Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.06.2013

18:15 Uhr

Was vom Tage bleibt

Blackberrys Waterloo

VonOliver Stock

Aktionäre sind entsetzt über den Smartphone-Hersteller. Der Goldschatz der Bundesbank schmilzt. Peugeot sucht Partner fürs Leben. Und die AfD stellt sich selbst ein Bein. Die Tageskommentare.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Waterloo

Es war einst das Statussymbol mobiler Manager, bis die Konkurrenz es rechts überholte: das Blackberry. Vor einem Jahr machte sich Thorsten Heins auf, das angestaubte Smartphone zu sanieren und den Hersteller aus den roten Zahlen zu führen. Heute musste der Deutsche an der Spitze der kanadischen Firma einräumen, dass es nicht geklappt hat. Die Verkäufe sind niedriger als gedacht, der Verlust ist höher. Und weil keiner weiß, wie die Kanadier das verkraften, stürzte die Aktie gleich um mehr als 20 Prozent in die Tiefe. Vielleicht liegt es am Standort, dass Blackberry nicht voran kommt. Waterloo heißt die Blackberry-Stadt, in der sich Heins heute wie Napoleon fühlen musste.

Luftschlösser

Der Goldschatz der Bundesbank ist wohlbehütet. Noch heute berichten Bundesbanker stolz davon, wie sie den Forderungen etlicher Bundesfinanzminister widerstanden, endlich zu verkaufen. Ach hätten Sie mal... denn der Schatz schmilzt wie ein Schneehaufen in der Sonne. Seit Jahresbeginn hat der Goldpreis fast 30 Prozent an Wert verloren. Der Goldbestand der Bundesbank von 3391 Tonnen ist am Markt nur noch rund 100 Milliarden Euro wert. Das entspricht einem Verlust von 37,5 Milliarden Euro. Weil die Bank ihr Gold aber nicht zu Marktpreisen in die Bilanz einstellt, verhunzt es auch nicht die Bilanz. Es ist doch schön, dass auch die sonst so soliden Bundesbanker auch einmal Luftschlösser bauen.

Peugeot auf Partnersuche

Peugeot und Citroën geht es schlecht. Auf der Suche nach frischem Kapital ist auch der Einstieg eines ausländischen Investors kein Tabu mehr. Eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters hat nun die französische Autobranche in Aufregung versetzt: Die Peugeot-Eigner, eine von nur drei verbleibenden europäischen Auto-Dynastien, wollen einen Zusammenschluss mit General Motors vorantreiben. Die Amerikaner, die bereits sieben Prozent an Peugeot halten, reagierten zurückhaltend auf die amourösen Avancen aus Frankreich: „Wir haben im Moment nicht die Absicht, zusätzliches Geld in PSA zu investieren“, sagen sie und beherzigen damit die Regel, dass aus zwei Kranken niemals ein Gesunder wird.

Monsignor 500

Seine Freunde nannten ihn „Monsignor 500“. Denn Nunzio Scarano aus Salerno hatte stets 500-Euro-Banknoten zur Verfügung. Der Geistliche soll befreundeten Unternehmern angeboten haben, die Scheine gegen Verrechnungsschecks zu tauschen. Das heikle dabei: Nunzio Scarano war Rechnungsprüfer der vatikanischen Güterverwaltung und verfügte wohl über ein Konto bei der Vatikanbank, die dem Zugriff der italienischen Behörden entzogen ist. Die Vatikanbank stand in der Vergangenheit wiederholt im Verdacht, als Geldwaschanlage zu fungieren. Papst Benedikt XVI. hatte deshalb im Herbst 2012 den Schweizer Anti-Geldwäsche-Experten René Brülhart engagiert. Seine Rechercheergebnisse sind unbekannt. Wenn Bank und Kirche zusammenkommen, bedarf es eben einer besonders hellen Erleuchtung, damit auch Monsignore 500 erkennt, dass er nur ein einfacher Hirte ist.

Hoppla

Sonst noch was? Ach ja: Hat die Alternative für Deutschland (AfD) ein Problem mit Parteimitgliedern aus dem rechten Spektrum, haben wir heute gefragt und berichtet, wer in der Partei von stramm rechts stammt. Was dann passierte? Die AfD ruft via Facebook zum Sturm der Entrüstung über Handelsblatt Online auf. Die Parteimitglieder folgen diesem Aufruf brav, womit klar ist, dass die AfD zumindest ein Problem hat: nämlich den Umgang mit der Meinungsfreiheit. Ich meine: Da haben sie sich selbst ein Bein gestellt. Hoppla.

Ein stolperfreies Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

VICTOR_KRUGER

28.06.2013, 18:43 Uhr

Der Goldschatz der Bundesbank schmilzt wie ein
Schneehaufen in der Sonne.

Der Schmelzpunkt des Metalls liegt bei rund
1064 Grad Celsius.
Bei gemessenen 16 Grad und gefühlten 11 Grad muss es
momentan in den Hochleistungsöfen der Bundesbank
heiß hergehen.

Der Goldpreis fällt und je mehr er fällt, desto
stärker steigt die Hitze in Olivers Slip.
Diese Hitze sollte Oliver an seine Freundin weitergeben,
denn das Wochenende steht vor der Tür.

Das Metallgrillen darf er der Sonne oder den
short boys der Morgana überlassen.
Manchmal möchte die Freundin auch etwas haben.

halidu

28.06.2013, 19:19 Uhr

Meine Meinung ist, dass Herr Stock dumme Meinungen vertritt.

Das können Sie jetzt aber unmöglich löschen. Ist schließlich von der Meinungsfreiheit gedeckt

curiosus_

28.06.2013, 19:33 Uhr

@Stock

"dass die AfD zumindest ein Problem hat: nämlich den Umgang mit der Meinungsfreiheit"

Na ja, da hat H. Stock wohl eher ein Problem mit der Meinungsfreiheit. Mit der der Foristen.

Noch mal Na ja - kann man verstehen. Bei 594 Kommentaren darauf:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/leserbriefe-zum-lucke-interview-liebe-afd-freunde-/8216084.html

Halt - 595 -:

https://www.facebook.com/LiberaleInDerAfD/posts/332963126831525?comment_id=1508209&offset=0&total_comments=4&ref=notif&notif_t=feed

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×