Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.08.2013

19:46 Uhr

Was vom Tage bleibt

Bittere Erkenntnisse und große Überraschungen

VonMartin Dowideit

Eine Haftstrafe für Steuerhinterzieher ist selten. Für einen Datenlieferanten der Finanzbehörden zieht die Datenbeschaffung hingegen jetzt drei Jahre Gefängnis nach sich. Der Tagesrückblick.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Guten Abend,

am Abend haben beim zweiten DeutschlandDuell von Handelsblatt und Zeit Online der Sprecher der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, und CDU-Finanzpolitiker Ralph Brinkhaus über den Euro und die Griechenland-Rettung diskutiert. Das von Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock moderierte Aufeinandertreffen können Sie hier als Aufzeichnung anschauen – und morgen früh unseren Bericht zur Veranstaltung auf Handelsblatt Online lesen.

Steuerhinterzieher verraten, Haftstrafe erhalten

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Schweizer Privatbank Julius Bär muss für drei Jahre ins Gefängnis. Für 1,1 Millionen Euro hatte er Informationen über mögliche Steuersünder verkauft – an deutsche Finanzbehörden. Die Sicherheitsvorkehrungen der Bank waren so lax wie die Zahlungsmoral der Steuerhinterzieher.

Du bist nicht allein

Der bizarre Streit um ein Kühlmittel für Klimaanlage in Autos führt dazu, dass Autohändler in Paris Mercedes-Modelle damit bewerben, dass sie so eine lange Lieferzeit haben. Denn bis das Auto endlich beim Kunden sei, dürfte die ausgesetzte Zulassungserlaubnis etwa für die A-Klasse ausgesessen sein. Doch sicher kann sich Daimler nicht sein, dass die französische Sperre dann aufgehoben ist. Der Autokonzern stand bislang mit seinem Festhalten an einem alten, klimaschädlichen Kühlmittel (das neue soll Brände auslösen) als sturer Einzelgänger da. Jetzt ist Toyota ins Daimler-Lager gewechselt. Heiße Kiste!

Eine Bank, die Mitarbeiter sucht

Die Bank HSBC Trinkaus will die Trumpfkarte der Internationalität weiter ausspielen. Mehr deutsche Mittelständler als bislang sollen davon überzeugt werden, dass die internationale Großbank HSBC im Rücken des Düsseldorfer Instituts, ein Vorteil ist. In Asien sei man extrem gut vernetzt, so Trinkaus-Chef Andreas Schmitz. Bis zu 500 neue Mitarbeiter will er einstellen – nahezu ungehört in der Finanzwelt. Ein Fragezeichen darf man aber setzen. Denn große Mittelstandsoffensiven anderer Häuser sind schon im Sand verlaufen.

47 Reformvorschläge

Der Untersuchungsausschuss zur Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) hat seinen Abschlussbericht vorgelegt – eine Art Lexikon schlechter Ermittlungsarbeit. Eine der Empfehlungen lautet, dass die Behörden mehr zusammenarbeiten müssen. Für Behörden ist das eine riesige Herausforderung, die sich anzugehen lohnt. Der Bericht ist daher eine Akte, die sich mal zu studieren lohnt.

Diesen Abschnitt lesen Sie in drei Sekunden ...

... und wissen dann, dass man nur genau für diese Dauer einem Auto auf der Autobahn dicht auffahren darf. Danach droht ein Bußgeld.

Einen schönen Abend wünscht

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

23.08.2013, 00:28 Uhr

Ich hatte heute auch eine bittere Erkenntnis hier im HB, die mich sehr geärgert hat.

Da hatten ca. 40 Kommentatoren den für sie unglaubwürdigen Giftgas-Angriff kommentiert, als plötzlich die Kommentarfunktion abgeschaltet wurde.

Tags zuvor genauso: Der Dachau-Besuch der Kanzlerin durfte zwar von ehemaligen und amtierenden Vorsitzenden der israelitischen Gemeinde wie auch Abgeordneten der Grünen kommentiert werden, nicht aber von mir und anderen.

Ist sich das HB eigentlich bewusst, wie sehr es sich dadurch in eine bevormundende, erzieherische Funktion erhebt? Wie sehr Sie Ihrer Leserschaft damit die Kompetenz und Mündigkeit aberkennen, sie zum dummen, infiltrierbaren Hampelmännchen degradieren, der gefälligst Ihre Weltsicht zu schlucken hat? Wie sehr Sie daher kommen als politische Manipulations-Funktion im Tarnmäntele umgebender Wirtschaftsnachrichten?

Mir ist durchaus bewusst, dass die Meinungsbildung der letzten Jahrzehnte in dieser Art funktionierte, doch möchte ich Sie darauf hinweisen, dass wir im Zeitalter von Web 2.0 leben. Die Menschen WERDEN mündiger, täglich etwas mehr. Sie erleben, wie sie im Rahmen von Bürgerrechtsbewegungen, öffentlichen Facebook-Diskussionen oder auch Reklamationen bei Konzernen überall mitreden können und ernst genommen werden. Eine solch bevormundende Haltung jedoch lässt viele angewidert abwenden.

Das Internet schafft TRANSPARENZ, sowohl für den Handel schmerzlich bezüglich Preisvergleich, wie eben auch für die Presse bzgl. Neuigkeiten - und es sind täglich immer mehr, die sich eben nicht mehr nur wie bisher üblich aus ihrer gewohnten Presse informieren, sondern halt breitgefächerter.

Wie bisher so zu tun, als ob die ganze Wahrheit nur in Form einer verbreiteten Agentur-Meldung besteht, passt da nicht mehr ins Bild. Auch der Media-Markt musste lernen, dass sein Getöse zwar jedermann hörte - diese aber auch 'anderes wussten' und immer öfter woanders kaufen gingen.

...

Account gelöscht!

23.08.2013, 01:07 Uhr

...

Ich möchte Ihnen also anraten, Ihren Selbstzweck einmal zu hinterfragen:

Was möchten Sie sein?

Wollen Sie ein politischer Gestalter sein, der seine Leser programmatisch ausrichtet, einseitig? Eine Leserschaft, die überproportional gutverdienend und leitend ist, die es häufig gewohnt ist, täglich Entscheidungen unter Abwägung vielseitigster Perspektiven zu treffen? Wollen Sie diese so behandeln, als dass das HB die Information nicht nur neutral mitteilt, sondern ZWINGEND auch auf dieser einzigen Perspektive besteht?

Oder wollen Sie reine Wirtschaftsnachrichten transportieren unter Ausblendung politischer Entwicklungen, um solch leidige Themen zu umgehen? Wäre unkritischer, käme aber vermutlich einer Amputation bei, da Wirtschaft und Politik sich gegenseitig bedingen. HB als reines Börsenblatt?

Oder wollen Sie ein EHRLICHER Nachrichten-Makler sein, der sich einer möglichst objektiven Berichterstattung widmet? Eine Pressearbeit, die sich müht - seiner Leserschaft gleich - mehrere Blickwinkel NEUTRAL zu beleuchten, wie es die Statuten eigentlich vorsehen - und Kommentare, die subjektiv sein MÜSSEN, als solche eben auch heraushebt und in Vielstimmigkeit der Meinungen nebeneinander stellt. Einer solch authentischen Plattform wäre der schleichende Abfluss vieler Leser wahrscheinlich erspart.

Vielleicht ist es Wunschdenken, aber ich bin es leid, diese immer gleichen politischen Dumm-Färbungen zu ertragen a'la ARD-Tagesschau, die einen 3-Minuten-Bericht 'etwa 100 Gegendemonstranten' widmet, anstatt das Anliegen von tausenden protestierenden Berlinern wenigstens gleichwertig nebeneinander zu stellen. Und so geht es vermutlich vielen im Lande.

Das HB hätte die Klientel, die es erwartet, hier einmal einen eigenen Anspruch zu wagen...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×