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26.04.2012

18:06 Uhr

Was vom Tage bleibt

Der weite Weg zum Bierdeckel

VonFlorian Kolf

Die Bundesländer wollen die Steuererklärung einfacher machen, ein privater Klinikbetreiber hofft auf den Goldrausch und Fußballfans haben mit vernebelten Sinnen viel Geld verschenkt. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Hoffnung für Steuerzahler

Man mag ja kaum glauben, dass es irgendwann mal möglich sein könnte, die Steuererklärung auf einem Bierdeckel zu machen. Doch nun bewegt sich immerhin etwas in die richtige Richtung. Mit einem Elf-Punkte-Plan wollen die Bundesländer einen neuen Vorstoß zur Steuervereinfachung unternehmen. So soll unter anderem der Arbeitnehmerpauschbetrag erhöht und die Absetzung des häuslichen Arbeitszimmers vereinfacht werden. Doch ob selbst diese kleine Reform verwirklicht wird, ist noch völlig offen. Bis zum Bierdeckel ist es weit.

Goldgräberstimmung in der Klinikbranche

Es ist ein Deal der aufhorchen lässt: Für mehr als drei Milliarden Euro will der Konzern Fresenius den Klinikbetreiber Rhön-Klinikum übernehmen - ein Preis, der 50 Prozent über dem aktuellen Aktienkurs liegt. Das zeigt, welches Potenzial im Gesundheitsmarkt steckt. Und die Konsolidierung im Krankenhausmarkt wird weitergehen. Denn während die Privaten gute Gewinne machen, müssen die klammen Kommunen ihre defizitären Kliniken Stück für Stück verkaufen.

Zeit für den Wechsel

Zum letzten Mal hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Quartalszahlen vorgelegt, im Mai zur Hauptversammlung verabschiedet er sich. Wirklich glänzend ist die Abschiedsbilanz nicht ausgefallen: Der Nettogewinn liegt mit 1,4 Milliarden Euro unter den Erwartungen. Offenbar wird es wirklich Zeit für einen Wechsel an der Spitze von Deutschlands größter Bank. Für seine Nachfolger gibt es viel zu tun. Aber ihre ersten Entscheidungen haben noch nicht bewiesen, ob sie die perfekte Lösung sind.

Der unbelehrbare Kriegsverbrecher

Es ist der erste Schuldspruch eines internationalen Gerichts gegen einen ehemaligen Staatschef seit den Nürnberger Prozessen nach dem Zweiten Weltkrieg: Das Sondertribunal für Sierra Leone hat den liberianischen Ex-Staatschef Charles Taylor wegen Kriegsverbrechen in dem westafrikanischen Land schuldig gesprochen. Auch wenn das tausendfache Elend, das er über die Menschen gebracht hat, damit nicht rückgängig gemacht werden kann, ist es ein gutes Zeichen, dass nun zumindest Recht gesprochen wurde. Zynisch nur, dass sich der von seiner Gier nach Reichtum und Macht getriebene Taylor immer noch als unschuldig darstellt.

Was fehlt? Die Euphorie nach dem Finaleinzug der Bayern in der Champions heute war riesig und hat einigen Fans offenbar die Sinne vernebelt. In ihrer Begeisterung haben sie für vierstellige Beträge Finaltickets auf Ebay ersteigert - und dabei übersehen, dass es Karten für das Frauen-Finale waren. Das wird ein ganz böses Erwachen. Denn die Tickets für das Damen-Endspiel gibt es regulär schon für sieben Euro.

Ich wünsche Ihnen einen anregenden Feierabend,

Florian Kolf

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