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13.02.2015

18:50 Uhr

Was vom Tage bleibt

Der Optimismus ist wieder da

VonStefan Menzel

Der Dax schafft die 11.000-Punkte-Marke, der Streik bei Germanwings endet. Spanien lässt die Krise hinter sich, die Hypo-Vereinsbank schafft die Überziehungszinsen ab und die Wirtschaft wächst. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Rekordjagd

Die Börse ist immer noch ein gutes Stimmungsbarometer für die reale Welt. An den vergangenen Tagen hat der Dax schon kräftig zugelegt, am Freitag schaffte Deutschlands wichtigster Aktienindex erstmals die 11.000-Punkte-Marke. Der Optimismus macht sich an den Finanzmärkten breit. Die Hoffnung ist da, dass es eine Lösung für die beiden aktuell wichtigsten Krisen geben wird. Griechenland ist auf jeden Fall das kleinere Problem. Der viel größere Risikofaktor bleibt die Ukraine. Niemand weiß, ob der Waffenstillstand halten wird. Aber vielleicht hat der Dax jetzt einfach Recht mit seinem optimistischen Fingerzeig – und nach den 11.000 Punkten geht es bald weiter nach oben.

Mehr am Boden als in der Luft

Manchmal kommen sogar noch gute Nachrichten von der Lufthansa. Immerhin, die Flugbegleiter wollen es den Piloten nicht gleichtun und verzichten erst einmal auf eine Arbeitsniederlegung. Wer mit der Billigtochter Germanwings unterwegs sein wollte, für den war die Ankündigung der Flugbegleiter nur ein schwacher Trost nach den zwei Streik-Tagen der Germanwings-Piloten. Der Lufthansa-Konzern fällt im Moment nur durch seine streikbedingte Unzuverlässigkeit auf. Die Piloten sind auf dem besten Weg, auch die letzten wohlgesonnenen Kunden zu vergraulen. Derzeit gibt es nur einen einzigen vernünftigen Rat: Nehmen Sie eine andere Airline!

Vamos!

Griechenland sorgt derzeit für eine Schlagzeile nach der anderen mit seiner Rebellion gegen den von Brüssel und Berlin vorgegebenen Sparkurs. Dabei wird schnell vergessen, dass dieser schmerzhafte Weg am Ende durchaus von Erfolg gekrönt sein kann. Denn Spanien macht vor, wie es geht. Harte Jahre liegen hinter den Spaniern, aber inzwischen wächst die Wirtschaft wieder – mit einer der höchsten Raten in Europa. Der Blick von Athen nach Madrid lohnt sich also. Premier Tsipras müsste es einfach nur machen.

Ganz weit unten

Sparer stehen vor schwierigen Zeiten. Die Renditen sind flächendeckend im Keller, mit dem klassischen Sparvermögen lässt sich heute kaum noch etwas verdienen. Da ist es nur recht und billig, dass Bankkunden auch ein Entgegenkommen von ihren Geldhäusern verlangen. Die Hypo-Vereinsbank reagiert jetzt und setzt die Überziehungszinsen aus. Gut so, dass die deutsche Unicredit-Tochter als erste Großbank endlich auf das niedrige Zinsniveau reagiert. Jetzt müsste eigentlich nur noch der Rest der Geldbranche ebenfalls die Überziehungszinsen streichen, dann wären es richtig gute Nachrichten.

Besser als gedacht

Schwarzmaler haben es heute schwer. Im Dezember äußerten sich die Konjunkturforscher noch vergleichsweise zurückhaltend über die weiteren wirtschaftlichen Aussichten Deutschlands. Doch während der vergangenen Wochen hat sich der Ausblick deutlich gebessert: Der niedrige Ölpreis und die Schwäche des Euro dürften die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr stärker wachsen lassen als bislang erwartet. Viel besser kann es eigentlich nicht mehr sein, die deutschen Unternehmen stehen auf einem stabilen Fundament. Wenn da nur nicht diese unerfreuliche Krise in der Ukraine wäre.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Genießen Sie die Entspannung und die freie Zeit. Oder, vor allem in den Hochburgen entlang des Rheins: Viel Spaß beim Karneval!

Herzlichst Ihr

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Herr Ralph Simper

13.02.2015, 19:43 Uhr

Ich bin ein absoluter" Wirtschaftslaie",u kann hier nur aus dem Bauch raus argumentieren....aber mein Bauch sagt mir sie liegen völlig falsch... Manchmal täuscht mich der Bauch...bis jetzt aber nur wenn ich Hunger habe...

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