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07.10.2014

18:43 Uhr

Was vom Tage bleibt

Des Kaiser’s neue Kleider

VonMartin Dowideit

Tengelmann verabschiedet sich von seinen Supermärkten. Ex-Kanzler Helmut Kohl erfährt unliebsame Aufmerksamkeit. Unter Deutschlands reichsten Familien tut sich etwas. Und der Tod der Glühbirne bringt einen Nobelpreis.

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Was vom Tage bleibt

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Guten Abend,

Kaiser’s neue Kleider
Tengelmann verkauft seine 450 Supermärkte („Kaiser’s“, „Tengelmann“) an den Konkurrenten Edeka. „Wir sehen keine Perspektive mehr“, sagt Familienunternehmer Karl-Erivan Haub, dem Obi und Kik bleiben. Mit weniger als zwei Milliarden Euro Jahresumsatz sind die Tengelmann-Märkte ein unterlegener Zwerg im Kampf mit den Großen: Edeka wirft 50 Milliarden Euro Umsatz in die Waagschale. Die Macht im Einzelhandel konzentriert sich damit weiter und Lebensmittelproduzenten dürfen aufheulen. Für sie wird es immer schwerer werden, ihre Preisvorstellungen für die eigenen Produkte durchzusetzen.

Dicke Birne
Der Ex-Deutschlandfunk-Redakteur Heribert Schwan setzt seinen Kopf durch und veröffentlicht Aussagen aus Tonbandaufnahmen mit Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl. Ob das zulässig ist, wird heftig diskutiert – denn Kohl hatte zuletzt einen Prozess über die Rückgabe der Bänder gewonnen. Doch Schwan sagt, es habe immer eine Zusage Kohls gegeben, die Aussagen verwenden zu dürfen. Sich nicht von Kohl einschüchtern zu lassen – das haben während der Amtszeit des Kanzlers nur wenige geschafft. Und wer es schaffte, lernte die harsche Seite Kohls kennen. Die Seite, die auch im Buch zum Vorschein kommt.

Bayerische Milliardärs-Werke
Der Erfolg des Autobauers BMW hat maßgeblich dazu beigetragen, dass es erstmals seit zehn Jahren einen Wechsel in der Rangliste der reichsten deutschen Familien gegeben hat. Die Großaktionäre des Münchener Konzerns, Quandt/Klatten, ziehen laut Manager Magazin mit einem Vermögen von 31 Milliarden Euro an der Familie des verstorbenen Aldi-Gründers Karl Albrecht vorbei. Doch je nachdem wie man die Familien aufgliedert, kann auch ein anderes Ergebnis am Ende stehen: Das Konkurrenzblatt Bilanz sah zuletzt die Familie Schaeffler vom gleichnamigen Autozulieferer vorn. Die Quandts werden es verschmerzen.

Schuldiger Banker
In London hat sich ein namentlich nicht genannter Banker schuldig bekannt, wichtige Zinssätze zu Ungunsten der Kunden manipuliert zu haben. Die Offenbarung ist Teil eines großen Skandals, der bereits für mehrere Banken horrende Strafen mit sich gebracht hat. Die Deutsche Bank erwartet möglicherweise noch vor Jahresende ein teurer Vergleich mit US-Behörden. Das ist der wahre Stresstest – nicht der Bilanz-Check der Europäischen Zentralbank.

Die hellsten Leuchten
Thomas Alva Edison gehörte zu den Erfindern der Glühbirne, die derzeit zum Auslaufmodell wird, weil sie zu viel Strom braucht und nicht sehr flexibel in der Anwendung ist. Schuld am langsamen Tod des Glühfadens sind unter anderem drei Japaner: Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura. Ihnen ist heute der Physik-Nobelpreis zugesprochen worden. Beim Glühbirnen-Produzenten Osram jault man auf – denn die Erfindung der Japaner hat dort in diesen Monaten einen massiven Stellenabbau zur Folge.

Einen erleuchtenden Abend wünscht

Ihr

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