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10.04.2015

18:52 Uhr

Was vom Tage bleibt

Branchenprimus Deutsche Bank war gestern

VonOliver Stock

Die Deutsche Bank steckt immer tiefer im Sumpf. Piëch entzieht Winterkorn seine Gunst. Und die Front National bröckelt. Was Sie heute lesen sollten.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Den Letzten beißen die Hunde
Es gab eine Zeit, da schrieben wir Journalisten wie selbstverständlich vom „Branchenprimus“ und meinten die Deutsche Bank. Sonderlich schlau war das nie, inzwischen ist es sogar eher falsch. Die Bank wird demnächst möglicherweise eine Rekordstrafe dafür zahlen, dass ihre Händler am Liborzinssatz herumgeschraubt haben. Ihr Co-Chef muss sich vor Gericht wegen Prozessbetrugs verantworten. Und die Aktionäre warten seit Monaten auf eine neue Strategie, über die Vorstand und Aufsichtsrat brüten. Zu sehen ist bislang nur ein abschmierender Aktienkurs. Es muss ja niemand ein Primus sein. Aber für die Deutsche Bank gilt demnächst: Den Letzten beißen die Hunde.

Eine Mauer bei VW
Zwischen wie vielen Menschen auf dieser Welt passte schon kein Blatt Papier? Bei Siemens war das mal so zwischen Peter Löscher und seinem Finanzchef Joe Kaeser, bis der Finanzchef den CEO ablöste. Oder erinnert sich noch einer an Schröder und Lafontaine? Kein Blatt passte dazwischen, bis der eine plötzlich verschwand. Bei VW ist heute auch so etwas passiert: Patriarch Piëch rückt von Vorstand Winterkorn ab. Er gehe auf Distanz zu Winterkorn, nur die Besten sollten an die Spitze, hat er gesagt. Die beiden haben offenbar eine Mauer zwischen sich hochgezogen. Und zwar aus Eis und nicht aus Papier.

Reiseführer fürs Netz
Gestern ein französischer Fernsehsender, heute eine deutsche Fluggesellschaft: Hacker greifen aus den unterschiedlichsten Motiven Firmen an. Im Netz herrscht inzwischen so viel Kriminalität wie auf den Straßen Neapels. Die Italiener halten deswegen ihre Handtaschen fester, schaffen Stellen für neue Carabinieri und warnen in ihren Reiseführern vor Dieben. Ein Reiseführer fürs Netz inklusive warnender Hinweise ist inzwischen Grundausrüstung für Internetbenutzer.

Die bröckelnde Front
Das Gute an den politischen Rechtsaußen in Europa ist, dass sie sich stets selbst zerlegen. Die neueste Variante der eigenen Demontage spielt gerade die Front National durch. Jean-Marie Le Pen hält die Gaskammern der Nazis für ein nebensächliches Detail, weswegen seine Tochter und Parteiführerin Marine Le Pen sich von dem Vater und Ehrenvorsitzenden höchst öffentlich und deutlich distanziert. Es ist herzerfrischend zuzusehen, wie diese Front zerbröselt.

Ein sommerliches Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Herr Jürgen Dannenberg

10.04.2015, 20:45 Uhr

"Und die Front National bröckelt". Wunschdenken, Herr Stock, reines Wunschdenken. Es wird zu einer Stichwahl zwischen Sarko und Madame kommen Ausgang offen. Beägstigend wäre, das wen Madame gewinnen würde, das dann die Führer der westliche Welt ein reiner Frauen Club wäre. Sichrer ist die dadurch bestimmt nicht geworden.

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