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18.06.2014

18:58 Uhr

Was vom Tage bleibt

Die Banken und die Magerkur

VonStefan Menzel

Die Banken schließen eine Filiale nach der anderen, Argentinien verschreckt die Gläubiger. BMW will nach Kräften sparen, Air Berlin lässt die Aktionäre zappeln und Porsche entdeckt die Masse. Der Tag im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Auf Schrumpfkurs

4500 Bankfilialen sind in vergangenen fünf Jahren in Europa dichtgemacht worden und es reicht immer noch nicht. Die Finanzkrise hat die Probleme der Branche gnadenlos offengelegt. Eine allzu leichtfertige Kreditvergabe und Anfangserfolge im Casino mit Giftpapieren haben die strukturellen Schwierigkeiten eine Zeitlang zudecken können. Doch der Apparat der Banken ist über die Jahre einfach zu groß geworden. Zu weiteren Einschnitten gibt es überhaupt keine Alternative.

Die Schuldenmeister

War da nicht etwas mit Argentinien? Seit bald 15 Jahren tauchen die Südamerikaner immer wieder in den Schlagzeilen auf, weil sie ihre Schulden nicht ordentlich zurückzahlen. Jetzt gibt es den nächsten Konflikt in den USA mit Hedgefonds, die sich auf eine Umschuldung nicht einlassen wollen und ihr gesamtes Geld zurückfordern. Recht haben sie damit. Argentinien gehört definitiv nicht zu den ärmsten Ländern der Welt. Und das heißt: Die Argentinier können sich durchaus an internationale Spielregeln halten und ihre Schulden zurückzahlen. Wenn nicht, werden sie ihre Quittung bekommen – spätestens mit gekappten Kapitalströmen aus dem Ausland.

Sparen für schlechte Zeiten

BMW ist ein glänzend geführtes Unternehmen. Amerikanische und japanische Autokonzerne versuchen sich seit Jahrzehnten darin, den deutschen Herstellern aus der Premium- und Luxusklasse das Wasser zu reichen. Vergeblich. BMW steigert von Jahr zu Jahr seine (Milliarden-)Erträge. Doch trotzdem wird in München jetzt an einem umfassenden Sparkonzept gearbeitet. Das zeugt von Weitblick: Auch die Besten müssen auf weniger gute Zeiten vorbereitet sein.

Das lange Warten

Die Qual bei Air Berlin will kein Ende nehmen. Seit März verspricht Deutschlands zweitgrößte Airline Aktionären und Investoren ein umfassendes Sanierungskonzept. Drei Monate sind also inzwischen vergangen, doch passiert ist nichts. Jetzt kündigt der Vorstandschef an, dass das Konzept im Herbst auf dem Tisch liegen soll. Zweifel an diesem Fahrplan sind jedenfalls erlaubt. Man könnte fast meinen, dass Air Berlin seine Anteilseigner mit dieser Verzögerungstaktik gezielt vergraulen möchte: Bitte geht, und das möglichst schnell. Damit die Golf-Airline Etihad möglichst bald das Sagen bei Air Berlin hat.

Hin zur Masse

Der neue Porsche Macan ist da. Und wie es sich für einen Sportwagen aus Stuttgart gehört, hat Porsche auch mit seinem kleinen Geländewagen wieder ein sehr ordentliches Produkt präsentiert. Dieses neue Auto ist allerdings mit mehr Risiken als sonst verbunden: Porsche will die Fertigungszahlen mit dem Macan deutlich in die Höhe treiben. Die Stuttgarter machen mit dem neuen Auto einen kleinen Schritt in Richtung Massenhersteller. Allzu weit darf Porsche jetzt jedoch nicht mehr gehen – denn sonst gerät der exklusive Ruf ganz schnell in Gefahr.

Einen angenehmen Feiertag für den Süden und den Westen sowie einen erfolgreichen Arbeitstag für Nord und Ost wünscht

Stefan Menzel

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