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27.07.2012

18:11 Uhr

Was vom Tage bleibt

Bis auf den letzten Cent

VonOliver Stock

In der Eurokrise ist es nun der spanische Patient, um den alle bangen. Den griechischen haben die Ärzte offenbar aufgegeben. Der italienische atmet noch. Der Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Retter mit Blaulicht

Es liegt was in der Luft. Gestern Draghi, heute Merkel und Hollande: Der Notenbankpräsident und die beiden Spitzenpolitiker versichern nacheinander und unisono, sie werden alles unternehmen, um den Euro zu stabilisieren. So klingen Retter, die bereits das Blaulicht eingeschaltet haben. Ihr Weg führt über Spanien nach Italien. Wenn beide Hand in Hand arbeiten, wird am Ende eine Aktion von Rettungsschirm und Zentralbank dabei herauskommen. Sie wollen Europa bis zum letzten Cent verteidigen. Ich hoffe, dass sie das nicht wörtlich meinen.

1,3 Millionen Gründe, China zu mögen


Es gibt Gründe, China nicht zu mögen. Volkswagen kennt jetzt zwei: Erst hat der chinesische VW-Partner einen VW-Motor kopiert und als seinen eigenen verkauft, nun macht er das gleiche mit einem Getriebe. Irgendwann steht ein kompletter VW-Klon zwischen Peking und Shanghai, der dann wahrscheinlich so aussieht wie das Werk in Wolfsburg. VW will sich über den Fall jetzt mit den chinesischen Geschäftsfreunden unterhalten. Das wird interessant, nicht zuletzt deshalb, weil allein im ersten Halbjahr VW 1,3 Millionen Autos nach China geliefert hat. „Wenn wir den Motor nicht klauen dürfen, dürft ihr nicht mehr liefern“, steht auf der Munition, die China im Arsenal hat.

Kein Bier bei Olympia

Journalisten sind Spielverderber. Kostprobe? Die Olympiade ist eine Geldvernichtungsmaschine. Die britische Wirtschaft ächzt schon jetzt unter der enormen finanziellen Belastung. Dem Volk versprachen die Olympia-Macher einen breiten Aufschwung. In Wirklichkeit kosten die Spiele statt der angepeilten drei Milliarden Euro etwa zwölf Milliarden. Dass den Untertanen der Queen zu erklären, die schon wieder in der Rezession stecken, wird ein Haufen Arbeit - den andere machen können: Handelsblatt Online ist von heute ab dabei. Zittert mit den Athleten, fängt die Tränen auf - ganz gleich, ob Tränen der Freude oder der Trauer fließen. „Wir versuchen, über unsere persönlichen Eindrücke zu berichten“, sagt unser Londoner Handelsblatt-Korrespondent Olaf Storbeck. So erzählen er und unsere anderen London-Korrespondenten auf Twitter zum Beispiel, „dass bei der Party der deutschen Delegation auf der MS Deutschland schon um 20.30 Uhr das Bier alle war“, oder „dass noch heute Karten für die Eröffnungszeremonie zum Schnäppchenpreis von 2012 Pfund zu haben sind“.

Lassen Sie sich übers Wochenende olympisch befeuern. Das wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (12)

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oligarch1982

27.07.2012, 18:23 Uhr

Einfach nur klasse!!!!!Ich muss mich einfach mal bedanken für diese zutreffende Analyse.

Account gelöscht!

27.07.2012, 18:33 Uhr

Wieder eine dicke Prise Kokain für nach Luft schnappende Euro-Länder. Letztlich wird es laufen wie im Falle Griechenlands, da man auch diesen beiden Ländern längst Schlingen um den Hals gelegt hat, die man jeweils dann fester zieht, wenn sie wieder um Kokain betteln, ähm,um Koks betteln, ich meine, um Kohle betteln.

Das ist Sado-Maso-Voodoo-Ökonomie, ich wette meinen Kopf, dass kein halbwegs gescheiter Mensch mit so etwas gerechnet hatte, bevor es zur Realität wurde.

Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

"Die Menschheit richte sich danach, was die gerechten und vernünftigen unter den Frauen am Ende des freien und für alle offenen Streites der Argumente wollen, im Kleinen, im Großen, in allem!"

EinBuerger

27.07.2012, 19:20 Uhr

Die Investoren trauen dem ClubMed nicht - und ich traue denen auch nicht.

Und je höher die Rettungswälle und je größer die EZM-Bazookas werden, desto größer wird das Mißtrauen sein, dass die Pleiteländer es alleine jemals schaffen werden.

Aber der Plan der Euro-Phantasten ist in Wirklichkeit:
Die Investoren sollen auch nicht den Pleiteländern vertrauen, sondern darauf dass die totale Transferunion für alle Gelder bürgt.

Dieser Plan wird die Investoren aber auch nicht zurückbringen, denn dann sind eben alle - inclusive Deutschland - sehr schnell völlig pleite.

UND DAS FINALE ERGEBNIS:

- Es gibt keine Investoren von außerhalb des Euro-Raumes mehr, nur noch Zwangs-Investoren wie Versicherungen von innerhalb des Euros.

- Alle Gelder werden zentral von der Brüssel-Diktatur verwaltet.

- Eine Staatsform wie die Ex-UdSSR ist endlich implementiert worden.

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