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24.01.2013

18:58 Uhr

Was vom Tage bleibt

Commerzbank schafft sich ab

VonFlorian Kolf

6000 Jobs bei der Commerzbank stehen auf der Streichliste, Nokia weigert sich aufzugeben, Goldman Sachs eifert dem Dallas-Fiesling J.R. Ewing nach und auch Schweine wollen spielen. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Fehlende Strategie

Die Commerzbank stellt sich in ihrem Werbespot die Frage: „Braucht Deutschland noch eine Bank, die einfach so weitermacht?“ Die Frage ist leicht zu beantworten. Doch Commerzbank-Chef Martin Blessing zeigt auch keine strategische Vision, was statt dessen kommen könnte. Er sagt, er will das Privatkundengeschäft stärken und entlässt jetzt dort erst mal Tausende Mitarbeiter. Aber wozu Deutschland künftig noch die Commerzbank braucht, die Frage beantwortet er nicht. Die Übernahme der Dresdner Bank war der Griff nach Größe, der grandios gescheitert ist. Jetzt schrumpft die Bank Stück für Stück und schafft sich so in Raten selber ab.

Zweimal gescheitert

Die Allianz hat diesen Prozess schon hinter sich. Sie hat ihr Scheitern im Bankgeschäft eingesehen und wird die Allianz Bank zu Ende Juni schließen. Zwei Anläufe hatte der Versicherer gemacht, den Traum vom Allfinanzkonzern zu verwirklichen: Zunächst mit der Dresdner Bank (die er dann erfolgreich bei der Commerzbank entsorgte) und dann mit der eigenen Banktochter. Geblieben sind Verluste in Millionenhöhe und eine bittere Erkenntnis – dass Kunden eben nicht nebenbei beim Versicherungsvertreter noch einen Kredit abschließen oder einen Sparplan kaufen. Das machen sie entweder online – oder bei der Bank ihres Vertrauens.

Neue Hoffnung

Manchmal leben Totgesagte aber auch länger. Nach dem fast unaufhaltsam scheinenden Siegeszug von Apple hatten viele den ehemaligen Star der Branche, Nokia, bereits abgeschrieben. Jetzt ist der finnische Konzern im vierten Quartal wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Doch die Wende ist damit noch lange nicht erreicht. Bei den Smartphones hat Nokia den Anschluss noch nicht wieder geschafft. Wie hart es in der Branche zugeht, hat jetzt sogar der Star Apple erlebt: Trotz erneuter Rekordergebnisse ist der Aktienkurs abgestürzt. Nur permanente Innovation sichert das Überleben.

Erfolgreich fies

Auch einen Ruf als Ekel muss man sich schwer erarbeiten, das wusste schon Dallas-Fiesling J.R. Ewing. In dieser Tradition hat die US-Bank Goldman Sachs hart geschuftet und jetzt dafür die Auszeichnung bekommen: Sie ist mit dem Schmähpreis als übelste Firma von der Organisation Greenpeace prämiert worden. Sicher gilt die Bank vielen auch als hässliches Gesicht der Finanzkrise schon weil sie erfolgreich und mächtig ist. Aber sie hat mit vielen kleinen und großen Skandalen zu diesem Zerrbild beigetragen. Interessant ist, dass der Publikumspreis nicht an eine Bank ging. Da sicherte sich Shell den ersten Platz, unter anderem wegen der Ölförderung in der Arktis. J.R. Ewing hätte seine helle Freude gehabt.

Was fehlt? Drei Schüler sind heute mit dem rheinland-pfälzischen Tierschutzpreis ausgezeichnet worden. Sie haben intelligente Spielzeuge erfunden, die verhindern, dass sich Mastschweine gegenseitig die Ringelschwänze abbeißen. Auch darüber hätte J.R. Ewing herzlich gelacht.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Feierabend.

Florian Kolf

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Kommentare (5)

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Account gelöscht!

24.01.2013, 20:06 Uhr

"Commerzbank schafft sich ab"
So'n Quatsch...für sowas ist doch Steinbrück zuständig...wie er bereits im Aufsichtsrat der WESTLB bewiesen hat. Allerdings braucht keiner die Commerzbank, höchstens die Regierung, wo sie doch schon soviele Millionen Steuergelder zu deren Stützung hineingesteckt hat...aber ansonsten haben wir doch genügend Banken, da ist die Commerzbank doch nicht umbedingt "systemrelevant" oder wie man das nannte, als man bei Quelle von staatlicher Seite nicht mal eine Bürgschaft übernehmen wollte, damit die Firma sich sanieren hätte können.
Oder erinnert sei auch noch an das Millionengrab Hypo-Real-Estate...Vernichtung von Steuergeldern ohne Strafe befürchten zu müssen - DAS muss auch mal ein Ende haben!

OLDENDORP

24.01.2013, 20:40 Uhr

................................
UND ZUM SCHLUSS SCHAFFE
ICH MICH SELBER AB...!!
................................
HERZLICHST
IHR
FLORIAN KOLF

RDA

24.01.2013, 23:36 Uhr

Ich frage mich, wann HErr Steinbrück endlich den Schadenersatz von der Allianz einfordert. Die hat ja ein heruntergewirtschaftetes Kreditinstitut viel zu teuer an die Commerzbank vertickt. Und die musste dann mit viel Steuergeld gestützt werden und schmeißt munter Mitarbeiter raus.

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