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16.10.2013

18:46 Uhr

Was vom Tage bleibt

Bockige Grüne

VonStefan Menzel

Die Grünen drücken sich vor der Verantwortung, Blackberry versucht es noch einmal. Am Persischen Golf reift Hoffnung, der Telekom-Chef wird böse überrascht. Und jetzt blickt alles über den Atlantik. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Ohne Schneid

Mit den Grünen ist kein Staat zu machen. Sie ziehen sich lieber in die Schmollecke auf den Oppositionsbänken zurück und überlassen den anderen Parteien die Regierungsgeschäfte. Wegen der vermeintlich unüberbrückbaren Gegensätze sei mit der Union keine Regierungsbildung möglich. Natürlich ist das alles nur vorgeschoben, natürlich hätten sich die Grünen auf eine Koalition mit CDU/CSU einlassen können. Der linke Flügel innerhalb der grünen Partei hat sich durchgesetzt und die Realos in die Schranken verwiesen. Die spannende Frage wird sein, ob sich dieser Gegensatz innerhalb der grünen Partei wieder kitten lässt. Vielleicht droht auf längere Sicht sogar eine Spaltung.

Das Allerletzte

X-mal ist Blackberry schon für tot erklärt worden, x-mal war das definitive Ende schon da. Dann ist es schon erstaunlich, dass das kanadische Unternehmen immer noch neue Smartphones präsentieren kann. Jetzt versucht es Blackberry also mit dem „Z30“, der dann wirklich allerletzten Chance. Denn an der miserablen Lage des Konzerns gibt es nun wirklich nichts zu beschönigen, Apple und Samsung haben die Kanadier schon lange überflügelt. Vielleicht werden wir noch ein paar Mal über den „letzten Versuch“ von Blackberry schreiben. Allzu lange wird es nicht mehr dauern, dann ist es wirklich das letzte Mal.

Hoffnung pur

Rund um den Persischen Golf vollzieht sich eine bemerkenswerte Veränderung. Nach jahrelangem Stillstand bewegen sich die USA und der Iran langsam wieder aufeinander zu. Vor allem der neue iranische Staatspräsident Rohani dürfte einen wesentlichen Anteil an dieser veränderten Stimmungslage haben. Die vorsichtige Kontaktaufnahme zwischen beiden Ländern setzt ein Zeichen für die gesamte Region. Vor ein paar Wochen war noch die Rede von einem militärischen Eingreifen des Westens in Syrien. Jetzt haben die Diplomaten die Oberhand über die Militärs gewonnen und auf einmal kann der gesamte Nahe Osten hoffen.

Echte Überraschung

René Obermann dürfte sich öfter über den US-Medienkonzern Liberty aufgeregt haben, der der Deutschen Telekom ein ums andere Mal Marktanteile wegnimmt. Telekom-Chef Obermann hat sich wohl gedacht, dass er diesen unliebsamen Konkurrenten los sein wird, wenn er demnächst zum niederländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo wechselt. Doch niemand, auch René Obermann nicht, sollte sich zu früh freuen. Liberty Media will sich Ziggo nun gleich komplett einverleiben. Auf seinem künftigen Posten könnte Obermann also Liberty-Chef John Malone als obersten Konzernboss bekommen. Das ist wohl das Allerletzte, mit dem Obermann gerechnet hat.

Ende der Blockade?

Heute Abend fühlen sich die 6000 Kilometer von Berlin nach Washington noch länger als üblich an. In der US-Hauptstadt fällt die Entscheidung, ob Republikaner und Demokraten doch endlich die gegenseitige Haushaltsblockade aufgeben werden. Eine Entscheidung, die nicht nur die Amerikaner berührt, sondern gleich die gesamte Weltwirtschaft. Uns in Europa bleibt nichts anderes übrig, als einfach nur über den Atlantik zu schauen. Wie die Amerikaner selbst können wir nur hoffen, dass im US-Kongress endlich Vernunft einkehrt. Zuletzt standen die Zeichen auf Einigung, hoffen wir das Beste.

Ein spannender Abend steht uns bevor, es grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

Kommentare (3)

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Oliver42

16.10.2013, 20:19 Uhr

Solange die CDU die Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare verweigert, werden Grüne-Abgeordnete wie Volker Beck, Gerhard Schuck und Ulrike Schauws schon dafür Sorge tragen, dass es keine Koalition der Grünen mit der CDU/CSU geben wird und das ist gut so.

Account gelöscht!

16.10.2013, 21:08 Uhr

Zu "ohne Schneid"
Grün sein, heißt dagegen sein. es ist leichter dagegen zu sein, als zu gestalten. Zum Gestalten gehört Mut und ein schlüssiges Konzept. Eine zerissene Partei, wie die Grünen kann keines von Beiden. Mir solls recht sein.

Baier

17.10.2013, 16:50 Uhr

was hat Volker Beck noch mit der aktuellen Familiensituation zu tun? Er sollte sich nach den Pädophilievorwürfen (sein Text) mal schön zurückhalten. In der Grünenpartei ist er - wie auch Cohn-Bendit - nur noch eine politische Randfichte. Gut, dass die Realos jetzt aus der Deckung kommen. Und eine Spaltung der Partei in einen ökologischen und einen marxistisch orientierten Flügel wäre nicht das Schlechteste.

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