Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.11.2013

18:41 Uhr

Was vom Tage bleibt

Der Gewinner ist: Blackberry

VonOliver Stock

Bei Blackberry herrscht die Zuversicht der Verzweifelten. Die nächste EU-Regel kommt bestimmt. Snowden bleibt fern und alle reißen sich um Hoeneß. Der Tagesbericht.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die Parade-Optimistin

Die Gewinnerin ist: Barbara Stymiest. Sie erhält den großen Preis für Optimismus. Die Frau ist Verwaltungsratschefin bei Blackberry und hat gesagt: „Die heutige Ankündigung stellt ein deutliches Zeichen der Zuversicht in Blackberry dar.“ Sie meint damit, dass der schwer angeschlagene Smartphone-Pionier eine Milliarde Dollar frisches Geld von seinem Großaktionär Fairfax und weiteren Investoren bekommen soll. Sie meint damit auch, dass der eigentlich geplante Verkauf abgesagt ist, weil sich die Käufer nun nicht gerade die Klinke in die Hand gaben. Sie weiß, dass Blackberry seinen aus Deutschland stammende Chef Thorsten Heins nach nicht einmal zwei Jahren vor die Tür setzt. Sie weiß darüber hinaus, dass sich das Unternehmen trotz eines neuen Betriebssystems und neuer Smartphone-Modelle im Sinkflug befindet und viele Kunden zu Apple und Samsung abgewandert sind. Sie weiß schließlich, dass auch sie ihren Job verliert. Hut ab vor so viel Zuversicht.

Wider dem Tütenwahn

Wollte der Verhüllungskünstler Christo die Welt in Plastik packen, er würde nicht am Material scheitern. Die Menge an Plastiktüten, die allein in Deutschland im Jahr verbraucht wird, würde aneinandergelegt die Erde 39 Mal umrunden, schätzt die Umwelthilfe. Im Schnitt verbraucht jeder Bundesbürger 64 Tüten im Jahr, EU-weit sind es 198 Stück. Grund für EU-Umweltkommissar Janez Potocnik einen Anti-Plastiktüten-Aktionsplan aufzulegen. Ich kann zwar nicht sagen, dass ich Plastiktüten irgendetwas abgewinnen kann und die Umwelthilfe macht auch einen guten Job. Aber ich finde das Thema ist bei mir und meinem Supermarktkassierer prima aufgehoben. Janez Potocnik hatte ich gar nicht vermisst.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Snowden darf nicht kommen

Edward Snowden muss um Deutschland einen Bogen machen, wenn er auf freiem Fuß bleiben will. Die deutsche Regierung sieht die Sache nämlich so, „dass die Voraussetzungen für eine Aufnahme nicht vorliegen“. Ihr Sprecher sagt: „Das transatlantische Bündnis bleibt für uns Deutsche von überragender Bedeutung.“ Damit macht er klar, wo die Sympathien der Kanzlerin liegen: Sie mag zwar nicht, wenn sie abgehört wird, aber von einem lieben Freund abgehört zu werden ist eben auch nicht so schlimm, sagt sie sich. Jedenfalls nicht so sehr, dass es sich lohnte, diesen Freund wirklich zu verärgern. Angela Merkel geht damit jeder Kraftprobe mit den USA aus dem Weg. Ein bisschen mehr Muskeln könnte wir uns schon zutrauen.

Rechts oder links

Bill de Blasio hat alle Aussichten morgen die Bürgermeisterwahl in New York zu gewinnen. Er wäre dann Chef einer Stadt, die soviel Einwohner hat wie Österreich. Und wer sich vorstellt, alle Österreicher lebten in den Grenzen einer Stadt, der kann in etwa erahnen, dass dort Reibungsverluste entstehen könnten. Der Demokrat de Blasio will sie abbauen, nachdem sie unter dem jetzigen Bürgermeister, dem Multimilliardär Michael Bloomberg, mit harter Hand in Zaum gehalten wurden. De Blasio ist einer jener Linken, nachdem sich diejenigen sehnen, die von einem Rechten wie Bloomberg die Nase voll haben. New York wird damit zum Spiegelbild der USA: Es gibt rechts oder links, schwarz oder weiß, arm oder reich, richtig oder falsch. Die Kunst des Kompromisses kommt den Amerikanern abhanden.

Hoeneß muss vor den Richter

Der Präsident von Bayern München, Uli Hoeneß, muss vor Gericht. Der Prozess wegen Steuerhinterziehung soll am 10. März beginnen. Bislang sind vier Verhandlungstage angesetzt. So viel ist sicher. Unsicher und damit spannend ist, ob der Gerichtssaal oder die Bayern-Arena Austragungsort sein wird, ob die Eintrittskarten verkauft oder verlost werden, und ob Journalisten zwei NSU-Prozess-Eintrittskarten gegen eine Hoeneß-Eintrittskarte tauschen können.

Einen gespannten Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.11.2013, 09:48 Uhr

Da kann der Chefredakteur auf dem Photo oben mit der Skyline im Hintergrund aber stolz sein: Die BILD-Zeitung hätte das auch alles nicht knapper und prägnanter formulieren können.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×