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09.07.2015

19:08 Uhr

Was vom Tage bleibt

Die Großen lässt man laufen ...

VonOliver Stock

. . . und die Kleinen hängt man. Triff das im Sal.-Oppenheim-Prozess zu? Ryanair will die Griechen umsonst fliegen. Und Wella bewegt die Aktionäre. Was heute geschehen ist, lesen Sie hier.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Begrenzt straffähig

Ist das gerecht? Die Luxus-Bankiers von Sal. Oppenheim kommen mit einem milden Urteil davon. Nur einer wandert in den Bau, die anderen erhalten Bewährungs- und Geldstrafen. Ein zum wiederholten Mal ertappter Ladendieb muss mit härteren Bußen rechen. Sind es mal wieder die Kleinen, die man hängt, und die Großen, die man laufen lässt? Die Richterin am Landgericht Köln musste über Angeklagte urteilen, die an ihrer eigenen Großspurigkeit gescheitert sind. Und die ist nur begrenzt bestrafbar.

Griechische Tauschwirtschaft

Während die Griechen mal wieder um ihre jüngsten Reformvorschläge ringen, macht ihnen Ryanair-Chef Michael O’Leary ein Angebot. Er bietet an, die Strecken von der Hauptstadt nach Kreta, Rhodos und Thessaloniki zwei Wochen lang kostenlos zu fliegen. Bedingung ist, dass die Behörden dem Billigflieger alle Gebühren erlassen. O'Leary lebt noch immer im Wilden Westen. Dort hat es auch eine Art Tauschwirtschaft gegeben. Land gegen Whiskey beispielsweise.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Lucke auf Abschiedstournee

Bernd Lucke hat sich heute zum gefühlt achten Mal verabschiedet. Er verschickte eine Austrittserklärung aus der AfD, in der er ankündigt, dass er am Freitag austreten will. Fast sieht es so aus, als würde Lucke mit der AfD seinen rechten Arm verlieren. Er leidet jedenfalls unter heftigen Phantomschmerzen.

Wella bewegt Aktionäre

Procter & Gamble verkauft jede Menge Kosmetikmarken, darunter Klassiker wie Wella, für 12,5 Milliarden Dollar an den US-Kosmetikkonzern Coty. Henkel dagegen, das auch Wella kaufen wollte, hat das Nachsehen. Coty wird kontrolliert von der deutschen Milliardärsfamilie Reimann. Wella bewegt Friseure. Heute auch Aktionäre. Für die Henkel-Aktie ging es in einer Art Erleichterungssprung nach oben.

Was nicht passt

Als Karina Schönberger 20 war, dachte sie, dass sie früh Mutter werden würde. Ein Mann, drei Kinder und ein toller Job, und das alles vor dem 30. Geburtstag – das war ihr Plan. Mit 25 hatte sie einen tollen Job, den Rest aber nicht auf die Reihe gebracht. Schönberger ist eine Kandidatin für Social Freezing. Was klingt wie eine Eisparty auf Facebook, bedeutet in Wahrheit, dass sich Frauen, so lange sie in einem fruchtbaren Alter sind, Eizellen entnehmen lassen und sie einfrieren. Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn der Kinderwunsch in die Lebensplanung passt, werden sie wieder aufgetaut und künstlich befruchtet. Die ersten deutschen Firmen bieten die entsprechende Dienstleistung an – also vor allem das Aufbewahren der gefrorenen Eier. „Was nicht passt, wird passend gemacht“ – dieser alte Spruch der Handwerker passt neuerdings auch auf Lebensentwürfe.

Einen passgenauen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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