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16.07.2014

19:33 Uhr

Was vom Tage bleibt

Das Leiden am Zulieferer

VonStefan Menzel

BMW ruft 1,5 Millionen Autos in die Werkstatt, Murdoch will Time Warner kaufen. Google holt einen Ford-Mann, UN-Soldaten tragen Mitverantwortung für Srebrenica und die Fußballer erschrecken das Land. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die große Luftnummer

Beim Airbag hört der Spaß auf. Dass Autofahren in den vergangenen 20 Jahren doch so deutlich sicherer geworden ist, hängt ganz entscheidend mit der Airbag-Technik zusammen. Der japanische Zulieferer Takata hat es mit der Sicherheit offensichtlich nicht ganz so ernst genommen. BMW, wie viele andere große Autohersteller Kunde von Takata, zieht daraus die Konsequenzen und ruft jetzt 1,5 Millionen Autos der 3er-Baureihe in die Werkstätten. Auch wenn das aus Kundensicht erst einmal ein lästiger Schritt sein mag, so bringt der Rückruf doch mehr an Sicherheit. Ein zweiter Schritt wäre auch noch möglich für BMW: Takata von der Lieferantenliste zu streichen.

Ganz groß gegen Google

Rupert Murdoch kann es einfach nicht lassen. Auch mit 83 geht der US-Medienzar noch einmal auf Einkaufstour. Jetzt ist der amerikanische Konkurrent Time Warner Ziel seiner Wünsche. Murdoch würde dafür mal so eben mindestens 80 Milliarden Dollar auf den Tisch legen. Ganz so falsch liegt der gewiefte Medienfuchs mit seiner Strategie wohl nicht. Google & Co. sind noch um einiges größer. Um gegen diese wahren Riesen der Medienbranche überhaupt noch bestehen zu können, ist eigene Größe wahrscheinlich die einzig richtige Antwort. Und solange es noch etwas zu kaufen gibt, schlägt Rupert Murdoch eben zu.

Internet auf Rädern

Google wächst nicht nur im klassischen Medienbereich. Der US-Riese will mit seiner Software und seinen Ideen die gesamte Gesellschaft durchdringen. Transport, Mobilität und auch Autos gehören dann wie selbstverständlich dazu. Für Google ist es deshalb ein logischer Schritt, jetzt auch den früheren Ford-Chef Alan Mulally in den eigenen Aufsichtsrat zu holen. Seine Verpflichtung dürfte auf längere Sicht Gold wert sein. Und wer weiß, vielleicht fahren wir in zehn Jahren auch mit einem Google-Mobil durch Städte und Landschaften. Mulally wird ganz sicher daran arbeiten.

Zeichen aus den Niederlanden

Das schlimme Massaker im bosnischen Srebrenica mit mehreren tausend Toten liegt nun schon bald 20 Jahre zurück. Trotzdem ist es ganz und gar präsent. Jetzt hat ein Gericht entschieden, dass UN-Soldaten aus den Niederlanden Mitverantwortung für den Tod der Opfer tragen. Sie hätten mehr tun können, um das von serbischen Streitkräften verübte Verbrechen zu stoppen. Ein gutes Urteil für alle künftigen Einsätze von UN-Soldaten: Niemand darf sich vor Verantwortung drücken, wenn sich Menschenleben retten lassen.

Unerwartete Fortsetzung

Eigentlich sollte sich das Thema Fußball-Weltmeisterschaft inzwischen erledigt haben. Das Turnier in Brasilien ist beendet, die Mannschaften sind nach Hause gefahren, fast alle Spieler inzwischen im Urlaub. Doch plötzlich und unerwartet ist das #Gauchogate der deutschen Nationalmannschaft dazwischengekommen. Haben sich Klose & Co. nun also abfällig über ihre Endspielgegner aus Argentinien geäußert? Darüber scheiden sich die Geister, es gibt Befürworter und Gegner des Gauchotanzes. Gelassenheit ist wahrscheinlich die einzig richtige Antwort darauf, schon in ein paar Tagen dürfte sich auch dieses Thema erledigt haben.

Einen erholsamen Abend wünscht Ihnen  

Stefan Menzel

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