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18.05.2012

18:17 Uhr

Was vom Tage bleibt

Der amerikanische Traum

VonOliver Stock

Zuckerberg macht wahr, wovon nicht nur Amerikaner träumen. Der europäische Alptraum geht derweilen weiter. Heute schlafen die Spanier schlecht. Der Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Olles Geschäftsmodell

Sie wollen es ganz nüchtern? Dann so: Am Tag des Facebook-Börsengangs hat Unternehmenschef Mark Zuckerberg die Nasdaq-Glocke per Live-Schaltung vom Facebook-Sitz im kalifornischen Menlo Park bedient. Der Börsengang ist mit Einnahmen von mindestens 16 Milliarden Dollar eine der größten Neuemissionen aller Zeiten. Der Run auf die Aktie hielt zunächst nur kurz, in den ersten Handelsminuten fiel das Papier auf den Ausgabekurs von 38 Dollar. Facebooks Geschäftsmodell ist so alt wie das Internet und entsprechend instabil: Es besteht darin, auf Facebook-Seiten Werbung zu verkaufen. Das geht mal gut, mal schlecht.

Dolles Erfolgsmodell

Sie wollen es emotionaler? Okay: Innerhalb von acht Jahren haben die Jungs um Mark Zuckerberg einen amerikanischen Traum Wirklichkeit werden lassen: Sie haben sich aus einem Hinterzimmer zu Milliardären hochgearbeitet. Nur mit einer Idee im Kopf, die pro Sekunde sieben neuen Nutzern gefällt. So schnell wächst Facebook derzeit. Glückwunsch, Mr. Zuckerberg!

Euro olé - Euro ohjeh!

Griechenland brennt, das wissen wir. In Spanien glimmt das Feuer, das dachten wir bisher. Jetzt hat die Ratingagentur Moody's 16 spanische Kreditinstitute herabgestuft. Unter ihnen mit Santander auch der Branchenprimus der Euro-Zone. Die Banken zwischen Bilbao und Barcelona sitzen auf einem Berg von Immobilien-Krediten in Höhe von 307 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte davon ist möglicherweise faul - womit klar ist: Wenn der Euro nicht vor Piraeus im Meer versinkt, dann geht er eben an der Costa Brava unter. Im Gegensatz zur Sonne steigt er allerdings nicht anderntags zuverlässig wieder nach oben.

Bock geschossen

Lustig ist, dass die spanische Regierung unter anderem die Investmentbanker von Goldman Sachs damit betraut hat, herauszufinden, wie schlecht es wirklich um die Banken steht. Ja, sie haben richtig gelesen. Goldman Sachs. Das waren die, die einst im Auftrag Griechenlands so kreativ gerechnet haben, bis das Land vor zwölf Jahren die Anforderungen an den Euro-Beitritt erfüllte. So wird der Bock mal Gärtner.

Karriere in Gefahr

Die Spekulationsverluste bei der US-Großbank JP Morgan könnten auf fünf Milliarden Dollar steigen. Diese Zahl sei JP Morgan-Chef Jamie Dimon als möglicher Maximalverlust aus fehlgeschlagenen Wetten auf den Kreditmarkt genannt worden, heißt es angeblich aus Konzernkreisen. Da wir gelernt haben, dass bei Banken in Krisensituationen auf die schlechteste Prognose immer noch ein Schnaps oben drauf kommt, könnte es eng werden für das so stolze Haus. Der Gewinn wäre völlig dahin, die Karriere von Vorzeige-Banker Jamie Dimon vermutlich auch.

Warten auf die Friedenspfeife

Die Kanzlerin reist zum G8-Gipfel nach Camp David. Sie reist dann weiter zum Nato-Gipfel nach Chicago. Und was machen wir? Wir warten händeringend darauf, dass sie wieder zurückkommt, um mit den Herrn Seehofer und Rösler die Friedenspfeife zu rauchen. Am Dienstag soll es ein Treffen der Drei geben, das nach der verlorenen Nordrhein-Westfalen-Wahl und dem Rausschmiss des dafür Verantwortlichen schon als Krisengipfel tituliert wird. Manchmal verrutschen die Dimensionen, wenn wir durch die nationale Brille schauen.

So - und jetzt lassen Sie die Nachrichten einmal abtropfen. Es ist Wochenende. Hoffentlich ein entspanntes. Das wünscht

Oliver Stock

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