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02.12.2013

18:06 Uhr

Was vom Tage bleibt

Das schiefe Ergebnis von Pisa

VonOliver Stock

Laut Bildungstest sind wir wieder nicht die Schlausten. Klitschko testet den politischen Nahkampf. Lebensmittelkontrolleure testen Ritter-Sport-Lieferanten. Amazon testet Zustelldrohnen. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Pisa kommt

Morgen werden wir wissen, wie gut wir lesen, schreiben und rechnen können, denn morgen kommt die neueste Ausgabe des Pisa-Tests über uns. Erster Trend: Deutsche Schüler haben sich leicht verbessert, landen im Vergleich aber immer noch im Mittelfeld. Vielleicht sind die Pisa-Disziplinen einfach nicht die richtigen, um zu gewinnen: In Sachen Eltern einspannen, den Unterricht mit Lernstoff verstopfen und am Berufsleben vorbei ausbilden sind wir nämlich ziemlich gut.

Warum sich Klitschko nicht durchboxt

Wir kennen und mögen das Gesicht des Boxers aus Hamburg: Vitali Klitschko. Und wir kennen das Gesicht des Präsidenten aus Kiew: Viktor Janukowitsch. Warum, fragen wir uns in unseren heimeligen Wohnstuben, setzt sich der Boxer, der doch offenbar mehr als einen rechten Haken drauf hat, nicht gegen den ungeliebten Präsidenten durch? Ganz einfach: In Wirklichkeit haben die Unruhen in der Ukraine viele Gesichter. Neben den beiden hier bekannten beispielsweise das von Arseni Jasenjuk von Timoschenkos Vaterlands-Partei oder das von Oleg Tjagnibok von der rechtsradikalen Freiheits-Partei. Einigkeit herrscht in der Opposition allenfalls darin, dass der Präsident abtreten soll. Die Ukrainer fragen aber nicht nur nach einem Regierungs- sondern nach einem Systemwechsel. Und so lange der nicht in Sicht ist, wird der Boxer aus Hamburg sein Geld weiter eher im Ring als im Parlament verdienen.

Voll auf die Nuss

Die Lebensmittelüberwachung des Landkreises Holzminden nimmt die Produktion des Aromastoffherstellers Symrise unter die Lupe. Es geht um das Herstellverfahren des Aromas Piperonal, das Symrise an Ritter Sport liefert. Die Behörde will die Vorwürfe gegen den Schokoladenhersteller prüfen lassen. Die Stiftung Warentest hatte jüngst die Ritter-Sport-Sorte „Voll-Nuss“ mit „mangelhaft“ bewertet, da in der Zutatenliste von „natürlichem Aroma“ die Rede sei. In Mengen für die industrielle Produktion werde das Aroma aber nicht natürlich hergestellt, meinen die Tester. Also sahen sie „arglistige Täuscher“ am Werk und senkten den Daumen. Mein Vorschlag: Kaufen wir doch Schokolade nicht danach, was drin oder nicht drin ist, was andere darüber sagen oder was vielleicht ein Lebensmittelkontrolleur denkt. Kaufen wir sie doch einfach nach dem Kriterium, ob sie uns schmeckt.

Joschka und der BMW

„Ein Traum wird wahr“, schwärmt Deutschlands ehemaliger Außenminister Joschka Fischer und meint nicht etwa den Verzicht des Irans auf Atomwaffen sondern den neuen BMW i3. Ein Filmchen auf Youtube zeigt ihn, wie er das Gefährt bei BMW am VIP-Schalter abholt und Manager ihm die Hand schütteln. Zwischen diesem Film und seiner Vereidigung als Minister in Turnschuhen liegen knapp 29 Jahre. Der Kopf ist rund, damit wir unsere Ansichten mal drehen können, heißt es. Bei Joschka Fischer und seinen Wandlungen kann einem aber vom Zuschauen schwindelig werden.

Amazon testet Zustelldrohnen

Geht es nach dem Willen von Amazon-Chef Jeff Bezos, dann bringt nicht der Weihnachtsmann künftig die Geschenke, sondern kleine Drohnen liefern Amazons Geschenkpakete aus. Das Unternehmen testet jedenfalls die Warenauslieferung durch unbemannte Fluggeräte. Die achtmotorigen Amazon-Drohnen können Pakete mit einem Gewicht von bis zu 2,3 Kilogramm befördern. Toll? Ein Leser von Handelsblatt Online zweifelt: „Wie sollen die Dinger bei mir klingeln?“, fragt er sich.

Einen grüblerischen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

02.12.2013, 18:46 Uhr

Pisa kommt, geht und die Lehrer Beamten werden bleiben. Wie würde ein Dienstleitungsbetrieb mit diesen Leistungsträgern aussehen? Ich befürchte die wären schnell weg vom Fenster.
Und schief ist das Ergebnis von Pisa nicht. Hören Sie sich doch einmal bei Ihren Praktikanten herum, gut die brauchen kein Mathe Genies im kommunikativen Bereich zu sein. Aber wissen wo Rügen liegt sollte man doch schon, und zwar ohne Google zu befragen.

leser

02.12.2013, 19:28 Uhr

Eigentümlich:
Der Turm von Pisa steht schief.
Aber das gilt vmtl schon wieder als renitent so etwas zu bemerken.

Ingenius

02.12.2013, 21:09 Uhr

Herjemine Oliver Stock

das sind nun wirklich die tiefsten Abgründe sich nur nach dem Geschmack zu orientieren.
Ich will jetzt nicht von Symrise sprechen, denn die Schokolade von Ritter Sport wird wohl selbst dann nicht zum Gesundheitsrisiko, wenn da mit künstlichen inhaltsstoffen gemogelt wurde.

Doch, lieber Herr Stock, lassen sie diese verharmlosungen, Schmecken soll es natürlich an 2 Stelle, an 1. Stelle soll das was man Futtert gesund sein oder zumindest nicht schaden.
Ein Freund von mir hatte eine andere Reihenfolge, 1. Geschmack, 2. Geschmack jetzt hat er Diabetes, ein Teil vom Fuß wurde amputiert und enormes Übergewicht und warum?

Aus berufenem Munde erhielt er die Information Zuckerlimos (Coca Cola Fanta) und Bisphosphonat das sich aus Plastikflaschen löst und Gewebe und Organe schädigt.
Zuviel Fett im Essen spielte auch eine große Rolle.
Mit solchen Sätzen, wie "Vertrauen wir doch einfach unserem Geschmack" helfen sie, das so etwas passiert.
1. Gesundtheit, danach kommt Geschmack gepaart mit Information, was für'n Zeug man da ißt und trinkt.

Ich werde ihm besser nicht

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