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21.03.2014

18:20 Uhr

Was vom Tage bleibt

Der geschäftstüchtige Herr Gauweiler

VonOliver Stock

Der CSU-Abgeordnete ist ein Nebeneinkünfte-König. Türken lieben Twitter, ihr Ministerpräsident genau deswegen nicht. Und: Deutschland hat einen neuen Importschlager. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Nebentätigkeit lohnt sich

Peter Gauweiler ist ein Mann, der mindestens zwei Eigenschaften besitzt: Er ist klug und geschäftstüchtig. In dieser Ausprägung haben das nicht viele Abgeordnete zu bieten, wie der Nebentätigkeits und -einkünftebericht des Bundestags nahelegt. Dort nämlich rangiert Gauweiler mit Einkünften der „Stufe 10“ ganz oben. Das heißt, es kommen zu seinen Abgeordneten-Diäten noch mehr als 250.000 Euro nebenbei herein. Für CSU-Chef Horst Seehofer ist das eine gute Nachricht. Dieser Mann zumindest wird ihn nicht vorzeitig beerben wollen. Der Job des Ministerpräsidenten dürfte Gauweiler zu schlecht bezahlt sein.

Twitter-Streit

Abdullah Gül ist türkischer Präsident und hält mit seiner Meinung über eine Aktion seines Parteikollegen Recep Tayyip Erdogan nicht hinterm Berg: „Inakzeptabel“ sei das Twitterverbot des Ministerpräsidenten. Das Lustige ist, dass der präsidiale Streit via Twitter ausgetragen wird. Die Türken nämlich lieben Twitter. 39 Prozent sind aktiv, hierzulande sind es nur sechs Prozent. Vielleicht ist ja was dran an der Vermutung, dass das Netz auch dazu da ist, die Demokratie zu verbreiten. Dort wo sie immer mal wieder mit Ellbogen gerempelt wird, spielen Twitter und Co. jedenfalls eine größere Rolle.

Um die Ecke geschaufelt

Die Europäische Union hat im Krim-Konflikt ihre Sanktionen auf ranghohe Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgeweitet. Nicht mehr 21, sondern nun 33 Personen bekommen nun Schwierigkeiten, wenn sie ins westliche Ausland reisen wollen. Ein Leser dieser Kolumne schrieb neulich sehr treffend: „Da wird viel Wind um die Ecke geschaufelt.“

Kampf um Privilegien

70.000 Euro Einstiegsgehalt und bis zu 260.000 Euro, wenn es gut läuft – das ist das Gehalt eines Lufthansa-Piloten. Genau die haben sich jetzt überlegt, sie könnten ja mal wieder streiken. Als Grund geben sie vorsichtigerweise nicht die laufenden Gehälter, sondern die Altersbezüge an, bei denen die Lufthansa sparen will. Was die Piloten nicht wissen: Hinten in der Kabine fliegen schon längst nicht mehr die Privilegierten. Sie zahlen keine Mondpreise mehr für ihre Tickets. Entsprechend mäßig geht es der Lufthansa. Nur bis in Cockpit hat sich das noch nicht rumgesprochen.

Bargeld lacht

Was für ein Stress: Da haben Deutsche manchmal über Generationen hinweg mühsam Geld in der Schweiz versteckt, und jetzt holen sie es aus Angst vor Aufdeckung wieder zurück. Als Versteck dient mal die Hose vom neunjährigen Sohn, mal die Schlafdecke vom Hund auf der Rückbank. 573 Millionen Euro mit unklarere Herkunft hat der Zoll im vergangenen Jahr an der Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland beschlagnahmt. Das sind sage und schreibe 563 Millionen mehr als im Vorjahr. Deutschland hat also einen neuen Importschlager: Bargeld.

Ein sittsam sparsames Wochenende wünscht Ihnen da mal

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

21.03.2014, 19:19 Uhr

Ach, Herr Stock, der Neidbazillus ist wirklich schon allgegenwärtig in D. Herr Gauweiler ist ein exzellenter Rechtsanwalt und sein Einkommen in der zitierten Höhe ist da völlig angemessen. Es garantiert außerdem, daß er unabhängig ist, sich eine eigene Meinung bilden kann und nicht käuflich zu sein braucht. Wir bräuchten noch viel mehr Abgeordnete diesen Kalibers in den Parlamenten.

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