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06.11.2012

18:10 Uhr

Was vom Tage bleibt

Der „Michelle-Faktor“

VonOliver Stock

Amerika wählt. Air Berlin klagt. Die Exporte schrumpfen. Volkswagen leiht sich Milliarden. Und ewig lockt Bochum. Der Kommentar nach diesem Tag.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

3-D mit Michelle

Laute Nacht, eilige Nacht: Amerika wählt und die Amerikaner machen es spannend. Handelsblatt Online wird Sie wie gewohnt die Nacht nicht allein lassen. Bis dahin können wir, die wir nicht mitwählen, uns die Zeit vertreiben. Etwa mit Gedanken von Frank Dopheide, Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit. Er schrieb uns heute ein Stück über den „Michelle-Faktor“. Es geht um die Chefs: Obama, Romney, aber auch Piëch, deren Gesichter nichts mehr sagen, weil tausendfach vom Computer bearbeitet, deren Worte uns nicht mehr leiten, weil unzählige Male weichgespült. Sie gewinnen Tiefenschärfe durch die Frauen an ihrer Seite. Durch sie erst werden die Führungsfiguren plastisch. 3-D mit Michelle sozusagen. 

 

Und er klagt doch

Hartmut Mehdorn gibt gern das Raubein. Dennoch hat der Air-Berlin-Chef mit der Klage gegen die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg ein halbes Jahr gewartet. Nun fordert er vor Gericht doch sein Geld zurück, das er wegen der verpatzten Flughafeneröffnung verliert. Warum er solange zögerte? Nun, wahrscheinlich ist auch Hartmut Mehdorn klar, dass der Flughafen Berlin nicht das größte Problem von Air Berlin ist.

Wir werden es überstehen

Statt 1000 Autos nur noch 900, statt 100 Schiffen nur noch 90 - das sind die Rückgänge, mit denen sich die deutsche Industrie herumschlägt, wenn sie versucht, ihre Produkte in den Euro-Raum zu exportieren. Das Minus von 3,3 Prozent beim weltweiten Export ist der stärkste Auftragsrückgang, stellen die Statistiker fest und fügen dann hinzu: „Seit einem Jahr.“ Also alles schon mal dagewesen. Alles überstanden. Wenn es vorbei ist, wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht vorbei.

VW leiht sich was

Einer, dem es schon länger gelingt, Abwärtstrends auszuweichen, ist der VW-Konzern. Und weil die Wolfsburger sich diesen Ruf erarbeitet haben, können sie sich leisten, was ich anderen derzeit nicht empfehlen würde: sich Geld zu leihen. Schließlich muss man sich Übernahmen wie die von Porsche und Ducati auch leisten können. Volkswagen hat deswegen heute eine Pflichtwandelanleihe versilbert und damit 2,5 Milliarden Euro eingenommen. Sie wird in drei Jahren in Aktien umgetauscht. So etwas gefällt keinem Aktionär und auch nicht dem von VW. Der Kurs der VW-Aktie tauchte prompt um vier Prozent. Aber immerhin hat es dank tadellosem Ruf funktioniert, was die Konkurrenz von Opel bis Peugeot neidisch machen wird.

Versprochen - Gebrochen

Manches ist den Stein nicht wert, in den es gemeißelt ist. So haben zum Beispiel alle Städte in Deutschland gesagt: Ja, wir wollen bis zum Sommer des nächsten Jahres für alle Kleinkinder in Deutschland, deren Eltern es möchten, einen Krippenplatz hinstellen. Heute kommt heraus: Um dieses Versprechen zu halten, müsste der Zuwachs innerhalb von 18 Monaten stärker ausfallen als in den letzten vier Jahren insgesamt. Als Vater versuche ich meinen Kindern immer nur das zu versprechen, was ich halten kann. Zugegeben, das ist schwer genug. Es wird aber immer schwerer, wenn die Vorbilder auch noch versagen.

Alpträume in Bochum

Sind Sie ein leicht überdurchschnittlich begabter Redner? Dann lohnt es sich sicher, bei den Stadtwerken Bochum anzuklopfen. Dort sind Redner gern gesehen. 25.000 Euro lautet das Honorar, das Thema ist an sich egal. Fragen sie nach bei Joachim Gauck oder Peer Steinbrück – die waren sehr zufrieden mit Ablauf und  Entlohnung ihres Auftritts in Bochum. Wir anderen aber reiben uns verwundert die Augen. Bochum ist eine Stadt, die auf einem Schuldenberg sitzt. Stahl, Kohle, Opel – nichts läuft hier mehr wie früher. Nur die kommunalen Stadtwerke laufen wie geschmiert und bereiten die Bürger gerade wieder darauf vor, dass sie ihre Gebühren erhöhen müssen. Wegen der Abgabe für erneuerbare Energien, heißt es im Geschäftsbericht. Vielleicht hätte besser darin stehen müssen: „Weil wir bei Vortragshonoraren ein lockeres Portemonnaie haben.“ Zu einem Geschäft gehören allerdings immer zwei Seiten: Die eine, die gibt und die andere, die nimmt. Steinbrück und Gauck haben sich gut bezahlen lassen. Der eine ist nun Kanzlerkandidat und zieht mit Themen wie die Gier der Banker oder die Besteuerung der Reichen durch die Lande. Der andere ist nun Bundespräsident und glänzt durch Sätze wie den, in dem er den Zustand als Bürgerrechtler in Ostdeutschland nach der Wende so beschreibt: „Wir träumten vom Paradies und sind aufgewacht in Nordrhein-Westfalen.“ Jetzt wissen wir: Ein böses Erwachen war das jedenfalls nicht.

Träumen Sie gut, falls Sie heute Nacht wirklich schlafen wollen

Oliver Stock

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

06.11.2012, 21:31 Uhr

"Sein Schicksal berührt die Niederländer. Tim Ribberink hatte sich in der Wohnung seiner Eltern in Tilligte das Leben genommen. Mit 20 Jahren. Weil er gemobbt wurde. Jahrelang. Gestern wurde er beerdigt.

Vermutlich hätte kaum jemand etwas über die Hintergründe seines Todes erfahren, wenn nicht seine Eltern an die Öffentlichkeit gegangen wären. Gerrit und Hetty Ribberink hatten in der Traueranzeige aus dem Abschiedsbrief ihres Sohnes zitiert: "Liebe Pap und Mam, ich wurde mein ganzes Leben lang verspottet, gemobbt, gehänselt und ausgeschlossen. Ihr seid fantastisch. Ich hoffe, dass ihr nicht sauer seid. Auf Wiedersehen, Tim."

... ein erschütternder Selbstmord aus den Niederlanden ...

"Ich hoffe, ihr seid nicht sauer. Auf Wiedersehen, Tim"

http://www.welt.de/vermischtes/article110696617/Ich-hoffe-ihr-seid-nicht-sauer-Auf-Wiedersehen-Tim.html


Bin sehr traurig um den jungen Mann !! Tim. Auf Jungs und junge Männer, wie Du wird heute besonders "eingehauen". Vor allem von den Medien.

Alles damit "Frauenpower" die Oberhand gewinnen soll, die sind sanfter und sozial intelligenter als es Männer angeblich sind.

Account gelöscht!

06.11.2012, 22:10 Uhr

Mara Delius (welt.de) schreibt:

"Wenn Romney gewinnt, wird Amerika hässlich". Wie verbohrt ist diese Frau eigentlich ?

http://www.axelspringer.de/imgs/14129462_ef6fb44f53.jpeg

Account gelöscht!

06.11.2012, 22:56 Uhr

Zum Beispiel hat man erzählt, dass während der letzten Präsidentschaftswahlkampagne in den USA, Barack Obama und Hillary Clinton während eines Tages, dem 6. Juni 2008 verschwunden seien, um in aller Stille das Ende ihrer Rivalität auszuhandeln. In Wirklichkeit sind sie zum jährlichen Seminar der Bilderberg Gruppe in Chantilly (Virginia USA) gegangen. Am nächsten Morgen erklärte nun Frau Clinton, sie zöge sich von dem Wettbewerb zurück. Manche Autoren haben daraus geschlossen, dass diese Entscheidung im Laufe der Bilderberg Versammlung gefallen wäre. Dies ist nicht logisch, da diese Entscheidung seit drei Tagen schon sicher war, angesichts der Zahl der Stimmen in dem Investitionskomitee der Demokratischen Partei zu Gunsten von Senator Obama.

Unserer Quelle nach ist etwas anderes passiert. Barack Obama und Hillary Clinton haben abseits ein finanzielles und politisches Abkommen getroffen. Senator Obama hat die Kasse seiner Rivalin wieder flottgemacht und ihr einen Posten in seiner Verwaltung angeboten (Frau Clinton hat den Vize-Präsidentenposten zurückgewiesen und das Staatsdepartement gewählt) gegen eine aktive Unterstützung seiner Kampagne gegen den Kandidaten der Republikaner.

Dann wurden die beiden Leader durch James A. Johnson im Bilderberg Seminar eingeführt, wo sie versicherten, zusammen zu arbeiten. Seit langer Zeit schon war B. Obama der Kandidat der NATO. Herr Obama und Familie haben immer schon für die CIA und das Pentagon gearbeitet [3]. Noch dazu wurden die ersten Zuschüsse zu seiner Kampagne von der britischen Krone via den Geschäftsmann Nadhmi Auchi geliefert. Den schwarzen Senator den Bilderbergern präsentieren, entsprach einer Öffentlichkeitsarbeit auf internationalem Niveau von Seiten der Atlantischen Allianz zu Gunsten des zukünftigen Präsidenten der USA.

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