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19.11.2012

18:07 Uhr

Was vom Tage bleibt

Der richtige Zeitpunkt für ein dickes Geschäft

VonMartin Dowideit

Die Diskussion um die Finanzlage Griechenlands nimmt kein Ende, dabei drängt sich ein Lösungsweg immer mehr auf. Der Bund stößt derweil ein großes Wohnungspaket ab und verbessert so die Haushaltslage. Der Tagesbericht.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Guten Abend,

Theatralik aller Orten

Die Wogen in der Diskussion um die Finanzlage Griechenlands sind weit entfernt davon, geglättet zu werden. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat den Vorschlag in die Runde geworfen, einen Schuldenschnitt als Belohnung für erfolgreiche Reformen in Aussicht zu stellen. Dagegen wettert Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ebenso wie DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Doch wer auf die Daten schaut, kann eigentlich nur zum Schluss kommen, dass ein Schuldenschnitt der wohl einzig gangbare Weg sein dürfte. Bislang wurde Zeit gekauft, jetzt muss tatsächlich bezahlt werden.

Großes Immobiliengeschäft

Etwas Geld kommt an anderer Stelle in den Bundeshaushalt. Der Verkauf von mehr als 11.000 Wohnungen im Osten der Republik ist unter Dach und Fach. Die frühere Treuhandtochter TLG stößt den Bestand an den Hamburger TAG-Konzern für fast 500 Millionen Euro ab. Alle Mietverträge sollen unverändert übernommen und die Mieter fünf Jahre vor Kündigungen wegen Eigenbedarfs geschützt werden. Auch weitere Sozialklauseln enthält der Vertrag. Klingt nach einem angemessenen Geschäft und einem Verkauf zu einem guten Zeitpunkt. Die Immobilienpreise haben in den vergangenen Jahren ja deutlich angezogen.

China kauft in Europa ein

Ob an den bundeseigenen Wohnungen auch Chinesen interessiert waren, ist nicht bekannt. Unwahrscheinlich wäre es in keinem Fall. Denn allem Gerede über die Euro-Krise zum Trotz kaufen sich chinesische Unternehmen in großer Zahl in Europa ein. Laut Pricewaterhouse-Cooper steckten die Asiaten im vergangenen Jahr mehr als elf Milliarden Euro in europäische Projekte – und gaben damit erstmals mehr aus, als europäische Firmen in China investierten. Vor allem Deutschland liege als Investitionsziel im Trend. Bislang gibt es wenig Gründe, misstrauisch gegenüber den Gästen aus Fernost zu sein. Zumindest solange die Rendite stimmt.

Anleger bleiben skeptisch

Die Märkte haben heute ein Feuerwerk gezündet. Nach einer schwachen Vorwoche legte der Deutsche Aktienindex heute deutlich zu und auch in anderen Ländern ging es aufwärts. Europäische Bankwerte waren sehr gefragt. Doch die Stimmung hellt das nur wenig auf. Die Skepsis bleibt, dass weitere Rückschläge nach unten folgen könnten. Die Berg- und Talfahrt ist jedoch weit entfernt vom Auf und Ab zum Höhepunkt der Staatsschuldenkrise.

Einmal aufrüsten, bitte!

Der Inspekteur der deutschen Luftwaffe hat auf der Handelsblatt-Sicherheitstagung die Aufrüstung mit Kampfdrohnen gefordert, wie sie etwa die USA im Kampf gegen Terroristen auf aller Welt einsetzen. Bislang hat die Bundeswehr lediglich unbemannte Aufklärungsdrohnen in ihren Hangars. Doch im Gegensatz zu Kampfjets könnten Drohnen wesentlich länger in der Luft bleiben. Wenn im Gegenzug gespart wird, ist dies eine durchaus berechtigte Forderung für eine moderne Streitmacht.

Ihr

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.11.2012, 20:11 Uhr

Hallo Martin Dowideit,

endlich mal ein Wirtschaftsjournalist der das offen
anspricht.Es wurde auch höchste Zeit.

"Dagegen wettert Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)
ebenso wie DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben."

Lasst sie wettern, es ist egal!!!
Was die Beiden machen,ist schlichte Angst um Jobs.
Oder Masochismus.Augen zu und ab in den Untergrund.
Schäuble weiß ganz genau,was die Uhr geschlagen hat.
Bitte,bitte weiter so schreiben.
Ich habe Angst um meine Kinder und Enkel,die sollen das
NICHT erleben, wenn das so weiter geht.

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