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07.11.2014

18:38 Uhr

Was vom Tage bleibt

Bald fahren wieder alle Züge

VonStefan Menzel

Die GDL beendet ihren Streik vorzeitig, Wolf Biermann kritisiert die Linke. Karstadt streicht noch mehr Jobs, Putin lässt die Muskeln spielen und ganz Deutschland feiert 25 Jahre Mauerfall. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Annäherung

Immerhin, es gibt ein Zeichen der Annäherung. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL verkürzt ihren Streik und will die Züge nicht erst wieder am Montag, sondern schon wieder am Samstagabend fahren lassen. Dieses Signal kam, nachdem die Deutsche Bahn auch ein zweites Mal mit ihrem Versuch gescheitert war, den Streik per Gerichtsbeschluss verbieten zu lassen. Jetzt ist eigentlich die Bahn am Zug. Sie muss einsehen, dass sie die GDL auch auf dem Rechtsweg nicht stoppen kann. Und das heißt nichts anderes, als dass der Konzern die GDL auch bei anderen Berufsgruppen des Unternehmens als vollständigen Tarifpartner akzeptieren muss. Warum auch nicht? Es gibt überhaupt keinen Grund, dort die eine oder andere Gewerkschaft zu bevorzugen.

Biermann und die Drachen

Wolf Biermann bezeichnet die Linke als „Drachenbrut“. Nun lässt sicherlich darüber streiten, ob gleich jedermann solch eine von Emotionen getragene Bezeichnung übernehmen muss. Für Biermann ist sie jedenfalls richtig, hat er doch massiv unter dem DDR-Regime gelitten. Seine Stoßrichtung ist auf jeden Fall zutreffend: Die Linken sind die Nachfolger der Einheitspartei SED, so mancher Parteifunktionär will die DDR auch weiterhin nicht als Unrechtsstaat bezeichnen. Wer die Diktatur in der DDR leugnet, der hat in verantwortungsvollen Positionen im vereinten Deutschland nichts zu suchen. Genau deshalb liegt Biermann richtig.

Einfach nur noch bitter

Es ist eine bittere Nachricht für die Karstadt-Mitarbeiter: Bis zu 3000 Beschäftige sollen gehen, jetzt trifft es an erster Stelle den Verwaltungsbereich des angeschlagenen Kaufhauskonzerns. Für jeden unmittelbar Betroffenen kann es nur ein schwacher Trost sein , aber trotzdem sind die Pläne der neuen Karstadt-Führung folgerichtig: Das Unternehmen steht mit dem Rücken zur Wand, es gibt nun einmal leider keine Alternative mehr zum großangelegten Stellenabbau. Die neuen Jobs im Einzelhandel gibt es in den Einkaufszentren an den Stadträndern und im Online-Handel. Für das Kaufhaus ist der Zug leider abgefahren.

Militär statt Wirtschaft

Russlands Präsident Putin lässt sich nicht in die Karten blicken, was seine Strategie für die Ukraine betrifft. Wir können nur deuten und vermuten. Im Moment gibt es merkwürdige Parallelen: Russland baut seine militärischen Aktivitäten genau zu dem Zeitpunkt aus, zu dem sich die wirtschaftlichen Problemen im eigenen Land mehren. Die Kapitalflucht lässt den Rubel in den Keller rauschen, wegen des fallenden Ölpreises gehen wichtige Deviseneinnahmen verloren. Ökonomisch hat Russland derzeit nicht viel zu bieten, allein militärisch kann Putin noch die Muskeln spielen lassen. Das lässt nur die eine Vermutung zu: Putin will den Westen und die Ukraine militärisch unter Druck setzen, damit er wirtschaftliche Zugeständnisse aushandeln kann.

Handelsblatt und die Mauer

Am kommenden Sonntag feiert ganz Deutschland einen ganz besonderen Tag. Am 9. November jährt sich zum 25. Mal der Fall der Berliner Mauer. Der Tag, mit dem die Einheit Deutschlands auf den Weg gebracht worden ist. Aus diesem Anlass hat sich die Redaktion von Handelsblatt Online etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Am Sonntag können Sie dieses historische Ereignis noch einmal im Detail miterleben – ein Liveblog berichtet im Minutenprotokoll, was an jenem Tag im November 1989 geschah. Schauen Sie doch einmal am Sonntag vorbei, Handelsblatt Online freut sich auf Ihren Besuch.

Schon jetzt wünsche ich Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende, vielleicht fahren Sie am Sonntag auch zu den Feiern nach Berlin – und dann sogar noch unerwartet mit dem Zug! Es grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

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