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21.04.2015

18:41 Uhr

Was vom Tage bleibt

Der Mann auf der Abschussliste

VonOliver Stock

Den USA ist womöglich ein halber Erfolg im Kampf gegen den IS gelungen. Afrika schweigt über die Flüchtlingskatastrophe. Google rechnet neu. Hier steht, was Sie heute lesen sollten.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Angeschossen

Abu Bakr al-Baghdadi ist einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Er ist der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat. Bei einem von den USA angeführten Luftschlag habe der 43-Jährige jüngst schwere Verletzungen erlitten, berichtet eben die britische Zeitung „Guardian“ und beruft sich dabei auf einen westlichen Diplomaten und einen irakischen Berater. Inzwischen soll er sich auf dem Weg der Besserung befinden, im Einsatz sei er jedoch noch länger nicht. Der islamische Staat ist zum Glück noch kein Staat mit Grenzen, Volk, Regierung, Bankschaltern und Botschaften. Es wäre gut, wenn er es gar nicht erst würde.

Das Schweigen Afrikas

In den afrikanischen Staaten von Nigeria über Mosambik bis nach Südafrika interessiert sich niemand offiziell für die Flüchtlinge im Mittelmeer. Zeitungen, Politik und Würdenträger ignorieren die Katastrophe. Warum Afrika schweigt, erklärt mein Kollege Wolfgang Drechsler in Kapstadt so: Die Berichterstatter müssten die Hauptschuldigen nennen. Und das sind die afrikanischen Regierungen.

Leuchtende Bad Bank

Es gibt „Tempo“, das steht für Taschentücher, es gibt Google, das steht fürs Suchen und es gibt Osram, das steht für Glühbirnen. Während die ersten beiden mit ihrem Image leben können, will Osram sich verändern. Die grelle Glühbirne soll der kuschligeren LED-Beleuchtung weichen. Der Konzern will sein klassisches Geschäft mit Glühbirnen dafür in eine eigene Gesellschaft auslagern. Den Bereich will die frühere Siemens-Tochter so auf Partnerschaften oder einen Verkauf vorbereiten. Ein bisschen handelt der Konzern wie eine Bank, die ihr schlechteres Geschäft in eine „Bad Bank“ schiebt. Es gibt wohl keine „Bad Bank“, die jemals so hell geleuchtet hätte.

Noch ein Streik

Eltern aufgepasst: Auch die fünfte Runde bei den Kita-Tarifverhandlungen ist gescheitert, nun wird eine Urabstimmung über unbefristete Streiks wahrscheinlich. Wer fünf Mal ohne Ergebnis verhandelt, wäre in jedem Unternehmen sein Verhandlungsmandat los. Für die Gewerkschaft Verdi und ihre Gegenspieler gilt das offenbar nicht.

Was Google nicht findet

Es geht um die wertvollsten Quadratzentimeter des Internets: Google hat heute mal wieder seinen Suchalgorithmus verändert. Wer seine Seite nicht für Smartphones optimiert hat, landet in den Trefferlisten weiter unten. Webmaster in aller Welt starrten heute auf ihre Analyseprogramme, um zu sehen, ob sie betroffen sind. Google ist das Schaufenster dieser Welt. Und es stimmt: Nur wer vorne liegt, macht auf sich aufmerksam. Es ist aber nicht verboten auch mal in den Laden zu gehen. Manchmal liegen wahre Schätze weiter hinten im Regal.

Einen tiefschürfenden Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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