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26.01.2015

19:16 Uhr

Was vom Tage bleibt

Der Dax bleibt auf dem Teppich

VonStefan Menzel

Der Dax steigt trotz neuer Regierung in Athen, Putin attackiert die Nato. Autohersteller distanzieren sich von Pegida, der IS verliert Kobane und die Sparkasse Ulm darf nicht willkürlich kündigen. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Coole Börse

Der Dax hat es am Montag vorgemacht. Alle Welt spricht von der angeblich problematischen Regierungsbildung in Griechenland. Die radikal linke Partei Syriza und der neue Premier Alexis Tsipras würden das Land in Richtung EU- und Euro-Austritt lenken. Der deutsche Leitindex hat darauf mit einem Plus von fast 150 Punkten reagiert. Angst sieht nun wahrlich ganz anders aus.

Echter Unruheherd

Wer in Richtung Ukraine schaut, kann hingegen schon deutlich unruhiger werden. Die Zeichen zwischen dem Westen und Russland stehen eindeutig auf Eskalation. In Moskau hat Präsident Putin am Montag die Armee der Ukraine als „Fremdenlegion der Nato“ bezeichnet. Viel schlimmer kann die verbale Entgleisung kaum noch werden. Die Beziehungen zwischen Ost und West sind auf einem neuen Tiefpunkt angelangt. Wir sollten uns darauf einstellen, dass alles noch schlechter wird. Putins Kurs ist klar: Er schreckt vor noch mehr Gewalt überhaupt nicht zurück.

Klare Worte

Opel und Ford setzen ein Zeichen: Sie distanzieren sich klar und eindeutig von der Pegida-Bewegung und warnen vor deren verdeckter Ausländerfeindlichkeit. Andere Unternehmen sollten dem Beispiel der beiden Autohersteller folgen und ebenfalls auf Distanz zu Pegida gehen. Deutschlands Unternehmen sind auf die Zuwanderung angewiesen. Der wirtschaftliche Wiederaufstieg nach dem Zweiten Weltkrieg wäre ohne Zuwanderung überhaupt nicht möglich gewesen. Wir sollten den Menschen dankbar sein, die ihre Heimat verlassen haben und zu uns gekommen sind. Das ganze Land hat davon profitiert, die Verantwortlichen von Opel und Ford wissen das sehr genau.

Niederlage mit viel Symbolik

Die Kurden in der syrischen Grenzregion zur Türkei haben es tatsächlich geschafft und den letzten IS-Kämpfer vor der lange umlagerten Stadt Kobane vertrieben. Das ist ein wichtiges Symbol im Kampf gegen den brutalen und unmenschlichen „Islamischen Staat“. Der IS ist nicht unverletzlich, der Rückzug aus Kobane steht für eine schwere Niederlage mit viel Symbolik. Die Luftschläge der Westalliierten dürften dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben, die militärische Unterstützung des Westens zeigt erste Erfolge. Dem grausamen Treiben des IS kann also vielleicht doch auf absehbare Zeit ein Ende bereitet werden. Es gilt das Prinzip Hoffnung.

Warnsignal

Es ist ein Urteil, das die gesamte Branche aufhorchen lässt. Die Sparkasse Ulm wollte alte Hochzins-Verträge loswerden und hat deshalb massenhaft Kunden eben diese Verträge gekündigt. In erster Instanz hat nun ein Gericht entschieden, dass die Sparkasse genau das nicht durfte. Die Ulmer Sparkasse dürfte sich mit diesem Urteil nicht zufrieden geben und in die nächste Instanz gehen. Das Urteil ist trotzdem ein klares Warnsignal an alle Banken und Sparkassen: Kunden sind kein Freiwild, Geldhäuser dürfen Verträge nicht einfach nach eigenem Gutdünken abändern. „Pacta sunt servanda“ – dieses Grundprinzip muss natürlich auch für die Finanzbranche gelten.

Einen schönen Abend und noch eine gute Woche wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Herr Andreas Berger

26.01.2015, 20:19 Uhr

"Putins Kurs ist klar: Er schreckt vor noch mehr Gewalt überhaupt nicht zurück." ist wie: STOPPT PUTIN JETZT!"

Wie war das mit der Lügenpresse? Ist es wirklich Putin, der hier in der Ukraine zündelt oder ist es der Westen, speziell die USA und Deutschland, die Geld, Kredite und Waffen dort hinschicken, damit die faschistische Putschregierung dort gegen das eigene Volk einen Krieg führen kann? Wie wäre es einmal mit korrekter Berichterstattung, anstatt diese Propagandasch...!
Ist Handelsblatt auch im großen Klub der US-Presseabteilung? Ich finde es eine Unverschämtheit, die Fakten immer so zu verdrehen und den Westen, dem ich angehöre, als die Guten hinzustellen, und Putin, dem Menschen, den wir Deutschen die Wiedervereinigung zu verdanken haben, aber als durchgeknallten Aggressor und Kriegstreiber, ja sogar als DEN aggressiven Russen hinzustellen. Mir kommt da echt das Mittagessen wieder hoch. Deutsches Volk wach auf und zeige in die richtige Richtung, dort wo wirklich der Aggressor zu suchen und zu finden ist. Wer hat wirklich daran Interesse und Nutzen, wenn in Europa Krieg entsteht? Welches Land hat die höchste Dollarverschuldung und braucht dringend einen Krieg zur Ankurbelung ihrer lahmen Wirtschaft? Es ist nicht Russland, es ist deren Gegenspieler und kranker Weltmachtsphantast über dem großen Teich.
Mich würde wundern, wenn dieser Text hier veröffentlicht wird, unzensiert natürlich. Und dieser dann auch stehen bleibt. Doch Lügenpresse und Zensur gehen nun einmal Hand in Hand. Ekelergegend, was hier in der Welt abgeht!

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