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26.11.2013

18:05 Uhr

Was vom Tage bleibt

Der Papst ändert das Geschäftsmodell

VonOliver Stock

In der Kirche soll der Segen wieder gerade hängen. Die SPD-Basis hat die Macht über die Große Koalition. Max Bahr hat Glück. Und Statistiker beweisen: Arme leben kürzer. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Strategieänderung in der Kirche

„Freude des Evangeliums“, so nennt der Papst seinen ersten Brief, den er, 200 Seiten lang, an die Gläubigen und vor allem an ihre Hirten in aller Welt verschickt. Es ist nicht weniger als der Aufruf zur Strategieänderung. Wenn Regeln nichts taugen, müssten sie abgeschafft werden, schreibt der Papst. Wäre das Kirchenoberhaupt ein Unternehmensoberhaupt, ließe sich jetzt darüber berichten, dass da jemand das Geschäftsmodell ändert. Der Vorteil des Papstes ist: Er hat Zeit. Sein Nachteil: Er wird sie brauchen, weil er niemanden auswechseln oder gar entlassen darf.

 

Die Macht der Genossen

Heute Nacht feilschen die Koalitionäre von Union und SPD an den letzten Drehungen im Vertrag, der Basis für die Politik sein soll, die sie in den nächsten vier Jahren betreiben wollen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich zumindest auf einen kleinen gemeinsamen Nenner einigen, ist groß. Nicht so groß ist dagegen die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Nenner genügt, damit das Vertragswerk auch Gnade vor der SPD-Basis findet. Genau darauf kommt es aber an. Sagt die Basis: „Nein“, steht die Partei vor einem Scherbenhaufen, Deutschland bekommt eine Grippe und Europa zumindest Schnupfen. Niemals zuvor in der bundesdeutschen Geschichte hatten Genossen eine solche Macht.

 

Lebensverlängerung für Max Bahr

Für die Mitarbeiter und Kunden von 58 der 73 deutschen Max-Bahr-Baumärkte besteht Hoffnung, dass ab morgen doch nicht Schlussverkauf ist. Die saarländische Supermarktkette Globus hat sich offenbar mir den Vermieter der Baumärkte auf einen Preis geeinigt. Gerettet heißt nicht überlebt. Manchmal heißt es auch nur, erstmal am Leben erhalten. Die Mitarbeiter von Karstadt können ihren Kolleginnen und Kollegen von Max Bahr darüber berichten.

Wozu die Statistik taugt

Wenn ich 50.000 Euro verdiene und Sie nichts, verdienen wir beide im Schnitt jeder 25.000 Euro. So funktioniert Statistik. Sie ist immer irgendwie richtig und immer irgendwie falsch. Heute ist der Datenreport 2013 erschienen. Eine Erkenntnis: Wer arm ist, stirbt früher. Das stimmt statistisch. Der Umkehrschluss, dass sich Lebenszeit kaufen lässt, ist aber dummerweise schon wieder falsch.

 

Statistisch gesehen gehen Sie heute gegen halb zehn ins Bett. Vielleicht schaffen Sie es heute länger?

Einen erfüllten Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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