tage bleibt

Aufruhr in Düsseldorf

VonStefan Menzel

Eon gibt die Kraftwerke ab, der russische Rubel fällt und fällt. Deutschland braucht Zuwanderung, Wella soll verkauft werden und die Krise bei Borussia Dortmund erreicht den Trainer. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Stromschlag

Der Montag ist zum Eon-Tag geworden. Die Entscheidung des Düsseldorfer Energieriesen, sich von seinen Kraftwerken zu verabschieden, ist die beherrschende Nachricht des gesamten Tages – und sie hat ihr Gutes. Deutschlands größter Energiekonzern zeigt damit, dass er die Energiewende verstanden hat. Wenn auch leider viel zu spät. Denn mit dem klassischen Kraftwerksgeschäft geht es einfach nicht mehr wie in der Vergangenheit weiter, Solar- und Windenergie haben den Komplettumbau der Stromwirtschaft eingeleitet. Allerdings bleibt eine große Sorge. Am Ende könnte Eon seine maroden Kraftwerke inklusive der Atommeiler dem Staat zuschieben. Und dann zahlen ganz schnell wir alle dafür.

Verfall

Es ist kein guter Tag für Russland gewesen. Die Landeswährung Rubel verliert sowieso schon von Tag zu Tag an Wert. Doch am Montag mussten die Russen zum ersten Mal in den Wechselstuben 50 Rubel für einen US-Dollar auf den Tisch legen, die Lage spitzt sich dramatisch zu. In den vergangenen Wochen hat sich Russlands Präsident Putin damit hervorgetan, dass er die großen Probleme der eigenen Wirtschaft schlichtweg leugnete. Doch bei diesem immensen Werteverfall der eigenen Währung wird das Gesundbeten des Präsidenten nicht mehr lange gut gehen. Der Wechselkurs zeigt an, in welch miserable Lage er sein Land gebracht hat. Und das versteht jeder Russe. Ganz egal, ob Putin die kritische Lage nun eingestehen möchte oder nicht.

Willkommen

Deutschland hat sich zum Einwandererland gewandelt. Wer diese Veränderung nicht zugeben will, der verschließt die Augen vor der Realität. Und es ist schließlich keine schlechte Entwicklung, sondern eine gute. Wegen der niedrigen Geburtenzahlen braucht Deutschland die Zuwanderung, um das Rentensystem am Laufen halten zu können. Der große Teil der Einwanderer will hier leben und arbeiten. Der frische Wind von außen bringt das gesamte Land voran. Deutschland hat schon immer Zuwanderer aufgenommen. Früher kamen die Neuen überwiegend aus Europa, jetzt kommen sie aus der ganzen Welt. Auch die neue Zuwanderung wird unser Land verkraften und bewältigen können. Denn Deutschland ist fähig zur Integration.

Auf kurze Sicht

US-Konzerne denken gemeinhin vergleichsweise kurzfristig. Ganz im Unterschied etwa zu den deutschen Unternehmen, bei denen der Blick in aller Regel doch etwas weiter greift. Dass diese These mehr oder minder stimmt, beweist jetzt wieder der US-Riese Procter & Gamble. Vor gut zehn Jahren hat der Konzern den Darmstädter Kosmetik-Hersteller Wella übernommen. Jetzt fällt den Amerikaner ein, dass es im Unternehmen einfach viel zu viele verschiedene Marken und Produkte gibt – und deshalb soll auch Wella wieder verkauft werden. Zu einer gesunden und auf lange Sicht angelegten Unternehmensstrategie passen diese Verkaufspläne überhaupt nicht. Unser Rat an die Amerikaner: Lieber zweimal nachdenken und im Zweifel nicht kaufen.

Trauerspiel

Fußball ist nicht jedermanns Sache. Trotzdem hat es die Borussia aus Dortmund geschafft, sich auch in die Herzen weniger enthusiastischer Fußballfans zu spielen. Das liegt auch besonders am charismatischen Trainer Jürgen Klopp, der in ganz Deutschland so etwas wie ein Markenbegriff für die Borussia geworden ist. Nun aber steht der Dortmunder Fußballverein auf dem letzten Platz der Bundesliga, ein gewaltiger Misserfolg. Jürgen Klopp galt bislang als sakrosankt. Aber ganz ehrlich: Wenn die Negativserie weiter anhält, dann wird ein Jürgen Klopp wie andere Trainer auch seine Koffer packen müssen.

Einen erholsamen Adventsabend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

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