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20.03.2013

18:37 Uhr

Was vom Tage bleibt

Die Deutsche Bank spricht in Rätseln

VonOliver Stock

Das Geldhaus muss mehr Geld für Prozessrisiken zur Seite legen. Zypern lässt die Börse kalt. Lagarde wird von einer Affäre eingeholt. Suntech nähert sich der Pleite. Und die Rente ist unsicher. Der Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die Rätselmacher aus Frankfurt

Die Deutsche Bank korrigiert ihr Ergebnis des vergangenen Jahres. Der sowieso schon kleine Gewinn schrumpft nochmal um ein paar hundert Millionen Euro, weil es seit der Veröffentlichung im vergangenen Monat „neue Entwicklungen bezüglich bestimmter Rechtsstreitigkeiten gegeben“ hat, sagt die Bank. Was das heißt? Darüber sind wir jetzt zum Rätselraten eingeladen. Wahrscheinlich sind Tricksereien bei Zinssätzen und ein unschönes Verhalten gegenüber US-Hypothekenkunden doch so unschön, dass es Geld kosten wird, sich aus den Affären zu ziehen. Nur Geld? Nein. Ein paar tragen auch die Verantwortung.

Der Zypern-Virus

Da passt es eigentlich den Herren aus Frankfurt ganz gut, dass die Finanzwelt im Moment kein anderes Thema kennt, außer Zypern. Wird die kleine Insel im Mittelmeer vor der Pleite bewahrt? Wenn ja, woher soll das Geld kommen? Von zyprischen Sparern, von Steuerzahlern aus dem Rest Europas, aus Russland? Auch eine chaotische Insolvenz ist drin. Europa habe mit Dynamit hantiert, sagte Mohamed El-Erian, Chef des Anleiheinvestors Pimco. Mit dem Plan, zyprische Bankkunden für die Rettung zur Kasse zu bitten, sei die „Heiligkeit“ von Sparguthaben angetastet worden. Schön an sich, dass das Alarmgeschrei in den Ohren der Anleger nicht verfängt. Der Dax jedenfalls hat seine Verluste von Anfang der Woche fast schon wieder ausgeglichen. Es ist nicht so, dass die Börsianer vor dem Geschehen in Zypern die Augen schließen. Aber zwischen sich ein Bild machen und sich die Panikattacken sogenannter Anlagegurus zu eigen machen, besteht zum Glück ein Unterschied.

Lagarde und die Schatten der Vergangenheit

Ihre Zeit als Frankreichs Finanzministerin ist für Christine Lagarde noch nicht abgehakt. Das bekam die Chefin des Internationalen Währungsfonds heute zu spüren, als Ermittler die Räume ihrer Wohnung in Paris nach Hinweisen zum „Fall Tapie“ durchsuchten. Bernard Tapie ist ein Unternehmer, der unter der Ägide von Lagarde als Finanzministerin 300 Millionen Euro Schadensersatz dafür erhalten hat, dass er seine Mehrheit am deutschen Sportartikelhersteller Adidas für zwei Milliarden Franc an eine französische Staatsbank verkauft hat, die dieses Paket flugs fürs Doppelte weiterverkaufte. Das Beruhigende an diesem ganzen Geschäft ist: Es geht jenseits von Rhein und Main ganz offenbar kein Stück anders zu als hierzulande.

Kaum Hoffnung für Hoffenheim

Die Lage des fünftgrößten Solarunternehmens der Welt spitzt sich zu. Eine Tochter der chinesischen Suntech hat bereits Insolvenz angemeldet. Erst am Montag musste das chinesische Mutterunternehmen zugeben, dass es seine Schulden momentan nicht bedienen kann, nachdem es in Zahlungsverzug bei fälligen Anleihen gekommen war. Suntech ist in Deutschland bekannt durch das Engagement beim Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim, womit sich bedauerlicherweise eine lose-lose-Situation ergibt. Die Frage lautet: Steigt Hoffenheim ab, bevor Suntech pleite ist?

Urlaub auf Balkonien

Mehr als die Hälfte von denen, die jetzt in Saft und Kraft und dann in 20 Jahren in den verdienten Ruhestand gehen, werden nicht einmal 55 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens erreichen. Die Hälfte zum Leben heißt: Amselfelder statt Bordeaux, zwei Räder statt vier, Balkon statt Mallorca. Die Zahlen gehen aus dem aktuellen Vorsorgeatlas hervor, den die Wissenschaftler Bernd Raffelhüschen und Christoph Metzger vom Forschungszentrum Generationenverträge der Uni Freiburg im Auftrag der Kapitalanlagegesellschaft Union Investment erstellt haben. Union Investment verdient damit Geld, dass es Produkte zur privaten Altersvorsorge anbietet. So weit, so gut. Blöd ist, dass auch diese Produkte inzwischen nur noch die Hälfte von dem abwerfen, was uns früher vorgerechnet wurde.

Freuen wir uns also auf Balkonien!

Oliver Stock

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

20.03.2013, 18:57 Uhr


Es gibt keine Krise.

Selbst der HB Leser geht nicht in die Luft und gilt unverändert als "Hart wie Kruppstahl".

Damit lässt sich Deutschland und sein geliebtes Grosseuropa wieder aufbauen. Nach dem "day after".

Es warnt doch keiner dieser auf paylists stehenden Pressejogies. "Bild" müsste die tröge Mehrheit aktivieren.
Machts aber in innigster Liebe zur kanhzlerin nicht.

So gelten wir weiterhin als Dauerverlierer. "Sind die Parteien wirklich nicht wert".

Istdochklar

20.03.2013, 22:58 Uhr

Die Rücklage wird wegen dem Fall Kirch-Gruppe sein, wo die DEBA mittlerweile sehr alt aussieht...

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