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07.09.2015

19:03 Uhr

Was vom Tage bleibt

Bevölkerungsentwicklung auf den Kopf gestellt

VonStefan Menzel

Deutschlands Bevölkerung wächst kräftig, Frankreich und England schicken Bomber nach Syrien. Glencore braucht frisches Geld, Ergo verabschiedet die Lebensversicherung und der Lufthansa-Streik kommt. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Mit den Prognosen in den Papierkorb

Die Folgen der jüngsten Einwanderungswelle werden dauerhaft spürbar sein. Deutschland wird bunter, jünger, anders. Aber das sollte uns nicht schrecken: Denn vor allem in Westdeutschland sind wir diese Veränderung im Grunde genommen schon seit den 60er-Jahren gewohnt. Deutschland wird von dieser Einwanderungswelle profitieren. Die alten Bevölkerungsprognosen sollten wir ganz schnell in den Papierkorb werfen – unser Land stirbt nicht aus. Die Aussichten gerade für die Wirtschaft sind viel besser als bisher gedacht. Lassen Sie uns unsere neuen Nachbarn herzlich willkommen heißen!

Einfach mehr Flüchtlinge

Deutschland tut sich wegen seiner belasteten Vergangenheit schwer mit militärischer Gewalt. In Großbritannien und Frankreich ist das ganz anders: Deshalb haben beide Länder auch kein Problem damit, ihre Bomber – den USA folgend – jetzt nach Syrien zu schicken. Deutschland agiert dort, wo es sich viel wohler fühlt – bei der humanitären Hilfe. Und deshalb nimmt unser Land deutlich mehr Flüchtlinge auf als unsere europäischen Nachbarn. Jeder macht eben das, was er am besten kann.

Klares Warnsignal

Glencore gehört zu den Juwelen unter den Rohstoffkonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz hat über Jahre fabelhaft verdient und eine Milliarde nach der anderen an Gewinn eingesammelt. Doch jetzt ist plötzlich der Weckruf da: Kapitalerhöhung und weniger Dividende für die Altaktionäre. Glencore braucht frisches Geld und setzt die eigenen Eigentümer auf Sparflamme. Die gesamte Rohstoff-Branche sei gewarnt: Die goldenen Zeiten sind erst einmal vorüber. Die China-Krise lässt grüßen.

Ganz schlechtes Geschäft

Lebensversicherungen sind heute nur noch ein schlechtes Geschäft. Deshalb zieht auch die Ergo-Gruppe die Konsequenzen und verkauft die klassischen Leben-Policen nur bis zum Jahresende. Dann ist Schluss, wie zuvor auch schon bei Zurich, Generali oder Talanx. Bei extrem niedrigen Renditen sind Lebensversicherungen mit Garantiezins nur noch ein Verlustbringer. Da ist ein schnelles Ende mit etwas Schrecken die einzig logische Konsequenz.

Nummer 13 light

Nun kommt also die Nummer 13, der nächste Streik bei der Lufthansa. Am Dienstag ist es soweit, die Langstrecken und der Cargo-Bereich sind betroffen. Die Piloten-Gewerkschaft Cockpit macht es dieses Mal etwas zahmer und verschont die Passagiere im innerdeutschen und im europäischen Verkehr. Ein „Streik light“ ändert allerdings nichts daran, dass diese Arbeitsniederlegung überflüssig ist wie ein Kropf. Die Vernunft bei den Lufthansa-Piloten lässt leider auf sich warten.

Hoffentlich wollten Sie morgen nicht interkontinental mit der Lufthansa fliegen. Wenn doch, seien Sie herzlich aus Düsseldorf getröstet von

Stefan Menzel

Kommentare (3)

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Sergio Puntila

07.09.2015, 19:15 Uhr

..." Mit den Prognosen in den Papierkorb"...
______

Steilvorlagen sollte man sich nicht entgehen lassen: fast wirken Bevölkerungsentwicklungen vom Kopf auf die Füsse gestellt. Das wird nicht nur Arbeitsmärkte grundlegend sanieren.
Die bräsige zT rechtsradikale Brut allerdings, die ihren Humanismus offenkundig auch in diesem Blatt kultiviert - dürfte sich in ihren freudig gehegten Erwartungen an die kommenden Wahlen hoffentlich gewaltig täuschen.
Problemverlagerung: auf wenig mehr wird das hinauslaufen.
Ob die Republik das aushalten wird wird sich daran zeigen, wie entschieden man den Brandstiftern der Rechten entgegenzutreten vermag.

Account gelöscht!

07.09.2015, 19:20 Uhr

Sehr geehrter Herr Sergio Puntila,

danke für Ihren Beitrag der Ihre Gesinnung offen widerspiegelt. Wir haben verstanden.

Novi Prinz

07.09.2015, 19:21 Uhr

Das Wörtchen vermag , sollten Sie nicht verwenden , es wurde zu häufig von AH benutzt.

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