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16.10.2014

19:13 Uhr

Was vom Tage bleibt

Die Angst ist wieder da

VonStefan Menzel

Anleger fürchten eine neue Euro-Krise, die Banken sind der Krisenfaktor. Öl überschwemmt die Märkte, Ikea verärgert Kunden und Air Berlin samt Mutter Etihad werden nun doch keine Flugrechte entzogen. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Rückkehr

Die Euro-Angst flammt erneut auf. Die Kurse an den Börsen rutschen ab, besonders in den Krisenländern im Süden Europas hält der Ausverkauf an den Finanzmärkten an. Ja, im Moment sieht es nicht mehr so richtig gut aus. Vor allem die politischen Krisen – ob nun in der Ukraine oder im Nahen Osten – haben die Konjunkturdaten einbrechen lassen. Deshalb lassen sich die aktuellen Euro-Ängste allerdings auch nicht mit der Zeit vor drei Jahren vergleichen, als die Gemeinschaftswährung gewaltig unter Feuer war und sogar deren Ende befürchtet werden musste. Wenn nun aber die politischen Krisen bewältigt werden – und etwa in der Ukraine sieht es aktuell besser aus als noch vor einem halben Jahr, dann könnten sich auch die ökonomischen Sorgen schnell wieder in Luft aufgelöst haben. Es gibt also Hoffnung.

Im Stress

Ein unbestrittener Problemfall in Europa sind trotz aller angestoßenen Veränderungen immer noch die Banken. Gerade in der Euro-Zone gibt es noch immer Geldhäuser, die eigentlich besser vom Markt verschwinden sollten, aber von der EZB über billiges Geld am Leben gehalten werden. Europas Bankensektor braucht dringend eine Konsolidierung, es gibt leider immer noch zu viele schwache Banken. Hoffentlich kann der Bankenstresstest in der kommenden Woche endlich so etwas wie eine Neuordnung anstoßen. Europas Steuerzahler würden es danken.

Im Überfluss

Die Autofahrer dürfen sich freuen. Sie können sich auf fallende Benzinpreise einstellen. Statt der lange befürchteten Engpässe wird es bald ein Überangebot an Öl geben, die Abnehmerländer können sich die Hände reiben. Die neue und zusätzliche Förderung der USA aus riesigen Fracking-Vorkommen beschert dem Markt eine Ölschwemme. Die Opec-Förderländer und besonders Russland sind jedoch unbedingt auf die Einnahmen aus der Erdölförderung angewiesen. Damit sie nicht auf ihren Vorkommen sitzenbleiben, werden sie notgedrungen die niedrigeren Preise akzeptieren. In den Industrieländern wird sich dagegen garantiert niemand wehren.

Lebenslang oder lebenslang?

Der Ikea-Konzern darf sich eigentlich nicht beschweren. Die meisten Kunden kaufen gern beim schwedischen Möbelriesen ein und die Marke ist rundum positiv besetzt. Trotzdem schafft es Ikea jetzt, sich den Zorn seiner Kunden zuzuziehen. Die aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums versprochene „lebenslange“ Garantie für Ikea-Möbel entpuppt sich nun als Luftnummer. Immer mehr Einschränkungen werden bekannt, unter „lebenslang“ verstehen die Ikea-Chefs offensichtlich etwas völlig anderes. Selbst Schuld, möchte man meinen. Niemand hat Ikea zu diesem Versprechen gezwungen. Jetzt müssen die Schweden diese selbst eingebrockte Suppe eben auch selbst auslöffeln.

Tiefflug

Bei Air Berlin brennt es gewaltig. Deutschlands zweitgrößte Airline wollte einmal den Branchenersten Lufthansa herausfordern und irgendwann auch überholen. Daraus wird nichts mehr, Air Berlin ist heute auf Schrumpfkurs und kann nur mit Hilfe des neuen Hauptgesellschafters Etihad Air vom Persischen Golf überleben. Das hat jetzt offensichtlich auch die Politik verstanden und dafür gesorgt, dass die vom Luftfahrtbundesamt einkassierten Flugrechte an Air Berlin und Etihad zurückgegeben werden. Etihad dürfte über die Behördenentscheidung sehr verärgert gewesen sein. Deshalb hat wohl auch die Aufsicht verstanden: Etihad braucht Air Berlin überhaupt nicht und kann sich superschnell aus Deutschland zurückziehen. Bei Air Berlin sähe es ohne Etihad hingegen ziemlich bitter aus.

Einen schönen Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Kommentare (2)

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Herr Louis Stringaro

16.10.2014, 19:45 Uhr

Welche Angst?.... Habt ihr eine Ahnung! Ihr unterschätzt SUPER MARIO. Ihr weisst nicht,zu was dieser noch fähig ist. Zuerst geht die Welt unter, dann der EURO.

Herr C. Falk

16.10.2014, 19:50 Uhr

Dann ist der Euro eine Währung ohne Welt, sozusagen "freischwebend" und völlig virtuell für Engel.....lol

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