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25.10.2013

18:52 Uhr

Was vom Tage bleibt

Der Dax klettert nach ganz oben

VonStefan Menzel

Deutschlands wichtigster Börsenindex schafft die 9000er-Marke, ARD und ZDF werden Grenzen gesetzt. Luxemburg erhält eine neue Regierung, die Lufthansa spart. SPD-Chef Gabriel muss auf die Pauke hauen. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Partystimmung in Frankfurt

In Frankfurt haben heute am Freitag die Sektkorken geknallt. Für die meisten Börsianer dürfte es etwas zu lange gedauert haben, aber nun hat Deutschlands wichtigster Börsenindex Dax endlich die magische Grenze von 9000 Punkten durchbrochen. Die Aufwärtsbewegung dürfte noch lange nicht zu Ende sein, eine richtige Jahresendrally mit kräftig anziehenden Kursen ist sehr wahrscheinlich. Natürlich treiben auch die Notenbanken mit ihren Liquiditätshilfen die positive Entwicklung an den Börsen an. Aber es gibt auch andere Faktoren, die dafür verantwortlich. Etwa die gute konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, die wachsende Gewinne und damit auch steigende Kurse verspricht.

Inflation der Kanäle

ARD und ZDF sind in einer privilegierten Situation. Die Milliarden an Rundfunkgebühren garantieren ihnen einen sicheren Einnahme-Strom. Der Preis, den die Öffentlich-Rechtlichen dafür zahlen müssen, ist die Kontrolle durch die Politik. Nun haben die Ministerpräsidenten der Länder die Pläne für einen neuen Jugendkanal von ARD und ZDF gestoppt. Das dürfte mehr als nur eine befristete Blockade sein, sondern das definitive Aus der Jugendkanal-Pläne bedeuten. Eine gute Entscheidung, denn warum sollten die Öffentlich-Rechtlichen noch mehr machen? ARD und ZDF haben die Zahl ihrer Kanäle in den vergangenen Jahren extrem erhöht, das aktuelle Angebot der Öffentlich-Rechtlichen ist schon mehr als ausreichend.

Undankbare Wähler

Jean-Claude Juncker ist ein Urgestein der europäischen Politik. Vom Chefposten der Euro-Zone hat er sich bereits zurückgezogen. Eigentlich wollte er jetzt noch ein paar Jahre als Ministerpräsident in seiner luxemburgischen Heimat aktiv sein. Luxemburg geht es gut, das kleine Land im Herzen Europas hat besonders stark von der europäischen Integration profitiert. Juncker hätte dafür eigentlich belohnt werden können – mit der Wiederwahl als Premier. Doch die Wähler sind wie so häufig auch im reichen Luxemburg undankbar – Juncker darf als Premier nicht weitermachen. Er sollte es mit Fassung tragen, ein Ehrenplatz in der europäischen Politik ist ihm trotzdem sicher.

Phantasieloses Sparen

Die Lufthansa muss an allen Ecken und Enden sparen. Jetzt sind die Rechenzentren an der Reihe, die Europas größte Fluggesellschaft recht zügig auslagern will. Das soll, wie das viele Konzerne bei vergleichbaren Aktionen hoffen, einen erheblichen Einsparungseffekt bringen. Doch der Erfolg solch einer Auslagerung ist alles andere als garantiert, andere Unternehmen mussten dafür schon häufig genug viel Lehrgeld zahlen. Dass sich die Lufthansa trotzdem für die Ausgliederung entscheidet, deutet auf den immensen Kostendruck in der Luftfahrt-Branche hin. Und auf die Ideenlosigkeit der Lufthansa-Manager, denen offensichtlich nicht mehr viel einfällt.

Partnerschaft und Streit

Union und SPD treiben mit großem Aufwand den Start der Großen Koalition voran. Mehrere Hundert Politiker aus beiden Fraktionen besprechen in Arbeitsgruppen und Ausschüssen den Start der neuen schwarz-roten Berliner Regierung. Also stehen die Zeichen eigentlich auf Zusammenarbeit. Trotzdem stellt sich SPD-Chef Gabriel vor die Mikrofone und attackiert den künftigen Regierungspartner wegen dessen angeblicher Fehler in der Affäre um das abgehörte Handy von Kanzlerin Merkel. Ein Widerspruch? Nein, sondern eher politischer Pragmatismus. Auch mit einer Großen Koalition im Rücken wird es in den kommenden vier Jahren immer wieder solche Attacken geben. Die SPD muss sich profilieren und Flagge zeigen, wenn sie gegenüber der Union bestehen will. 2017 wird schließlich schon wieder gewählt.

Genießen Sie den Abend und freuen Sie sich auf ein schönes und sonniges Wochenende

Stefan Menzel

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