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04.01.2013

17:42 Uhr

Was vom Tage bleibt

Augen zu ist die beste Anlage-Strategie

VonOliver Stock

Staatsanleihen aus wackligen Euro-Mitgliedsländern waren für Anleger 2012 der Hauptgewinn. Die USA kriegen die Kurve. Und ein fränkischer Familienunternehmer traut sich was. Die Kommentare zum Tag.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Glück mit Portugal-Anleihen

Anleger, die einfach mal zwölf Monate die Augen geschlossen und die Ohren zugehalten haben, hätten im vergangenen Jahr mit Staatsanleihen der Euro-Krisenländer einen Super-Reibach gemacht. Für sie was 2012 das beste Jahr seit Beginn der Datenerhebung. Besonders stark stiegen - raten Sie mal - Bonds aus Portugal, Griechenland und Italien. Portugiesische Anleihen bescherten Investoren 2012 einen Ertrag von 57 Prozent. Bei griechischen und italienischen Papieren ging es um flotte 21 Prozent nach oben. Wie heißt es so schön: In jeder Krise liegt eine Chance.

Amerika ist zurück

In den USA haben die Firmen im Dezember 155 000 neue Jobs geschaffen. Unterm Strich ist seit 2010 die Hälfte der Jobs wieder neu entstanden, die in der Finanzkrise vernichtet wurden. Das ist kein Boom, aber ein solider Aufwärtstrend. Die US-Unternehmensbilanzen, von denen in der nächsten Woche die ersten kommen, werden den Trend bestätigen. Billiger Strom, den die USA dank neuer Gasabbaumethoden wie dem bei uns umstrittenen Fracking selbst produzieren, wird die Wettbewerbsfähigkeit noch erhöhen. Amerika ist zurück. Das ist die erste gute Nachricht des Jahres.

Guten Flug

Wer dafür noch einen Beweis sucht, kann beim Flugzeugbauer Boing nachsehen. Erstmals seit zehn Jahren wird er wieder die Nummer eins unter den weltweiten Flugzeugherstellern sein und Airbus bei den Auslieferungen überholen. Es steht 601 zu 580. Ich finde: Europa darf das sportlich sehen.

Familieninteressen

Deutschland hat seine Helden. Zum Beispiel die Familienunternehmer. Eine der Dynastien ist die Wöhrl'sche aus Franken. Rudolf Wöhrl gründete die Modehauskette in Nürnberg, Gerhard Wöhrl führte sie weiter, inzwischen ist Oliver Wöhrl der Mann an der Spitze. Vater und Sohn haben jetzt den großen Wurf gewagt. Sie übernehmen die Modehaus-Kette Sinn-Leffers. Wöhrl verdoppelt damit seinen Umsatz. Künftig wird er deutschlandweit fast 60 Modehäuser betreiben, 4000 Mitarbeiter beschäftigen und mehr als 600 Millionen Euro Umsatz machen. Das nenne ich mutig. Hut ab vor den Franken!

Einen beeindruckenden Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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mondahu

05.01.2013, 15:21 Uhr

Na, Herr Stock, Hand aufs Herz. Hätten Sie Anfang 2012 portugiesische Staatsanleihen gekauft?

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